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Handball

Kiel erfüllt sich seinen großen Traum

Seit Jahren versuchte der THW Kiel, die Champions League zu gewinnen - immer vergeblich. Doch im schleswig-holsteinischen Duell gegen die SG Flensburg-Handewitt reichte es für das Team von Trainer Noka Serdarusic nach dem Pokalsieg bereits für den zweiten Titel dieser Saison.

Stefan Loevgren
Foto: AP
Standesgemäß: Kiel feiert den Champions-League-Triumph im Konfettiregen

Der THW Kiel hat hat zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Sprung auf Europas Handball-Thron geschafft. Getragen von 10.250 begeisterten Zuschauern in der Ostseehalle siegten die Kieler im Rückspiel des rein deutschen Finals der Champions League gegen den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt mit 29:27 (15:10) und hatten damit nach dem 28:28 im Hinspiel die Nase vorn.

Fünf Jahre nach dem Triumph des SC Magdeburg, der sich am Nachmittag zum dritten Mal den Titel im EHF-Pokal sicherte, schaffte der THW als zweites Bundesliga-Team den Erfolg in der Champions League. Die SG Flensburg-Handewitt zog am 58. Geburtstag ihres Trainers Kent-Harry Andersson bereits zum zweiten Mal nach 2004 im Endspiel den Kürzeren. Die Kieler sind dagegen im zehnten Anlauf in der Königsklasse am Ziel ihrer Träume und kannten nach dem Schlusspfiff kein Halten mehr.

Nach dem Erfolg im DHB-Pokal Mitte April ist für den Bundesliga-Tabellenführer nun erstmals sogar das Triple möglich. Die SG Flensburg-Handewitt zog dagegen am 58. Geburtstag ihres Trainers Kent-Harry Andersson bereits zum zweiten Mal nach 2004 im Endspiel den Kürzeren.

„Das ist ein unfassbares Gefühl. Der ganze Verein hat jahrelang für diesen Moment gekämpft. Die Champions League gewinnt man nicht so häufig, deshalb wird die Feier was ganz besonderes werden“, meinte der mit neun Treffern wie schon im Hinspiel überragende THW-Rückraumstar Nikola Karabatic. Enttäuscht war SG-Trainer Andersson: „Wir haben leider zu viele Bälle verworfen, auch wenn die zweite Halbzeit ganz okay war. Aber Kiel ist einfach die beste Mannschaft Europas und hat verdient gewonnen. Das muss man anerkennen.“

Neben Karabatic war bei den Kielern vor allem Weltmeister Christian Zeitz mit sieben Treffern Held einer schwarz-weißen Nacht. Bei den Flensburgern konnte auch der Pole Marcin Lijewksi mit sechs Treffern die Niederlage im 54. Nordderby nicht verhindern.

Kiel musste an seine Grenzen gehen

Wie schon in Flensburg mussten die Kieler mit nur acht gesunden Feldspielern an ihre Grenzen gehen. Doch die Jagd nach dem einzigen Titel, der in der Sammlung des zwölfmaligen Meisters, fünfmaligen DHB-Pokalsiegers und dreimaligen EHF-Cupgewinners, praktisch noch fehlte, setzte erneut große Kräfte bei der Mannschaft von Erfolgstrainer Noka Serdarusic frei.

Nach einem Blitzstart stand es schon nach dreieinhalb Minuten 3:0 für die „Zebras“. Die Flensburger, bei denen der nach seiner Sperre zurückgekehrte Spielmacher Ljubomir Vranjes auf der Spielmacherposition nicht die erhofften Akzente setzen konnte, lief dagegen im Rückraum nur wenig zusammen. Zu allem Überfluss fiel Kapitän Sören Stryger schon nach wenigen Minuten mit einer Wadenzerrung aus. Zudem zeigte der glänzend aufgelegte Franzose Thierry Omeyer im THW-Kasten mit neun Paraden allein im ersten Ducrhgang eine Weltklasseleistung. Seine gegenüber Jan Holpert und Dan Beutler blieben blass.

Nach 26 Minuten hatten die Kieler beim Stand von 12:7 erstmals eine Fünf-Tore-Führung herausgeworfen. Zu Beginn des zweiten Durchgangs kamen die Flensburger noch einmal auf zwei Tore heran (15:17) und als sich Christian Zeitz mit Problemen am Oberschenkel ab der 40. Minute auf der Bank behandeln lassen musste, schöpften die Gäste dank Vranjes noch einmal Hoffnung. Doch angeführt von Karabatic verteidigten die Kieler ihren Vorsprung. Auch Christian Zeitz kam zum Spielende wieder aufs Parkett, sah nach einer groben Unsportlichkeit allerdings die Rote Karte.



Erschienen am 29.04.2007

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