24.06.09

Kein Bundesliga-Job

Matthäus ist besonders von Völler enttäuscht

Kurz vor seinem neuen Engagement in Ungarn hat sich Lothar Matthäus noch einmal über die fehlende Wertschätzung in seiner Heimat beklagt. Er sei einer der besten Sport-Repräsentanten, die Deutschland je hatte. Von einem Bundesliga-Manager ist der 48-Jährige ganz besonders enttäuscht.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat sich gegen seinen in Deutschland angekratzten Ruf als Trainer zur Wehr gesetzt und gleichzeitig Werbung in eigener Sache betrieben. "Ich kann Spott und Häme nur so beantworten: Rein sportlich können mir nur wenige was vormachen. Aus Nachwuchsspielern habe ich Erstliga-Spieler gemacht. Aus Erstliga-Spielern Nationalspieler. Aus Nationalspielern Führungsspieler", schrieb der Weltmeister von 1990 in seiner "Sport-Bild"-Kolumne.

Der 48-Jährige sieht sich in seiner Heimat als Trainer völlig falsch bewertet. "Überall in dieser Welt genieße ich großes Ansehen. Vielleicht als Fußballer das größte Ansehen nach Franz Beckenbauer. Ich war und bin einer der besten Sport-Repräsentanten, die Deutschland je hatte. Andere Länder wären froh, wenn sie so einen Sportler gehabt hätten, würden mit ihm umgehen wie die Argentinier mit Diego Maradona", meinte der 150-malige Nationalspieler.

Tief getroffen hat Matthäus vor allem das Verhalten von Zweitligist Arminia Bielefeld, wo er zwischenzeitlich als Kandidat für den Trainerposten galt. Matthäus fühlt sich von der Arminia benutzt. "Ich will mich nicht anbiedern, ich will nicht weinen. Ich lasse nur nicht irgendwelche Leute mit Füßen nach mir treten. Wie es zum Beispiel der Mensch von Arminia Bielefeld getan hat", schrieb Matthäus.

"Völler hatte dreimal die Chance, mich zu holen"

Enttäuscht zeigte sich Matthäus auch darüber, dass er von Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zwar geschätzt werde, aber keine Chance als Nachfolger von Bruno Labbadia erhalten habe. "Es gibt einen Sportdirektor in Deutschland, den ich gerne mag und er mich. Er kann nicht verstehen, warum ich nicht in der Bundesliga arbeite, hat er gesagt. Aber er hatte in den letzten fünf Jahren mindestens dreimal die Chance, mich zu holen. Es ist Rudi Völler von Bayer Leverkusen", meinte Matthäus.

Nachdem sich auch ein Engagement bei Zweitligist 1860 München vorerst zerschlagen hat, wird Matthäus in den kommenden Tagen voraussichtlich einen Vertrag beim ungarischen Erstligisten FC Fehervar unterschreiben. "Der ungarische Verein FC Fehervar, mit dem ich zweimal verhandelt habe, ist mir sehr sympathisch. Hinter diesem Verein steckt alles, was Rang und Namen hat in Ungarn. Politiker und Wirtschaftsbosse - alles. Da steckt nicht nur Geld, sondern auch Macht dahinter", meinte Matthäus und fügte selbstbewusst hinzu: "Bis zum heutigen Zeitpunkt hätte ich bei fünf Vereinen unterschreiben können. Guten Klubs. Alle im Ausland. Ich fühle mich geehrt, und ich lasse mich nicht beirren."

Quelle: sid/jr
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Endspurt: Die Baukräne am Kapelle-Ufer drehen sich für das Bildungsministerium. Es soll 2014 fertig sein.
22.05.13Baustellen
Es geht voran - In Berlin werden doch Großprojekte fertig

Eines der größten Bauvorhaben des Bundes in Berlin geht in die Zielgerade. Für den Neubau des Innenministeriums wurde jetzt Richtfest gefeiert. Auch andere große Bauvorhaben in Mitte kommen gut voran. mehr...


Sängerin Beyoncé ist in der O2 World in Friedrichshain zu Gast
22.05.13Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Donnerstag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Donnerstag, den 23. Mai. mehr...


Spurensicherung im Londoner Stadtteil Woolwich. Hier wurde ein Mann mit einer Machete getötet
22.05.13Mit Machete ermordet
Tödlicher Anschlag in London war offenbar Terrorakt

In London ist ein Mann mit einer Machete getötet worden. Laut Premierminister Cameron gebe es "starke Anzeichen" für einen terroristischen Hintergrund. Videos zeigen Teile des Geschehens. mehr...


Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß war von der großen Mehrheit für seinen Vorschlag selbst überrascht
22.05.13Landespolitik
Berliner SPD-Vorstand billigt Bundestagsliste von Jan Stöß

Erfolg für den SPD-Landesvorsitzenden Jan Stöß: Der Landesvorstand hat am Mittwochabend seinem Vorschlag für die Bundestagsliste mit großer Mehrheit zugestimmt. Spitzenkandidatin soll Eva Högl werden. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote