31.05.2012, 12:05

Mitgliederversammlung Ex-Profi Sziedat prallt am Hertha-Block ab

BERLIN

Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

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Von Marcel Stein

Als Preetz-Kritiker trat Michael Sziedat zur Wahl des Präsidiums an. Mit Morgenpost Online spricht er über die Gründe seine Niederlage.

Der 59-jährige frühere Rekordspieler Michael Sziedat scheiterte als Kandidat für das Präsidium auf der Mitgliederversammlung von Hertha BSC. Mit dem Motto "Zeit für Veränderung" wollte er einen Neuanfang im Verein initiieren.

Morgenpost Online: Wie haben Sie die Versammlung erlebt, Herr Sziedat?

Michael Sziedat: Als ich da hoch gegangenen bin, um mich vorzustellen, war doch alles schon gelaufen mit der klaren Wahl von Thorsten Manske zum Vizepräsidenten. Der Block von Gegenbauer war einfach stärker, besser organisiert, sie waren besser vorbereitet. Als das Trikot mit der Fahne präsentiert worden ist, hatten sie auch die Ostkurve auf ihrer Seite. Wir wollten ja nun keinen Umsturz haben, aber unser Motto lautete: Zeit für Veränderung. Anfangs war auch zu spüren, dass 70 Prozent der Anwesenden gegen Preetz waren. Ich habe versucht, das noch ein bisschen aufzuzeichnen, aber das ist abgeblockt.

Morgenpost Online: Waren Sie davon überrascht?

Michael Sziedat: Ich wusste, dass da mit Hauen und Stechen gekämpft wird. Aber von unserer Seite kam nicht viel, das muss man ganz ehrlich sagen. Wenn man überlegt, was Kandidaten wie Lutz Kirchhoff und Axel Schmidt nach ihrer Vorstellung gefragt worden sind von den Mitgliedern, um sie bloßzustellen. Das war das Kartell der Macht. Das Fazit ist einfach: Sie brauchen jetzt keine Präsidiumssitzung mehr abzuhalten. Das ist jetzt wie im Politbüro, immer 100 Prozent.

Morgenpost Online: Warum hat sich denn die Opposition nicht besser aufgestellt?

Michael Sziedat: Wir waren ein bisschen naiv. Aber das ist jetzt kein Neuanfang. Wie soll denn ein Preetz vernünftig arbeiten? Der darf sich doch keinen Fehler mehr erlauben.

Morgenpost Online: Wäre nicht ein klar formuliertes Konzept für die Preetz-Gegner hilfreich gewesen?

Michael Sziedat: Es hieß im Vorfeld, es wäre schlecht, Wahlkampf zu machen, während die Verhandlungen wegen der Relegation noch laufen. Und in den drei Minuten der Vorstellung ist das kaum rüberzubringen.

Morgenpost Online: Wie sehen Sie die Zukunft von Hertha?

Michael Sziedat: Wir wollen hoffen, dass es besser wird. Aber ich sehe etwas schwarz, weil es keine richtigen Diskussionen gibt, sondern alles von oben durchgedrückt wird.

Morgenpost Online: Werden Sie erneut zur Wahl antreten?

Michael Sziedat: Kein Interesse, gegen so einen Block kommen sie nicht an.

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