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11.10.10

Alba-Geschäftsführer Baldi

"Wir sind eben nicht auf Top-Niveau"

Alba ist raus und wird nicht in der Europaliga mitspielen. Alba-Geschäftsführer Marco Baldi nennt Gründe für das Scheitern seiner Mannschaft.

Morgenpost Online: Herr Baldi, wie würden Sie Ihre Gefühle beschreiben?

Marco Baldi: Es ist schon ziemlich enttäuschend. Wir haben unsere Chance gehabt und sie nicht genutzt. Das ist ein Schlag, den man erst mal verdauen muss. Voriges Jahr war es ähnlich – und wir haben am Ende das Finale des Eurocups erreicht. Aber es geht nicht, dem jetzt etwas Positives abzugewinnen. Das tut weh und ist nicht schön, aber damit müssen wir leben.

Morgenpost Online: Woran hat es gelegen?

Marco Baldi: Im dritten Viertel sind wir fest geworden, haben keine Antwort gefunden. Wir haben es an Initiative mangeln lassen und unseren Pfad verlassen. Charleroi hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, war gefestigter als wir und hat das mit seiner erfahrenen Mannschaft ausgenutzt. Die Bereitschaft war da, wir haben alles gegeben, aber keinen kühlen Kopf bewahrt. Unser Team ist noch nicht bei 100 Prozent, der kollektive Basketball, den wir spielen, bedarf der Abstimmung – und die fehlt uns. Wir sind spielerisch auf einem guten, aber eben nicht auf Top-Niveau, um in dieser Qualifikationsrunde optimal zu bestehen, und konnten so dem Druck nicht standhalten.

Morgenpost Online: Wie geht es jetzt weiter?

Marco Baldi: Wir müssen den Schmerz zulassen. Es gibt keinen Grund, an der Mannschaft zu zweifeln – noch nicht. Wir müssen diesen Rucksack mitnehmen und das Beste daraus machen.

Morgenpost Online: Welche Folgen hat das Europaliga-Aus?

Zum einen hätten wir Berlin und unseren Fans natürlich gerne die beste Basketball-Liga nach der NBA geboten. Zum anderen hat das natürlich auch wirtschaftliche Konsequenzen, auch wenn wir nicht mit der Qualifikation kalkuliert haben. Das ist nicht der Schritt, den wir uns gewünscht haben, kein Rückenwind für die Bundesliga-Saison. Wir stehen jetzt wieder mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

Morgenpost Online: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus diesem Scheitern?

Wir haben diese Mannschaft nicht zusammengebaut, um auf Teufel komm raus die Europaliga zu erreichen, sondern sie soll am Ende der Saison die Meisterschaft gewinnen. Dafür werden wir alles tun – und dann wären wir ja auch direkt für die Europaliga qualifiziert. Aber das wird ein langer, steiniger Weg.

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