HSV
Olic nimmt Abschied auf Raten
Noch hat sich HSV-Stürmer Ivica Olic in der Öffentlichkeit nicht klar zu seinem Wechsel zum FC Bayern München bekannt. Beim ersten Trainingstag im neuen Jahr aber machte der 29-Jährige erneut deutlich, wohin die Reise zur Sommerpause gehen wird: "Der HSV hat keine großen Chancen mehr, dass ich bleibe."
Der erste Arbeitstag des neuen Jahres begann für Martin Jol mit einer Überraschung. Was er dazu sage, dass Ivica Olic seinen Wechsel zum FC Bayern München offiziell bestätigt hat, wollte ein Reporter von dem HSV-Trainer wissen. "Ist das so?", fragte der Niederländer zunächst verblüfft und ergänzte anschließend: "Ich habe noch nichts von Ivica gehört." Der Kroate weilte zu diesem Zeitpunkt bereits in der Mannschaftskabine, um sich mit seinen Kollegen für den Waldlauf im Volkspark umzuziehen.
Zuvor hatte es Olic bei seiner Ankunft an der Nordbank-Arena erneut vermieden, den als sicher geltenden Abschied aus der Hansestadt in Richtung München zu verkünden. Zum Auftakt der Vorbereitung auf die Rückrunde sagte der am Saisonende ablösefreie Torjäger: "Für mich ist das eine wichtige Situation, was ich mache und wo ich in der nächsten Saison spiele. Ich muss viel nachdenken und mich dann entscheiden."
Über die Feiertage hatte sich Olic mit seinem Berater Gordon Stipic in Zagreb getroffen, um alle Offerten nochmals zu prüfen. Obwohl der Entschluss, dem deutschen Rekordmeister das Jawort zu geben, seit Längerem gefallen sein dürfte, zierte sich der 29-Jährige nach wie vor, seine sportliche Zukunft publik zu machen. Offenbar waren noch einige formale Details zu klären.
Zumindest räumte der Angreifer ein, dass für seinen derzeitigen Arbeitgeber kaum noch Hoffnung bestehe. "Der HSV hat keine großen Chancen mehr, dass ich bleibe." Einen Wechsel in der Winterpause schloss Olic jedoch aus: "Ich bleibe sicher bis zum Sommer."
Möglicherweise verlässt dann mit Bastian Reinhardt ein weiterer Stammspieler die Hanseaten. Das Angebot, das er zur Verlängerung seines in einem halben Jahr auslaufenden Kontraktes erhalten hatte, sei für ihn nicht akzeptabel, sagte der Abwehrspieler. "Es hat mich nicht vom Hocker gehauen", betonte Reinhardt. "In allen Punkten gibt es noch etwas zu drehen", machte der 33 Jahre alte Routinier deutlich. Zunächst wolle er sich aber auf das bevorstehende Trainingslager in Dubai (bis 7.Januar) konzentrieren.
Testspiel des HSV gegen den AC Mailand
Wenn das Flugzeug mit dem HSV-Tross heute Mittag in Fuhlsbüttel abhebt, kehrt Reinhardt kurioserweise dorthin zurück, wo er gerade erst seinen Winterurlaub verbracht hatte. Im Wüstenstaat am Persischen Golf sei das Testspiel des HSV gegen den AC Mailand am kommenden Dienstag (16 Uhr, DSF live) bereits in aller Munde, berichtete der Innenverteidiger.
Für den italienischen Spitzenklub wird dann David Beckham, der für drei Monate von Los Angeles Galaxy ausgeliehen ist, sein erstes Spiel bestreiten. Mladen Petric blickt dem Treffen mit dem englischen Superstar jedoch eher nüchtern entgegen. "Wir spielen gegen Mailand und nicht gegen David Beckham", sagte der Kroate
Wichtiger als der Test gegen den prominenten Kontrahenten sei laut Petric ohnehin, die Grundlagen für eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte zu legen: "Unsere kurzfristigen Ziele haben wir alle erreicht. Jetzt gilt es, die langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren." Nicht mit nach Dubai reisen derweil Frank Rost und Maxim Choupo-Moting. Der HSV-Torhüter laboriert an einer Fußprellung. "Er kann sich noch nicht richtig hinschmeißen und bleibt zur Reha in Hamburg", erklärte Jol. Gegen Mailand erhält Ersatzkeeper Wolfgang Hesl eine Bewährungschance.
Auf der Bank wird U18-Nationalkeeper Marcel Hölscher Platz nehmen. Der 17-Jährige steht sonst für den HSV in der A-Junioren-Bundesliga zwischen den Pfosten. Bei Choupo-Moting hat sich Flüssigkeit am operierten Außenmeniskus gebildet. Eigentlich wollte die Nachwuchshoffnung in Dubai ins reguläre Team-Training zurückkehren.















