Baustelle Alte Försterei
Union droht Verbleib im Jahn-Sportpark bis Saisonende
Der Wiedereinzug des 1. FC Union in die Alte Försterei wackelt. Das liegt nicht etwa daran, dass es zu wenig Helfer gebe. 65 Freiwillige schufteten am 2. Januar wieder auf der Baustelle. Doch eine slowakische Firma könnte den Zeitplan durchkreuzen.
Von Michael Färber
Dirk Zingler wirkt ungehalten. "Dazu sage ich gar nichts mehr", lässt der Präsident des 1. FC Union wissen. Die Frage, wann Berlins Fußball-Drittligist in sein angestammtes Stadion an der Alten Försterei zurückkehren kann, will der Union-Boss nicht mehr hören. Dreimal musste der Termin schon verschoben werden. Und auch die angedachte Rückkehr am 7. März zum Ost-Derby gegen Dynamo Dresden wackelt bedenklich. Es ist die Montage des Daches, die Zingler Kopfzerbrechen bereitet. Am 14. Januar sollen die ersten Trägerelemente der slowakische Firma Omnec eintreffen, in der Woche davor sollen die letzten Vorbereitungen auf der Baustelle getroffen werden. Zingler lakonisch: "Jetzt warten wir erst mal ab, wann die Firma anreist, dann sehen wir weiter."
Die Fans, die seit Anfang Juni 2008 am Stadion bauen, scheint dies nicht zu stören, ebenso wenig wie der Wintereinbruch. Nach zwei Tagen Pause zum Jahreswechsel kamen erneut 65 Helfer auf die Baustelle. Nachdem bis zum Silvestertag alle 38 Stufen der neuen Stehplatztraversen ausgegossen worden sind, geht es nun mit den Vorbereitungen für die Betonierung des oberen Umlaufs weiter. Auch die Abspannfundamente für das Dach sind längst fertiggestellt, derzeit werden die Anschlüsse für die Dachentwässerung mit der Kanalisation verbunden. Mit dem Aufbau des Daches könnte eigentlich begonnen werden, wenn es da nicht diese Verzögerungen gäbe...
Doch Zingler, selbst Geschäftsführer einer Mobilbetonfirma, gibt sich entspannt – zumindest nach außen hin. So sind für den Union-Boss Regressforderungen an die Firma Omnec wegen entgehender Zuschauereinnahmen noch kein Thema: "Wichtig ist, dass wir erst einmal fertig werden." Was nicht heißt, dass über das Thema nicht bereits in der Führungsetage diskutiert wird. "Wir werden uns am Saisonende zusammensetzen und überlegen, was zu tun ist", erklärt Zingler.
Selbst einen noch längeren Verbleib im Jahn-Sportpark schließt er nicht mehr aus. Wenigstens aus sportlicher Hinsicht spricht nichts dagegen: Union ist im ungeliebten Ausweichstadion ungeschlagen, holte sieben Siege in elf Spielen und ist mit 25 Punkten (21:6 Tore) bestes Heimteam der Liga. Zingler: "Wenn es nicht anders geht, dann kehren wir eben erst gegen Bremen II zurück." Das wäre am 1. April. "Und wenn es denn so sein soll, dann bleiben wir auch bis Saisonende im Jahn-Sportpark", so Unions Präsident weiter.
Eines stellt Zingler jedoch klar: "Sobald das Stadion fertig ist", werde man auch wieder dort spielen. Die Ungeduld in seiner Stimme ist dabei nicht zu überhören.
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