Alba
Jenkins-Verletzung wirft Alba weit zurück
Freiwürfe verhalfen Alba am Sannabend zum Sieg. In der Terminhatz zwischen BBL und Europaliga bleibt außerdem zu wenig Zeit, sich auf den nächsten Gegner einzustellen.
Die siegbringenden Freiwürfe sah Adam Chubb schon vor seinem geistigen Auge. Der Center von Basketball-Bundesligist Alba Berlin trat bei dem dramatischen 64:63-Erfolg gegen Braunschweig zwei Sekunden vor dem Ende an die Linie. Zuvor hatte der Gegner eine Auszeit genommen, um den Schützen aus der Ruhe zu bringen. Vergeblich. Chubb verwandelte zwei Mal und Alba kam noch einmal mit einem Sieg davon.
"Man muss an sich glauben, darf nicht zweifeln", sagte der Matchwinner später. "Die Auszeit sah ich als Möglichkeit, mir vorzustellen, wie ich die beiden Freiwürfe reinmache. Glücklicherweise hat es geklappt." Es hatte schon etwas Ironisches, das ausgerechnet zwei Freiwürfe Alba am Ende den glücklichen Sieg brachten, liegt das Team doch hier mit einer Quote von nur 68,2 Prozent auf Rang 13 in der Bundesliga.
Derzeit gibt es jedoch größere Probleme als das der Freiwürfe. Gegen Braunschweig verspielte das Team eine Führung von 22 Punkten, vor allem, weil es in der Offensive den Rhythmus verlor. Im Angriff liege derzeit "definitiv" das Problem, sagt Geschäftsführer Marco Baldi. In vier Spielen in Folge gelangen Alba jetzt keine 70 Punkte. Berlins Trainer Luka Pavicevic, der kurioser Weise von einem "exzellenten Sieg" sprach, sieht "Schwächen im Abschluss".
Fragt man nach den Gründen dafür, fällt schnell der Name Julius Jenkins. "Wir haben versucht, das Team so zu bauen, jeden Spieler ersetzen zu können", sagt Baldi. "Doch Julius fehlt an allen Ecken und Enden." Und das wohl auch im vorentscheidenden Europaligaspiel am Dienstag gegen Istanbul.
Die Doppelbelastung mit den Spielen auf hohem internationalem Niveau scheint Alba einiges abzuverlangen. Dabei ist weniger die körperliche Anstrengung problematisch als fehlende Vorbereitungszeit. Vor dem Braunschweigspiel stand dafür praktisch nur ein halber Tag zur Verfügung. "Es bleibt einfach wenig Zeit, sich auf den Gegner einzustimmen", sagt Baldi. "Braunschweig dagegen hat das gut gemacht." Das sehen die Spieler genauso. "Training ist oft anstrengender als ein Spiel", sagt Casey Jacobsen. "Es braucht aber Zeit, eine Strategie zu implementieren."
Hinzu kommt, dass in der Europaliga schnell zwei Auswärtsniederlagen kassiert sind, was mit der Pleite in Bamberg eine kleine Negativserie zur Folge hatte. "Uns fehlt es derzeit an Überzeugung und Konsequenz", sagt Baldi. "Es wird zu viel überlegt, das hemmt den Fluss." So bleibt Alba nichts anderes übrig, als aus dem knappen Sieg gegen Braunschweig Selbstvertrauen für das Istanbul-Spiel zu ziehen. "Das müssen wir", sagt Adam Chubb. "Es war zwar nicht schön, aber es war ein Sieg."
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