28.04.09

Powerfrau

Franziska van Almsick will ein zweites Kind

Franziska van Almsick zog sich nach ihrer Schwimm-Karriere für zwei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Jetzt ist sie wieder da – schöner und erfolgreicher als je zuvor. Modeljobs, Werbeverträge, ehrenamtliche Arbeit – "Franzi" ist gefragt wie nie. Nur eine Sache ist ihr wichtiger als die Karriere nach der Karriere.

Von Raik Hannemann
Foto: C&A

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Das Lampenfieber schaltete sie in gewohnter Manier aus. Und so konnten Franziska van Almsick, 31, weder die wackligen Stilettos, noch die kritischen Blicke der 300 Fachjournalisten aus 15 Ländern etwas anhaben bei ihrer Laufsteg-Premiere am Mittwoch im Düsseldorfer Kesselhaus. "Von meinen Wettkämpfen weiß ich ja, dass man vorher gar nicht erst über mögliche Missgeschicke nachdenken darf, das provoziert sie nur", erzählte die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin, "und da hier jeder Auftritt nur 20 Sekunden dauert, kam es mir eh vor wie ein kleiner Sprint."

Dennoch geriet der Trip ins Model-Business zum Erfolg. "Sie hat es einfach drauf", schwärmte Choreograph Bruce Darnell, und "Bild" titelte: "Mit jedem Millimeter, den sie sich von ihrer Schwimmkarriere entfernt, wird sie schöner."

Almsick hatte den Wettkampfpool schon 2004 verlassen, der erste Sportstar des wiedervereinigten Deutschland war nach den Spielen von Athen und zwölf Jahren im Rampenlicht für zwei Jahre abgetaucht, von Berlin nach Heidelberg umgesiedelt und Mutter geworden. Erst am 30. Geburtstag machte sie sich mit neuen Beratern auf in eine zweite öffentliche Karriere.

Für viele überraschend steht diese der ersten kaum nach, kürzlich bekam sie sogar einen Preis für die "beste Karriere nach der Karriere". Im Fernsehen glänzt Almsick heute als einfühlsame Expertin, die Umarmung ihrer Nachfolgerin Britta Steffen war emotionaler Höhepunkt der Spiele in Peking. "Es mag ungerecht sein, aber Franzi profitierte von Peking mehr als Olympiasiegerin Steffen", sagt Stephan Schröder vom Marktanalysten "sport+markt". "Sie wirkt nicht mehr zickig wie in der aktiven Zeit, wo ihr durch die Beziehung zu Stefan Kretzschmar auch etwas Schrilles anhing. Durch ihr bürgerliches Privatleben können sich heute viele leichter mit ihr identifizieren."

Mittlerweile ist Almsick eine der begehrtesten Werbeträgerinnen des Landes. "In der obersten Liga mit Schauspielerin Veronica Ferres", so Schröder. Almsick schafft es, exklusive Ohrringe von Chopard ebenso ins Licht zu rücken wie Familienmode von C&A. Die Vita mit Höhen und auch Tiefschlägen (Die "BZ" schrieb 2000: "Als Molch holt man kein Gold") macht die einstige Göre nun als Schönheitskönigin ebenso glaubhaft wie als verantwortungsbewusste Mutter, die ihren Sohn Don Hugo übrigens ebenso bewusst wie konsequent vor der Öffentlichkeit abschottet.

"Die Leute merken, dass es mir nicht nur ums Geld geht"

"Ich erzähle halt nicht nur von Baustellen an meinem Körper. Und die Leute merken sicher auch, dass es mir nicht nur ums Geld geht", erklärt Almsick ihren Erfolg. Im März schrieb sie das Kinderbuch "Paul Plantschnase" (Herder-Verlag), es soll den Nachwuchs zum Schwimmenlernen animieren. Für dieses Thema engagiert sich der Star schon länger in gemeinnützigen Kampagnen.

Ehrenamtlich rückte sie zuletzt auch in den Vorstand der Stiftung Deutsche Sporthilfe ein und sorgte so dafür, dass die Querelen um die abgetretene Sporthilfe-Chefin Ann-Kathrin Linsenhoff umgehend verstummten. Dem Eröffnungstanz beim Ball des Sports Glamour zu verleihen, ist ihr auf Dauer dabei sicher nicht genug. Vom neuen Sporthilfe-Chef Werner Klatten lernt Almsick gerade, "wie man etwas bewegt und wann ich mal den Mund halten muss".

Anders als Steffi Graf, die sich völlig ins Privatleben zurückzog und Erfolge ihrer Fitnessklubkette im Stillen genießt, oder Boris Becker, der sich oft als Luftikus zu verzetteln drohte, will Almsick weiter oben schwimmen.

Aufhalten könnte sie dabei nur eine erneute Schwangerschaft. "Ich will ein zweites Kind", sagt sie, "nur weiß ich gerade nicht, woher ich die Zeit dafür nehmen soll. Denn ich weiß ja nun: Hausfrau und Mutter zu sein, ist auch ein Riesenjob."

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