Vor dem Halbfinale
Berliner Badmintonspieler greifen nach Meistertitel
Das Ziel ist klar: "Wir wollen Meister werden", sagt Manfred Kehrberg, Abteilungsleiter Badminton beim Bundesligisten EBT Berlin. Und er hat allen Grund mit viel Zuversicht in das Halbfinale am Wochenende gegen den Hauptrundenersten 1. BC Bonn-Breuel zu gehen.
Von Frank Weiß
Die Chancen für den Berliner Badminton-Bundesligisten EBT auf den Meistertitel sind gut. Schließlich hat der EBT den wohl überragenden Spieler der Bundesliga in seinen Reihen. Wong Choong Hann kommt aus Malaysia und war 2003 Vize-Weltmeister im Einzel. Für die Berliner hat er bisher alle seine neun Einzel gewonnen, einzig in einem Doppel musste er sich bisher geschlagen geben. "Es ist eine Supersache ihn spielen zu sehen", sagt Kehrberg. Nach dem Hinspiel am Samstag in Bonn, können die Künste von Hann am Sonntag in Berlin beim Rückspiel bewundert werden (14.30 Uhr, Sporthalle Samariterstraße in Friedrichshain). Morgenpost Online sprach mit dem 32-Jährigen.
Morgenpost Online: Wie kommt es, dass sie in Deutschland für Berlin spielen, Herr Hann?
Wong Choong Hann: Es ist meine erste Saison bei einem Verein. Ich hatte die Wahl zwischen der Bundesliga und der Dänischen Liga. Ich habe mich für Berlin entschieden, da sich Herr Kehrberg schon das zweite Mal um mich bemüht hat. Das erste Mal war 2007, vor Olympia. Da habe ich noch abgelehnt. Ich fand es auch interessant eine große Stadt wie Berlin kennenzulernen.
Morgenpost Online: Wie viel haben Sie denn schon von der Stadt gesehen?
Hann: Seit letzten Oktober war ich vier oder fünf Mal in Berlin und hatte jeweils ein, zwei Tage Zeit. Mich interessiert vor allem das Lebensgefühl der Stadt. Es gibt viele interessante Gebäude und Architektur. Zwischen dem ehemaligen Ost- und dem Westteil ist ein großer Unterschied. Das ist fast wie zwei verschiedene Städte in einer. Das ist sehr spannend.
Morgenpost Online: Und sportlich: Wie stark ist die deutsche Liga?
Hann: Sie gehört zu den stärksten in Europa. Auch die Dänische Liga ist gut. Der Standard ist hier sehr hoch und Berlin gehört zu den Top-Mannschaften.
Morgenpost Online: Wie stehen die Chancen für das Halbfinale?
Hann: Wir haben als Mannschaft schon viel darüber gesprochen. Ich denke, wir haben gute Chancen. Es wird nicht leicht, wir haben in der Hauptrunde zwei Mal knapp gegen Bonn verloren. Insbesondere das Frauen-Doppel war sehr eng. Diesmal haben wir eine gute Chance.
Morgenpost Online: Sie sind der Schlüsselspieler im Team. Wie fühlen Sie sich dabei?
Hann: Wir haben insgesamt eine gute Mannschaft, die sehr tief besetzt ist. Ich alleine kann kein gutes Team bilden, da gehören mehrere dazu. Druck spüre ich nicht. Ich genieße die Zeit und will einfach gut spielen und gewinnen. Wenn wir als Mannschaft konzentriert auftreten, werden wir auch gewinnen.
Morgenpost Online: War es eine Umstellung für Sie plötzlich in einem Team für einen Verein zu spielen?
Hann: Ja, schon. Es ist anders für einen Verein anzutreten, als Einzel bei Turnieren zu spielen. Es ist sehr professionell. Das Training und die Reisen müssen gut geplant sein. Es ist gut für mich zu sehen, wie die Bundesliga funktioniert. In Malaysia gibt es keinen Ligabetrieb. Doch wenn es einmal so etwas bei uns geben sollte, kann ich dann gute Tipps geben. Es ist also eine wertvolle Erfahrung für mich.
Morgenpost Online: Wie groß ist der Sport Badminton in ihrer Heimat?
Hann: Sehr groß, fast wie Fußball in Deutschland. Viele Menschen spielen Badminton. Bei großen Turnieren hat man schnell 1000 oder mehr Zuschauer.
Morgenpost Online: Werden Sie in Malaysia auf der Straßen erkannt?
Hann: Ja, das kommt schon vor.
Morgenpost Online: Beim Leistungsstützpunkt in Saarbrücken dienen Sie den deutschen Spielern von Zeit zu Zeit als herausragender Trainingspartner. Wie schätzen Sie das Niveau ein?
Hann: Das ist eine schöne Sache für mich. Alle sind sehr eifrig und wollen lernen. Viele sind noch jung und arbeiten hart an sich. Wenn sie clever genug sind, können sie sich noch sehr steigern.
Morgenpost Online: Können Sie sich vorstellen auch nächste Saison in Berlin zu spielen?
Hann: Ja, kann ich. Doch es gab noch keine Gespräche. Jetzt zählt erst mal nur das Halbfinale.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
-
20:09Herzberg: 70-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Verkehrsunfa...
-
20:03Schöneberg: Schwerer Unfall - Schüler läuft an roter Ampel...
-
19:44Terminverschiebung: Berliner Staatsoper öffnet erst 2015 - Barenboim...
- 1. Live-Ticker Hertha-Anwalt plädiert für Wiederholungsspiel
- 2. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 3. Bauexperten Zweifel am neuen Eröffnungstermin für BER wachsen
- 4. "Ein Scherz" Flugsicherung prüft juristische Schritte gegen RBB
- 5. Entscheidungslösung Der Bundestag beschließt Organspende-Reform














