Basketball
Alba hat nach erfolgreichen Tests ehrgeizige Ziele
Dienstag, 7. September 2010 11:31 - Von Theo BreidingHenrik Rödl wird beim Testspiel gegen Trier offiziell nach 17 Jahren in Berlin von Alba verabschiedet. Nach diesem emotionalen Abend wird es dann aber gleich ernst für das Team um Luka Pavicevic.
Die Basketballer von Alba bestreiten am Dienstag nach den ersten beiden gewonnenen Testspielen, dem 87:70 gegen den slowenischen Erstligisten Pivovarna Lasko noch im Trainingslager in Krajnska Gora und dem 64:42 gegen den Mitteldeutschen BC in Oranienburg ihr drittes Vorbereitungsspiel für die kommende Saison. Zu Gast wird um 19 Uhr in der O2 World BBL-Konkurrent Trier, ein Team, bei dem die Schlangen an den Vorverkaufskassen eher überschaubar sind. Und trotzdem hat dieses eine Spiel ein ganz gewisses Etwas: Henrik Rödl, seit dem Sommer Cheftrainer an der Mosel wird nach 17 Jahren in Berlin von Alba verabschiedet. Vor dem Spiel ein Film auf dem Videowürfel, Blumen und Geschenke für den ehemaligen Kapitän, kleinere Reden, Händeschütteln – bestimmt ein bewegender Moment.
Nach dem Abend der großen Emotionen wird es, egal, ob sich noch zwei weitere Testgegner finden lassen oder nicht, ziemlich schnell bitter ernst für das Team von Luka Pavicevic. Am 21. September startet Alba auswärts im französischen Roanne in die erste der drei K.o.-Runden der Qualifikation zur Euroleague. Nichts Neues, eigentlich, denn auch schon in der vergangenen Saison hatten Berlins Basketballer die ersten Endspiele, bevor die Saison überhaupt losgegangen war. Und irgendwie auch Alba-typisch: Alles, der Druck, die Ziele, Meister und Pokalsieger zu werden und sich in Europa bestmöglich zu verkaufen, ist wie immer – und doch ist auch alles ein wenig anders. Nicht nur, weil ein Ex-Spieler, Mithat Demirel, einem anderen, Henning Harnisch, als Teammanager nachfolgte.
Immer gewinnen zu wollen und oft klarer Favorit zu sein, sorgt – und auch das ist für alle bei Alba alles andere als neu – für Druck. Druck, den vor allem der Headcoach spürt. „Wir wollen diesen Druck“, sagt Luka Pavicevic. „Denn in dem Moment, in dem er nicht mehr da ist, ist Alba nicht mehr oben.“
Die Vorstellungen der letzten beiden Jahre seines Teams in Europa sind mit dem Erreichen der Top16 der Euroleague (2009) und dem Vorstoß in das Eurocup-Finale (2010) höchst respektabel – der Traum von der Meisterschaft erfüllte sich allerdings nicht. Jetzt nimmt der Serbe mit einem bis auf Julius Jenkins und Immanuel McElroy völlig veränderten Team erneut Anlauf. „Dass wir die Mannschaft so stark verändert haben, hat nichts damit zu tun, dass wir nicht Meister geworden sind. Es war nach rund drei Jahren einfach die Zeit für einen Umbau“, versichert der Coach und erklärt die Kriterien, mit den er seine Mannschaft zusammen gestellt hat. „Einer der Faktoren war, dass wir bessere Schützen gesucht haben und ich glaube, wir haben jetzt eine größere Konstanz bei den Distanzwürfen.“
Zum anderen hat Pavicevic nach Spielern gesucht, „die die Energie, die psychische Stabilität und physische Härte haben, 60 mal das Alba-Trikot zu tragen, dabei 120 Tage quer durch Europa unterwegs zu sein und im nächsten Mai, wenn es um die Meisterschaft geht, so fit und so hungrig zu sein, als wäre es der Saisonstart.“ Pavivecic will „nicht absichtlich in Europa verlieren, um sich dann voll auf die Bundesliga zu konzentrieren“, sondern in dieser Saison in Europa glänzen und in der BBL den ganzen Weg gehen. Wie immer.


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