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Basketball

Alba zahlt in der Europaliga Lehrgeld

Auch wenn mehr drin war gegen die Türken aus Istanbul, danach fragt am Ende niemand mehr. Jetzt steht für Alba in der Europaliga ein Sieg einer Niederlage gegenüber - und beim in der Gruppe bisher einzigen ungeschlagenen Team von Tau Vitoria wird es nicht einfacher.

Vor Beginn der Europaliga haben zwei Basketballprofis von Alba Berlin, die es wissen müssen, den Unterschied zwischen der Bundesliga und Europas Spitzenklasse gut umrissen. "Du darfst dir in Europa keine Fehler erlauben", sagte Aleksandar Nadjfeji, der bereits mit Köln dort gespielt hat. Steffen Hamann, mit Bamberg einst in der Europaliga am Start, sagte: "Wenn man nicht 40 Minuten lang voll konzentriert ist, ist das Spiel weg."

Besser lässt sich nicht beschreiben, was Alba am Donnerstagabend im mit 3000 Zuschauern nur spärlich gefüllten "Abdi Ipekci"-Sportkomplex erlebte. Ein paar "leichte Fehler in kritischen Situationen", wie es Cheftrainer Luka Pavicevic ausdrückte, ein paar Minuten etwas von der Rolle - schon hatte Fenerbahce Ülker Istanbul 82:73 gewonnen. So etwas nennt man wohl Lehrgeld bezahlen.

Auch wenn mehr drin war gegen die Türken, danach fragt am Ende niemand mehr. Und auch das Lob von Ülker-Coach Bogdan Tanjevic bringt Alba nicht weiter: "Wir wussten, dass es schwer werden würde gegen Berlin, aber so schwer..." Jetzt steht ein Sieg einer Niederlage gegenüber - und beim in der Gruppe bisher einzigen ungeschlagenen Team von Tau Vitoria wird es am kommenden Mittwoch nicht einfacher.

Julius Jenkins herausragend

Auf der positiven Seite bleibt zumindest, dass Julius Jenkins in der Europaliga angekommen ist. Der 27-Jährige kam in Istanbul auf 26 Punkte und hielt sein Team lange im Spiel. Es war für den US-Amerikaner das erste "richtige" Europaligaspiel, nachdem er vor einer Woche beim Sieg gegen Lottomatica Rom schon nach wenigen Minuten wegen einer allergischen Reaktion (der Grund dafür war wohl ein neues, ungewaschenes Trikot) passen musste.

"Wir haben schließlich den Vertrag mit ihm verlängert, auch weil wir glauben, dass Julius auf höchstem Europaliga-Niveau mithalten kann", sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi mit Blick auf die kürzlich erweiterte Zusammenarbeit mit Jenkins bis zum Sommer 2011. Nach zuletzt einigen Problemen mit leichten Verletzungen und erwähnter Allergie habe sich Jenkins "stark zurückgemeldet".

Und der zum "wertvollsten Spieler" der vergangenen Bundesliga-Saison gewählte Jenkins ist auch gefragt, wenn die Berliner bereits wieder morgen (15 Uhr, live bei bbl.tv) in Ulm anzutreten haben. Für Sportdirektor Henning Harnisch kein Problem: "Gerade nach so einer knappen Niederlage wollen die Spieler gleich weitermachen - diese Chance haben sie."

Im 1000. Pflichtspiel in Albas Klubgeschichte (bisher 676 Siege, zwei Unentschieden, 321 Niederlagen) geht es zum einen darum, die Tabellenspitze in der Bundesliga zu verteidigen. "Es soll aber auch das schlechte Gefühl, das man nach der Niederlage erst einmal mit sich herumträgt, aus den Klamotten geschüttelt werden", sagte Baldi. Damit der Deutsche Meister mit Selbstvertrauen von Ulm weiter ins Baskenland nach Vitoria reisen kann.

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