Basketball
Alba feiert 73:61-Arbeitssieg gegen Trier
Alba Berlin hat am Sonntag 73:61 (33:32) gegen TBB Trier gewonnen und Rang vier gefestigt. Die Gäste wirkten aber frischer, sie bestritten ja erst das fünfte Spiel in diesem Jahr – Alba das neunte.
Von Theo Breiding
Wer sich ab und an fragt, was wohl aus all jenen geworden ist, die sich beim Basketball-Bundesligisten Alba Berlin nicht haben durchsetzen können, hat die beste Gelegenheit, auf diese Frage eine Antwort zu bekommen, bei den Duellen gegen TBB Trier. Die Gäste waren am Sonntag mit gleich fünf ehemaligen Berlinern in der O2-World zu Gast, mit Philip Zwiener, Dragan Dojcin, Oskar Faßler, Andreas Seiferth und Joshiko Saibou. Und natürlich mit Alba-Legende Henrik Rödl als Trainer. Wie zu erwarten, wollte sich das Sextett, das als Tabellensiebzehnter gegen den Abstieg spielt, nicht mit dem warmen Applaus zufrieden geben, mit dem es empfangen wurde. Erst nach großem Kampf gewann Alba 73:61 (33:32). "Wir haben 35 Minuten lang das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", sagte Rödl nach dem Spiel. "Am Ende war dann Albas Qualität zu sehen. Die Berliner haben auch verdient gewonnen."
Die Gäste wirkten frischer, sie bestritten ja erst das fünfte Spiel in diesem Jahr – Alba das neunte, worunter allein fünf Auswärtsspiele quer durch Europa waren. Vor allem Zwiener warf sich mächtig ins Zeug und den Ball anfangs öfter in den Korb, als es den Berlinern lieb sein konnte. Er sollte am Ende mit 19 Zählern bester Werfer der Gäste werden. Zudem bereitete Linkshänder Nate Linhart (17) den Berlinern Probleme, Alba lief fast die ganze erste Halbzeit einem Rückstand von mal zwei, mal fünf Punkten hinterher.
Mit Erleichterung dürften die 9783 Zuschauer in der O2-World zur Kenntnis genommen haben, dass Center Torin Francis in der sechsten Minute nach dem Haarriss im Unterarmknochen, den er sich drei Wochen zuvor in Treviso zugezogen hatte, wieder ins Alba-Spiel eingriff. Große Impulse konnte er nicht setzen, Alba warf und traf zumeist aus der Distanz. Aber auch nach sechs Dreiern von fünf verschiedenen Schützen (DaShaun Wood/2, Bryce Taylor, Marko Simonovic, Heiko Schaffartzik, Sven Schultze) lag Alba noch 19:21 zurück.
Coach Gordon Herbert war zuletzt unzufrieden mit der Verteidigung seines Teams gewesen und hatte wohl auch das Training unter der Woche dementsprechend gestaltet. Auf jeden Fall zog die Berliner Defense jetzt an. Nach 17 Minuten stand es durch Taylor 26:26, Wood sorgte mit der Sirene dafür, dass Alba zur Halbzeit 33:32 führte. Es blieb auch in der Folge unerklärlich, warum Trier im Tabellenkeller steht. Die Mannschaft spielte mit Herz, ließ nicht locker und kämpfte sich immer wieder heran. Nach dem dritten Viertel stand es genauso unentschieden (48:48) wie fünf Minuten vor Schluss (56:56).
Wood Berlins bester Werfer
Ein Herzschlagfinale blieb vor allem dank Taylor aus, der zusammen mit Schaffartzik und Wood dafür sorgte, dass sich Alba vorentscheidend absetzte (67:58/39.). "Es war das harte Spiel, das ich erwartet hatte. Trier hat viele Spiele gegen gute Teams nur knapp verloren", bilanzierte Albas Coach. "Trier hat 35 Minuten lang das Tempo diktiert. Wir haben dann mit viel Energie den Sieg erzwungen." Genau so, sagte Herbert, müsse seine Mannschaft auch am Dienstag (20 Uhr; O* World) gegen Vilnius auftreten, um die letzte Chance auf ein Weiterkommen im Eurocup zu wahren. Beste Berliner Werfer waren Wood (19 Punkte), Taylor (18) und Schaffartzik (14).
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