15.01.11

2:2 bei St. Pauli

Cisse ist Freiburgs Mann für besondere Momente

Freiburgs Papiss Cisse verschoss auf St. Pauli zunächst einen Elfmeter, um dann als Doppel-Torschütze und Retter in höchster Not zu glänzen.

Foto: dapd/DAPD
FC St. Pauli - SC Freiburg
Cisse ist mit 15 Treffern bester Torjäger der Bundesliga

Elfmeter verschossen, Doppelpack geschnürt und zwischendurch auch noch in allerhöchster Not auf der eigenen Torlinie gerettet: Papiss Cisse bleibt beim SC Freiburg das personifizierte Ein-Mann-Spektakel. Eigentlich trat der Angreifer beim 2:2 (0:1) beim FC St. Pauli nur in vier Szenen wirklich in Erscheinung, doch jedes Mal beeinflussten die Aktionen des Senegalesen die Partie maßgeblich. "Dieses Spiel war wirklich außergwöhnlich. Ich freue mich, dass ich der Mannschaft nach meinem verschossenen Elfmeter doch noch helfen konnte", meinte der Torjäger.

Dabei hatte der Nachmittag für Cisse und seine Kollegen alles andere als verheißungsvoll begonnen. Als Schiedsrichter Markus Wingenbach nach 11. Minuten irrte und wegen eines vermeintlichen Handspiels des Hamburgers Carlos Zambrano auf Strafstoß entschied, versagten dem Afrikaner die Nerven. St. Paulis Keeper Thomas Kessler wehrte Cisses unplatzierten Schuss ab und Marius Ebbers brachte die Platzherren fast im Gegenzug in Führung (13.). Freiburgs Top-Torjäger, der es allein in der Hinrunde auf 13 Treffer gebracht hatte, schien seine Kaltschnäuzigkeit in der Winterpause gelassen zu haben.

"Ich wusste, dass ich zurückkomme und habe mich einfach auf meine Stärken besonnen", sagte Cisse und schüttelte den Fehlschuss nonchalant ab. Erst traf er mit einem sehenswerten Volleyschuss zum 1:1 (61.), dann glich er St. Paulis zweite Führung durch Gerald Asamoah (65.) mit einem akrobatischen Heber aus (75.). Cisse war wieder da, Freiburg hatte einen weiteren Punkt mehr auf dem Konto und kann weiter von der Qualifikation für das internationale Geschäft träumen. Trainer Robin Dutt wollte von derartigen Gedankenspielen aber weiter nichts hören.

"Wir haben seit vier Spielen nicht verloren und durchlaufenen einen positiven Prozess. Warum sollte ich da mit einem veränderten Saisonziel eingreifen", meinte der Coach, hatte aber zumindest für Cisse wieder einmal ein Sonderlob parat: "Es zeichnet ihn aus, dass er sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Er tut uns absolut gut." Kapitän Heiko Butscher fügte hinzu: "Wir sind froh, dass wir ihn haben. Er macht aus unseren wenigen Chancen sehr viel. " In der 74. Minute glänzte Cisse zudem als Retter. Den Schuss von Fin Bartels kratzte der Afrikaner von der eigenen Linie. Butscher: "Ich wusste gar nicht, dass er das auch noch kann. Einfach überragend."

St. Pauli fehlte ein derartiger Tausendsassa hingegen einmal mehr. Ebbers und Asamoah erzielten zwar die ersten Stürmertore der Hanseaten seit rund drei Monaten, doch am Ende reichte es wieder einmal nur zu einem Unentschieden. Von den vergangenen zehn Spielen konnten die Hamburger nur eines gewinnen. Der Sturz auf den Relegationsrang droht. "Wenn man zweimal führt, muss man einfach mehr mitnehmen", mäkelte Trainer Holger Stanislawski: "Beim zweiten Gegentor stellen wir uns amateurhaft an. Wenn man die Treffer so wegschenkt, hat man den Sieg auch nicht verdient."

St. Paulis Hintermannschaft staunte indes immer noch über Tor-Phantom Cisse. "Eigentlich spielt er relativ unauffällig. Dann macht er seine Dinger aber eiskalt und fackelt nicht lange", meinte Innenverteidiger Ralph Gunesch. Keeper Kessler ergänzte: "Wir haben eben zweimal schlecht verteidigt und ein Klassemann wie Cisse nutzt so etwas aus." Nur ruhende Bälle aus elf Metern scheinen dem Senegalesen zu einfach geworden zu sein. Er ist der Mann für die besonderen Momente.

Die Sprüche des 18. Spieltags
"Dortmund ist sehr, sehr weit weg. Das müssen wir akzeptieren und respektieren. Da kann man dann auch schon gratulieren, denke ich."

(Bayern-Star Arjen Robben nach dem 1:1 beim VfL Wolfsburg)
"Wir müssen uns auf Platz zwei konzentrieren. Aber im Fußball ist auch nichts unmöglich. Noch können wir 48 Punkte holen. Das ist auch möglich. Glaubt mir."

(Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal)
"Wir haben denen die richtige Antwort gegeben, die heute etwas ganz anderes erwartet hatten."

(Borussia Dortmunds Präsident Reinhard Rauball nach dem 3:1-Sieg in Leverkusen)
"Dieses Team muss man nicht auf dem Boden halten, das Umfeld können wir nicht auf dem Boden halten – also machen wir einfach so weiter wie bisher."

(Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc)
"Das 1:1 war enorm wichtig für alle, auch für den Trainer."

(Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß über das Remis gegen die Bayern)
"Cissé ist Wahnsinn. Der macht aus einer Chance zwei Tore."

(St. Paulis Profi Florian Bruns nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg über den zweifachen Freiburger Torschützen Papiss Demba Cissé)
"Ich hoffe, wenn Ihr das Stadion fertig habt, dass Ihr dann auch noch den Rasen mal ein bisschen pflegt."

(Freiburgs Trainer Robin Dutt über die schlechten Platzverhältnisse im Millerntor-Stadion)
"Das war ein lucky punch des VfB."

(Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel über das 0:1 beim VfBStuttgart)
"Zu einem perfekten Spiel gehören zwei Mannschaften und ein Schiedsrichtergespann. Heute war es kein perfektes Spiel."

(Trainer Dieter Hecking vom 1. FC Nürnberg nach dem 0:1 gegen Mönchengladbach zur Leistung von Schiedsrichter Babak Rafati)
"Es sind noch 16 Spiele zu spielen. Und was hat man nicht schon alles im Fußball gesehen."

(Bayern-Kapitän Mark van Bommel angesichts der 16 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund)
"Wir haben in der Hinrunde genügend auf die Schnauze bekommen. Diesmal hatten wir das Glück auf unserer Seite."

(Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl nach dem Sieg in Nürnberg)
"Dieser Verein löst etwas in mir aus. Es ist nicht irgendein Verein, es ist Real Madrid."

(Ruud van Nistelrooy sucht beim Hamburger SV nach den passenden Abschiedsworten. Real will den Niederländer zurückholen.) (SID)
Quelle: sid/fb
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