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21.02.12

Eurocup

Alba Berlin findet zurück auf die Siegerstraße

Alba hat im Achtelfinale des Eurocups seinen ersten Erfolg gefeiert: Die Berliner besiegten Benetton Treviso deutlich. Größten Anteil daran hatte der überragende DaShaun Wood.

Gordon Herbert hatte große Worte gesprochen: "Wir spielen um unsere Ehre", hatte Albas Cheftrainer erklärt. Das Berliner Basketballteam war nach vier Niederlagen in vier Spielen in der Zwischenrunde des Eurocups zwar schon ausgeschieden, doch gegen Benetton Treviso sollte die Mannschaft zeigen, dass sie besser ist, als das die bisherigen Ergebnisse vermuten lassen. Versöhnlich wollte man sich vor eigenem Publikum aus dem europäischen Wettbewerb verabschieden. Was auch gelang: 83:74 (41:34) gewann Alba gegen die Italiener.

Zwar wurden die 6124 Fans (noch nie kamen zu einem Spiel auf europäischer Ebene so wenige Zuschauer in die O2 World) auf eine harte Probe gestellt, als Alba im dritten Viertel von allen guten Geistern verlassen schien. Aber am Ende war großer Jubel. Der Aufwärtstrend vom Sieg gegen die Artland Dragons vor drei Tagen hat sich – mit Abstrichen – fortgesetzt. "Das Selbstvertrauen, das wir uns da geholt haben, hat uns heute geholfen", sagte Spielmacher DaShaun Wood, mit 22 Punkten bester Berliner Werfer.

Zweiter Erfolg im elften Spiel

Mit einem Sieg hätten die Italiener den Sprung ins Viertelfinale perfekt machen können, jetzt müssen sie weiter bangen. Dabei stand die Begegnung aus Sicht von Treviso-Coach Aleksandar Djordjevic sowieso unter keinem guten Stern: Der ehemalige Topspielmacher (Spezialität Dreier) hatte als Profi bisher dreimal in Berlin anzutreten – und dreimal unterlag er mit seiner jeweiligen Mannschaft. Erst mit Fortitudo Bologna im Jahr des Berliner Korac-Cup-Erfolges 1995, dann jeweils mit dem FC Barcelona und mit Real Madrid. Seine Negativserie hatte Bestand.

Wobei Treviso alles andere als ein Lieblingsgegner von Alba ist. Es war erst der zweite Sieg im elften Spiel. Der erste Sieg gelang am 31. Oktober 2001 in der Europaliga mit 89:83. Damals stand ein gewisser Sven Schultze in der Berliner Mannschaft. Gestern war der inzwischen 33-Jährige wieder mit von der Partie. "Wir haben auch unseren Stolz und werden alles geben", hatte er angekündigt.

Und es folgten von Beginn an Taten auf dem Parkett. Vor allem Bryce Taylor war gleich voll da. Beim 7:3 hatte er alle Berliner Punkte erzielt. Alba kombinierte gut, war zudem in der Defensive aufmerksam. Bis auf zwölf Zähler bauten die Berliner ihre Führung aus (26:14/9. Minute).

Trotz des Vorsprungs leistete sich Alba anschließend eine Schwächeperiode. Herbert hatte viel gewechselt, was sich als nicht gut erwies. Der Coach nahm eine Auszeit, Center Yassin Idbihi wurde von Herbert kräftig zusammengestaucht. Die Mannschaft hatte für einige Minuten Konzentration und Aggressivität verloren. Der Vorsprung schmolz auf 26:22 (13.). Doch Alba stabilisierte sich danach etwas, Dreier von Marko Simonovic und kurze Zeit später von Taylor brachten das zwischenzeitliche 40:29 (17.). Mit einem Sieben-Punkte-Polster (41:34) ging die Berliner Mannschaft in die Kabine.

Der Schwung der Anfangsphase war jedoch dahin. Alba wirkte plötzlich desorientiert, ruck, zuck schlugen die Italiener zu. Bei 41:42 lag Alba erstmals seit dem 2:3 wieder zurück. Die Defense war unaufmerksam, fast vier Minuten lang gelang Berlin kein Punkt. Idbihi: "Wir sind in alte Fehler verfallen." Einzelaktionen wurden übertrieben und blieben erfolglos, in der Offensive fehlten die Ideen, es wurde viel verworfen. Die coolen Italiener machten es besser – 47:56. Das aus Berliner Sicht desaströse dritte Viertel endete 6:22. Schon wieder ein zehnminütiger Rückfall in schlimmste Zeiten.

Wende im letzten Viertel

Aber es gibt eben auch das andere Alba-Gesicht: Kampf, Willen und ein Dreier von Heiko Schaffartzik brachten unter dem Jubel der Fans das 61:61 (34.), der immer stärker werdende DaShaun Wood (66:63) legte sogar nach. Zwei Minuten vor Ende 75:68, wieder Wood. Dreier zum 78:68. Wer wohl? Natürlich, wieder Wood. Das Spiel hatte doch noch eine schier unglaubliche Wendung genommen.

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