Basketball
Albas 1000. Spiel - Sieg gegen Ulm
Sonntag, 2. November 2008 22:36Im 1000. Spiel ihrer Vereinsgeschichte trat Alba Berlin gegen Ulm an. Klar, dass die Albatrosse das Jubiläum mit einem Erfolg krönen wollten. Und das klappte auch. Dabei hatte Alba noch fünf Minuten vor Ende im Rückstand gelegen.
Ratiopharm Ulm vs. Alba Berlin - Das Spiel im RückblickIn den letzten Minuten wurde es immer ruhiger in der Kuhberghalle. Kopfschüttelnd und sprachlos registrierten die 3000 Ulmer Fans, wie das Basketballteam von Alba Berlin auf einmal mit schier traumwandlerischer Sicherheit traf. Vor allem bei Ansu Seasay (mit 17 Punkten bester Alba-Werfer), Immanuel McElroy und Julius Jenkins war jeder Wurf ein Treffer. Bei der Schlusssirene hieß es 85:69 (38:40) für die Berliner, die damit Bundesliga-Erster bleiben.
Welch eine Wendung: Fünf Minuten vor Ende hatte Berlin noch 67:69 in Rückstand gelegen. Doch dann legte der Deutsche Meister eine 18:0-Serie hin. Mit bis zu zwölf Zählern Differenz (22:34/13. Minute) hatte Alba zurückgelegen, das in den ersten 15 Minuten ganz schwach agiert hatte.
„Es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass sie trotz allem noch aufgedreht hat“, sagte Alba-Sportdirektor Henning Harnisch. Er spielte damit weniger auf Rückstände als auf die Tatsache an, dass die Mannschaft von der 31. Minute an (Alba führte 58:57) auf ihren Cheftrainer Luka Pavicevic verzichten musste. Der 40-Jährige musste nach dem zweiten Technischen Foul wegen angeblichen Reklamierens die Halle verlassen. Harnisch war völlig aufgebracht: „So macht das keinen Spaß.“ Er erklärte, vor dem zweiten Technischen Foul habe Pavicevic den Schiedsrichter „in ruhigem Ton gefragt, warum er gerade einen Schrittfehler gepfiffen hat“. Nicht zum ersten Mal fühlen sich die Berliner und dabei speziell Pavicevic von den Schiedsrichtern ungerecht behandelt. „Da muss man intern mit der Liga drüber reden“, wollte Harnisch mehr zu diesem Thema in der Öffentlichkeit nicht sagen.
Für Pavicevic dürfte die Disqualifikation keine Konsequenzen haben, weil es von den Schiedsrichtern keinen gesonderten Bericht zum Verhalten des Trainers gab. In der vergangenen Spielzeit lag der Fall anders, als Pavicevic sich in der Halbzeitpause des Spiels gegen Göttingen massiv mit einem Referee angelegt und wutentbrannt den Ball mit dem Fuß weggeschossen hatte. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe und einer Sperre von einem Spiel belegt. Gestern musste in den letzten Minuten also Assistenztrainer Petar Aleksic einspringen. „Er hat einen guten Job gemacht“, sagte Harnisch. Für Aleksic sicherlich der Höhepunkt eines besonderen Tages: Er feierte gestern seinen 40. Geburtstag.
Durch den Ärger rund um die Disqualifikation ging ein anderes Jubiläum beinahe unter. Die Partie in Ulm war für Alba Berlin das 1000. Pflichtspiel in der Klubgeschichte. National und international stehen jetzt 677 Siege 321 Niederlagen gegenüber, zweimal gab es im Korac-Cup ein Remis.BMO


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