Basketball
Alba gibt sicheren Sieg fast noch aus der Hand
Alba Berlin hat in der Basketball-Bundesliga nur mit viel Mühe die dritte Saisonniederlage abwenden können. Der Titelverteidiger verlor zwischenzeitlich völlig den Rhythmus. Alba zitterte sich dann zu knappen einem 64:63-Sieg gegen die Phantoms Braunschweig. Das reichte allerdings für die weiter Tabellenführung.
Von Frank Weiss
Kurz vor der Halbzeit war Zeit für ein Kabinettstück. Steffen Hamann lief einen Konter allein auf den Korb des Gegners zu, warf den Ball dann aber noch einmal in die Luft, damit der heranfliegende Immanuel McElroy per Dunking spektakulär verwandeln konnte. Da ahnte noch niemand, wie dramatisch die Partie verlaufen würde. Am Ende zitterte sich Basketball-Bundesligist Alba Berlin zu einem 64:63 (38:22) gegen die Phantoms Braunschweig. Nach drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge war es ein wichtiger Sieg für Alba.
An das Verlieren, da wolle man sich gar nicht erst gewöhnen, hatte Sportdirektor Henning Harnisch gesagt. Zuletzt unterlag Alba in Ljubljana, Bamberg und Rom. Da schien es sich gut zu treffen, mit Braunschweig einen Gegner aus der zweiten Tabellenhälfte der Bundesliga in der O2 World zu empfangen. Vor 8608 Fans zeigte sich schnell, dass mit einer konzentrierten Leistung ein Team wie das der Niedersachsen relativ problemlos für die Berliner zu schlagen ist. So hatten die Gastgeber schon nach wenigen Minuten ein kleines Polster von sechs Punkten herausgespielt (10:4/vierte Minute). Bis auf wenige Ausnahmen spielte Alba konsequent in der Verteidigung und zeigte sich in der Offensive verbessert, wo es zuletzt gehapert hatte.
Den Rhythmus völlig verloren
Anscheinend hatte auch Trainer Luka Pavicevic das Gefühl, hier könne nichts mehr schief gehen. Er gab Nationalspieler Johannes Herber eine Chance, der nach vielen Verletzungen bisher nur einen Kurzeinsatz am 16. November gegen Nördlingen absolviert hatte. Im zweiten Viertel baute Alba den Vorsprung aus, er wuchs bis auf 19 Punkte an. Es war also die Gelegenheit, im Angriff wieder Rhythmus aufzunehmen, nachdem Alba in den vergangenen drei Partien jeweils unter 70 Punkten geblieben war.
Braunschweig kam bemüht aus der Kabine, doch die Berliner ließen zunächst nicht viel zu. Nach 25 Minuten betrug die Führung erstmals über 20 Punkte. Dann geschah das, was Pavicevic später so beschrieb: "Wir haben in der zweiten Halbzeit Fehler gemacht, die nicht zu entschuldigen sind." So musste er nach einer 0:9-Serie zum Ende des dritten Viertels mit einer Auszeit eingreifen.
Besserung trat nicht ein. Der Bruch im Spiel - Zeichen von nachlassender Konzentration - ließ sich nicht reparieren. Alba verlor völlig den Rhythmus, der Vorsprung schmolz immer weiter zusammen. Braunschweig war aggressiver und selbstbewusster im Angriff. Die Folge: Alba geriet mit 59:60 in Rückstand (38.). Die Dramatik hielt an. Die Berliner hatten beim Stand von 62:63 zwei Sekunden vor Ende quasi verloren. Aber Braunschweigs Williams Franklin vergab zwei Freiwürfe, sein Team-Kollege Jason Cain foulte Adam Chubb beim Rebound, der bekam seinerseits zwei Freiwürfe und verwandelte nervenstark zum glücklichen Sieg. Ein schönes Geschenk der Gäste am Nikolausabend.
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