Euroleague
Alba kämpft Istanbul mit 72:63 nieder
Alba Berlin hat sich für die Niederlage in Istanbul revanchiert. Die Berliner Basketballer schlugen Fenerbahce Istanbul in der O2 World mit 72:63. Es war ein wichtiger Sieg gegen den ärgsten Konkurrenten in der Gruppe. Doch Kai Pflaume brachte noch etwas Liebe in die Halle.
Von Frank Weiss
Es war kurz vor Spielende, als die Fans von Fenerbahce Istanbul dem Spielfeld den Rücken kehrten. Alba Berlin war zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu einem wichtigen Sieg. Mit dem 72:63 (27:30) bleiben die Berliner in der Europaliga weiter im Rennen um die Qualifikation für die Zwischenrunde. Alba bleibt außerdem in der Königsklasse zu Hause weiter ungeschlagen. "Wir haben die Gunst der Stunde genutzt", sagte Spielmacher Steffen Hamann. "In der zweiten Halbzeit haben wir das gezeigt, was uns zuvor nicht gelungen ist."
Einen Vorgeschmack auf die Stimmung in den kommenden 40 Minuten bekamen die Alba-Profis bereits beim Aufwärmen. Sie waren schon auf dem Parkett, als 32 Minuten vor Spielbeginn auch das Team von Fenerbahce Istanbul in die Arena trabte, empfangen von lautstarken Sprechchören der rund 2000 türkischen Fans unter den 13.189 Zuschauern.
Die Ausgangslage war klar. Um noch eine realistische Chance auf das Erreichen der Runde der letzten 16 Mannschaften zu haben, musste Alba die Partie gewinnen. Fenerbahce reiste als Tabellenvierter nach Berlin, der noch die Qualifikation zur Zwischenrunde bedeutet, und lag damit genau einen Platz vor Alba. Auch im Programmheft war daher von einem "Vier-Punkte-Spiel" die Rede. Basis für einen Erfolg sollte eine aggressive Verteidigung sein, die Alba über weite Strecken der Saison bisher auch zeigte. In der Offensive allerdings, hatten die Berliner zuletzt ihre Probleme.
So war es auch zu Beginn der Partie. Nach kurzer Anlaufphase, übten die Türken den größeren Druck aus. Alba zeigte sich merkwürdig lethargisch bei den Rebounds und erneut ohne Rhythmus im Angriff. Auch freie Würfe verfehlten ihr Ziel. So lag man nach dem ersten Viertel mit 10:19 zurück. Istanbul bekam unter dem Alba-Korb oft eine zweite Chance zum Punkten. So war ein Europaliga-Spiel nicht zu gewinnen.
Mehr Schwung im zweiten Viertel
Das dürfte auch Trainer Luka Pavicevic seinen Schützlingen in der Viertelpause deutlich gemacht haben. In der Folge war mehr Zug im Spiel von Alba. Das zeigte sich sofort in einigen gelungenen Offensivaktionen. Der Gegner erzielte nur noch elf Punkte bis zur Pause. Die Berliner trafen nun auch besser und kamen bis auf zwei Punkte heran. Der Hallensprecher war bemüht die Berliner Fans immer wieder zur Unterstützung zu animieren, da die Fenerbahce-Anhänger für viel Stimmung sorgten. Der Ausgleich gelang Alba zwar nicht, doch immerhin gewann Alba den zweiten Durchgang mit 17:11 und konnte bei einem Halbzeitstand von 27:30 wieder Hoffnung schöpfen.
Immerhin war Alba-Fan Dani in der Pause glücklich. TV-Moderator Kai Pflaume erschien auf dem Parkett und überraschte die Berlinerin für seine Sendung "Nur die Liebe zählt" mit ihrem Freund, der eigens aus Australien eingeflogen war. Es schien, als konnte er auch Alba Glück bringen. Zwar zog Istanbul schnell wieder auf neun Punkte davon, aber Ansu Sesay (am Ende Topscorer mit 17 Punkten) brachte Alba in dieser Phase zurück ins Spiel. Bei einer 14:1-Serie der Berliner erzielte er allein neun Punkte. Alba ging mit 41:37 in Führung. Die Partie war jetzt endlich offen.
Die Berliner gewannen immer mehr Sicherheit bei ihren Würfen und verteidigten weiter gut. Als Immanuel McElroy zwei Konter mit einem Dunking zum 69:55 abschloss, durfte Alba sogar darauf hoffen, den direkten Vergleich zu gewinnen. Das Hinspiel hatten sie mit neun Punkten verloren. Jetzt waren auch die türkischen Fans merklich ruhiger geworden. Sie mussten mit ansehen, wie ihr Team völlig den Faden verlor. Alba war nun nicht mehr zu stoppen. Es gelang zwar, das Hinspielergebnis mit zu egalisieren, doch nun kommt das Korbverhältnis zu tragen. Und da hat Alba schlechte Karten.
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