Alba Berlin
Center Idbihi fehlt beim Spiel gegen Göttingen
Der Basketball-Klub aus Berlin ist zwar Favorit, Coach Gordon Herbert erwartet gegen den Tabellenletzten aber eine Steigerung – etwa vom US-Amerikaner Kyle Weaver, der seine gute Form noch nicht wiedergefunden hat.
Von Sebastian Arlt
Alles Kopfsache. Meint zumindest Gordon Herbert, der Cheftrainer von Alba Berlin, mit Blick auf das Bundesligaspiel am Sonntag (17 Uhr, O2 World) gegen die BG Göttingen. "Es wird vor allem entscheidend sein, wie bereit wir in mentaler Hinsicht für die nächste Aufgabe sind", sagt der Kanadier. Die Ausgangssituation ist ganz klar: Die Berliner, auf Tabellenplatz vier stehend, sind klarer Favorit gegen Göttingen, das erst zwei Siege auf seinem Konto hat und abgeschlagen am Tabellenende steht.
Da könnte die Gefahr bestehen, dass sich das Albateam zu sicher fühlt und nicht mit voller Energie zur Sache geht. Herbert wird immer wieder davor warnen. Wie diese Warnungen angekommen sind, ist am Sonntag zu beobachten. Die Partie ist für Alba eine wichtige Etappe auf dem Weg zurück zu der Stärke, die man bis Weihnachten hatte, die aber dann verschüttgegangen war – eine Serie von drei verlorenen Partien ließ Berlin von Rang eins auf vier abstürzen. Jetzt geht es darum, erst einmal die Grundlagen wie bedingungslosen Einsatz und aggressives Abwehrverhalten zu stabilisieren. Beim Sieg zuletzt gegen Ludwigsburg klappte das schon gut. Spielerisch ist allerdings noch sehr viel Luft nach oben.
Weaver läuft seiner Form hinterher
Auch weil einige Spieler ihrer guten Form aus der Erfolgsphase hinterherlaufen. Ein Beispiel dafür ist Flügelspieler Kyle Weaver, der auch nach dem Sieg gegen Ludwigsburg "gar nicht zufrieden mit meiner Leistung" war. Bei Weaver zeige sich der "klassische Effekt nach drei Niederlagen", hat Marco Baldi, der Berliner Geschäftsführer, festgestellt. "Er grübelt zuviel." Der 25-jährige US-Amerikaner ist verunsichert. "Manchmal ist es nicht gut, wenn du morgens aufwachst und schon im Badezimmer an Basketball denkst", sagt er zwar selbst. Aber wenn man gerade in einem Negativlauf drin ist, "kann man das nicht einfach aus dem Kopf streichen", wie Baldi meint. Ein spielintelligenter Profi wie Weaver sei da "eher anfällig".
Wobei Weaver noch ein spezieller Fall ist. Mitte Dezember starb seine Großmutter, zu der er ein sehr enges Verhältnis hatte. Er reiste für ein paar Tage zur Beerdigung in die USA. "Vielleicht hat mich auch ihr Tod, der Besuch bei meiner Familie und die Beerdigung ein wenig aus dem Rhythmus gebracht." Jetzt arbeite er daran, "dass ich wieder in die Spur komme."
Yassin Idbihi, der sich vor knapp zwei Wochen einen Muskelfaserriss im linken hinteren Oberschenkel zugezogen hat und seinem Team seit drei Spielen fehlt, wird auch am Sonntag nicht dabei sein. Ein Einsatz des Centers, dessen Fehlen sich negativ bemerkbar gemacht hatte, käme zu früh. "Sicher wäre es schön, wenn Yassin wieder mitspielen könnte", meint Herbert. "Aber es macht keinen Sinn, ein unnötiges Risiko einzugehen, sonst fällt er vielleicht zwei bis drei Monate aus."
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