08.11.2010, 12:37

Real Madrid Schlitzohr Özil im Schatten von Sami Khedira

Real Madrid v Atletico Madrid - La Liga

Foto: Getty Images / Getty Images/Getty

Mesut Özil besiegelte den Rea--Sieg im Derby gegen Atletico mit einem direkten Freistoß. Das Lob von Trainer Mourinho bekam aber Sami Khedira.

Mesut Özil trifft weiter - und macht Superstar Cristiano Ronaldo langsam den Status als größtes Schlitzohr der Königlichen streitig. Doch Real Madrids Trainer Jose Mourinho lobte nach dem 2:0 (2:0) im Stadtderby gegen Europa-League-Champion Atletico nicht etwa Özil, sondern ausdrücklich dessen Nationalmannschafts-Kollegen Sami Khedira.

"Man spricht immer von den spektakulärsten Spielern. Aber wenn ich nach diesem Spiel jemanden auswählen müsste, wären es Khedira und Ricardo Carvalho, die sich zwischen so viel Magie und Qualität der anderen Mitspielern verbergen", meinte Mourinho über den Deutschen und den Portugiesen.

Die Schlagzeilen gehörten aber einmal mehr dem glänzend aufgelegten Özil. Mit einem raffinierten Freistoßschlenzer (19.) vom Strafraumeck besiegelte der Ex-Bremer schon frühzeitig den Sieg für den weiter ungeschlagenen Tabellenführer der Primera Division. Durch sein drittes Saisontor spielte er sich damit endgültig in die Herzen der Real-Fans und zeigte danach offen seine Liebe zum spanischen Rekordmeister: Mit einem innigen Kuss auf das Vereinswappen auf seinem Trikot.

Zusammen mit Khedira hat sich Özil längst auch den Respekt seiner Teamkollegen erkämpft. "Beide sind Ausnahmespieler. Sie sind sehr fleißig und wollen unbedingt mit Real Erfolg haben", sagte Weltmeister Xabi Alonso. Der Mittelfeldspieler, der beim spanischen Rekordmeister zusammen mit Khedira die Doppel-Sechs bildet, lobt auch die fortschreitende sprachliche Integration des deutschen Duos. Alonso: "Mit beiden verständige ich mich auch immer besser, auf Englisch können wir uns prima unterhalten."

Coach Mourinho war nach dem Derby-Triumph zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft. Selbst die schwache Chancenverwertung brachte den anspruchsvollen Portugiesen diesmal nicht auf die Palme. "Dass wir keine spektakulärere Partie mit mehr Toren abgeliefert haben, war nicht unsere Schuld. Das lag an der Qualität des Gegners", sagte Mourinho: "Es sind drei wichtige Punkte, die genauso viel zählen wie ein Sieg mit sechs Toren." Der Argentinier Gonzalo Higuain hatte kurz nach der Pause zudem nur den Pfosten getroffen.

Atletico wartet damit seit 1999 auf einen Erfolg gegen die Königlichen. "Das Recht des Stärkeren. Noch schöner, aber das gleiche Ende", schrieb die Sporttageszeitung AS angesichts der klaren Rollenverteilung.

Nach dem ungefährdeten Sieg ist das Real-Ensemble, für das neben Özil auch Carvalho (13.) traf, weiter Tabellenerster (26 Punkte). Mit einem Zähler Rückstand bleibt Meister FC Barcelona nach dem 3:1 (2:0)-Auswärtserfolg bei Stuttgarts Europa-League-Gegner FC Getafe der erste Verfolger. Die Treffer für Barca erzielten Superstar Lionel Messi (23.), Torjäger David Villa (35.) und Pedro (65.).

(sid/gm)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter