Basketball
Alba Berlin kommt mit alten Tugenden zum Erfolg
Mit dem Sieg über Fenerbahce Istanbul bleibt Alba in der Europaliga im Rennen um die Qualifikation für die Zwischenrunde der letzten 16 Teams. Denn die Basketballer besannen sich auf seine gute Verteidigung, die "alte Alba-Tugend".
Von Frank Weiss
Es war weit nach 22 Uhr, als am Dienstagabend die Profis von Alba Berlin frisch geduscht im VIP-Raum der O2 World eintrafen. Trotz aller Müdigkeit war bei jedem Spieler nach dem 72:63-Erfolg in der Europaliga gegen Fenerbahce Istanbul ein Lächeln auf dem Gesicht zu sehen. Und die Verantwortlichen des Basketball-Bundesligisten sparten nicht mit Superlativen. Für Sportdirektor Henning Harnisch war es ein "perfekter Abend" und ein "Basketballfest". Trainer Luka Pavicevic sprach von einer "exzellenten Basketball-Show" seiner Mannschaft.
Die Erleichterung bei allen Beteiligten nach dem Sieg war spürbar. Alba bleibt in der Europaliga im Rennen um die Qualifikation für die Zwischenrunde der letzten 16 Teams. Aus den restlichen drei Partien gegen Tau Vitoria (18.12.), in Badalona (7.1.) und gegen Ljubljana (15.1.), braucht Alba jetzt wohl noch zwei Siege. "Wir standen unter Druck und waren sehr angespannt", sagte Luka Pavicevic.
Spiel nach der Pause gedreht
Und so begannen die Berliner auch das Spiel: unentschlossen bei den Rebounds, fahrig und ohne Fortune im Angriff. Das Spiel drohte ihnen von Beginn an aus den Händen zu gleiten. Man dürfe nicht hadern, wenn es mal schwierig wird, hatte Geschäftsführer Marco Baldi vor der Partie gesagt. Das Team besann sich dann auf seine gute Verteidigung, die "alte Alba-Tugend", wie Harnisch sagte. "Das ist der große Fortschritt zur letzten Saison, dass wir jetzt schon so gut in der Defensive stehen."
Im zweiten Viertel zeichnete sich ab, dass Alba das Spiel drehen konnte. Fenerbahce ließ sich von der Aggressivität in der Verteidigung beeindrucken. "Wir wussten, wir müssen immer weiter arbeiten", sagte Center Adam Chubb. Im Angriff nahm nach der Pause zunächst Ansu Sesay die Sache in die Hand. Elf Punkte gelangen ihm innerhalb weniger Minuten. Sie verhalfen Alba zur Führung.
Henning Harnisch sah "Herz und Wille" bei den Spielern, die nun um jeden Ball leidenschaftlich kämpften: "Gemeinsam mit der Unterstützung der Zuschauer haben wir uns in eine Art Rausch gespielt." 13.189 hatten den Weg in die O2 World gefunden. Wohl auch angestachelt von den vielen lautstarken Fenerbahce-Fans, sorgten sie für eine großartige Atmosphäre.
Neben Sesay überzeugte vor allem der unermüdliche Immanuel McElroy, der vorn wie hinten sein Unwesen trieb und nur eine Minute auf der Bank Platz nahm. "In der zweiten Halbzeit wollten wir den Sieg mehr", so der Flügelspieler. Und Pavicevic sagte, sein Team sei "hartnäckig" geblieben. So sprang der dritte Heimsieg im dritten Spiel in der Europaliga heraus.
Vorteil des direkten Vergleichs verspielt
Die Freude über diesen Erfolg wollte sich niemand verderben lassen. Obwohl Alba den direkten Vergleich gegen Istanbul nicht für sich entscheiden konnte. Adam Chubb hatte zwei Sekunden vor dem Ende beim Stand von 72:60 Mirsad Türkcan beim Korbleger gefoult, der mit einem Bonusfreiwurf schließlich für den Endstand sorgte. Ein Zähler fehlte nach dem 73:82 im Hinspiel, um sich bei Punktgleichheit am Ende vor die Türken zu schieben.
"Darüber bin ich überhaupt nicht enttäuscht", sagte Pavicevic. "Ein Sieg gegen Istanbul ist ein exzellentes Zeichen, das wir nutzen werden." Und Sportdirektor Harnisch befand, man tue sich keinen Gefallen, einen großen Sieg aus diesem Grund zu relativieren. Dennoch wurde eine Weile gerätselt, wie denn eine Punktgleichheit zwischen beiden Teams aufgelöst wird, da beide ihr Heimspiel ja mit jeweils neun Punkten gewannen. "Sie sollten uns mit Istanbul in einen Käfig sperren und wir ringen es dann aus", schlug ein gut gelaunter Casey Jacobson vor.
Das wird nicht nötig sein. Bei Punktgleichheit zwischen Alba und Fenerbahce entscheidet nun das Korbverhältnis aus allen Spielen.
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