09.06.12

French Open

Maria Scharapowa ist die Sandplatzkönigin von Paris

Die Tennis-Diva ist nicht nur wieder die Nummer eins der Tennis-Welt, sie triumphierte auch erstmals bei den French Open in Paris.

Foto: AFP
Maria Scharapowa
Maria Scharapowa hat die French Open in Paris gewonnen und hat nun alle Grand-Slam-Titel gewonnen

Sie sank auf die Knie, schluchzte Freudentränen und führte danach ein Siegestänzchen auf: Die neue Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa hat sich zur Sandplatzkönigin von Paris gekrönt.

Die "göttliche Diva" ("L'Equipe") besiegte am Sonnabend im Eiltempo die italienische Überraschungsfinalistin Sara Errani 6:3, 6:2. Damit sicherte sich die in Florida lebende Russin als zehnte Spielerin der Tennis-Geschichte einen Karriere-Grand-Slam. Einzig Roland Garros auf der eigentlich ungeliebten roten Asche, auf der sie sich einst wie eine "Kuh auf Eis" vorkam, hatte in der Sammlung noch gefehlt.

Mit einem "Merci beaucoup" für diesen "moment magnifique" richtete sich die 25-Jährige mit einigen umjubelten Worten auf Französisch ans Publikum. Auf Englisch ergänzte sie: "Ich bin sprachlos. Es war so eine lange Reise bis hierher auf diese Bühne zu diesem Moment." Für einen kuriosen Augenblick sorgte die Stadionsprecherin, als sie "die Finalistin Maria Scharapowa" aufrief, die kurz stutzte und sich dann kaputtlachte. Die unterlegende Errani jubelte einfach los.

Die dreifache French-Open-Siegerin Monica Seles im grauen Kostüm übergab der überstolzen Scharapowa den silbernen Coupe Suzanne Lenglen. Martina Navratilova hatte schon vor dem Match respektvoll gesagt: "Maria ist ein Superstar. Und es ist immer gut, wenn es ein Superstar ist, der an der Spitze steht."

Scharapowa gelingt ein bemerkenswertes Comeback

Dass Scharapowa von Montag an erstmals seit vier Jahren wieder die Nummer eins der Tenniswelt wird, stand schon durch ihre Finalteilnahme fest. Mit ihrem ersten Titel am Bois de Boulogne vergoldete sie nun ihr bemerkenswertes Comeback nach ihrer Schulter-OP 2008. Bis auf Platz 126 war die bestverdienende Sportlerin der Welt zwischenzeitlich abgestürzt.

Schon als Scharapowa in den Katakomben des Court Philippe Chatrier noch ein schnelles Prematch-Statement in die TV-Kameras gab, war sie hochkonzentriert. "Es ist ein spezieller Moment", hauchte sie knapp ins Mikro. Und ihr erstes Paris-Endspiel bestritt sie dann wie in einem Konzentrationstunnel: Die souveräne Scharapowa, die in diesem Jahr auch schon Stuttgart und Rom auf Sand gewonnen hatte, ließ der etwas nervös wirkenden Errani keine Chance.

Errani, zehn Tage jünger als Scharapowa, stand erst als zweite Italienerin in einem Grand-Slam-Finale (nach Francesca Schiavone 2010 und 2011 in Paris). Immerhin holte die taktisch klug spielende Sandplatzspezialistin in diesem Jahr schon drei Titel auf Asche. In Roland Garros hatte sie zwei frühere Paris-Siegerinnen (Ana Ivanovic und Swetlana Kusnezowa), die deutsche Top-Ten-Spielerin Angelique Kerber und US-Open-Gewinnerin Samantha Stosur ausgeschaltet.

Errani gegen brachiale Schläge chancenlos

Gegen Scharapowas brachiale Grundschläge war sie aber machtlos - schon nach 15 Minuten hieß es 0:4. Die Kämpfernatur Errani, 24 Zentimeter kleiner als 1,88-Meter-Athletin Scharapowa, kann sich mit ihrem mit Abstand fettesten Karriere-Preisgeldscheck über 625 000 Euro und dem Doppel-Titel trösten. Zudem klettert sie von Platz 24 auf zehn und wird die neue italienische Nummer eins. "Das ist unglaublich für mich", sagte sie nach der ersten Enttäuschung.

Nach einem einseitigen Finale durfte Scharapowa im Stade Roland Garros – wo sich auch Steffi Graf 25 Jahre nach ihrem ersten Grand-Slam-Titel für einen Sponsorentermin auf der Anlage zeigte - jubeln, als Errani nach 89 Minuten ein Stoppball misslang. "Ich liebe Shopping in Paris – welches Mädchen tut das nicht?", hatte sie jüngst über ihre Lieblingsstadt gesagt. Mit ihrer Siegprämie von 1,25 Millionen Euro kann sie nun nach Herzenslust einkaufen. Auf die Frage von Interviewer Cedric Pioline auf dem Court, ob sie am Abend ordentlich feiern werde, antwortete Scharapowa: "Oh yeaaaaaaaaaah!"

Quelle: dpa/bee
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