Basketball
Alba macht das Spiel jetzt schneller
Montag, 6. September 2010 14:18 - Von Sebastian ArltIn ihrem ersten offiziellen Testspiel gegen den Mitteldeutschen BC überzeugte Alba Berlin mit Geschwindigkeit. Besonders die neue Besetzung auf der Spielmacherposition beeindruckte.

Es gilt der Satz von Patrick Femerling: "Wir haben noch ein paar Baustellen", meinte der Kapitän von Alba Berlin nach dem 64:42 (29:18) im ersten offiziellen Testspiel des Basketballteams gegen den Mitteldeutschen BC.Nun sind Vorbereitungsspiele nur bedingt aussagekräftig, doch die Partie in Oranienburg vor 800 Zuschauern ließ dennoch schon einige Schlüsse zu. Sicherlich "fehlt es noch an der Feinabstimmung", wie Femerling eine der besagten Baustellen benannte, aber es war schon ganz ansehnlich, was die Berliner - nach leichten Startschwierigkeiten - boten.
Die Vorbereitungszeit ist knapp bemessen, bereits am 21. September wird es für Alba ernst, wenn das erste Europaliga-Qualifikationsspiel in Roanne ansteht. Wie der Status quo des Teams ist? Albas Cheftrainer Luka Pavicevic ist gespalten: "Wenn man es vom Beginn der Vorbereitung aus sieht, sind wir an einem guten Punkt, mit Blick auf den 21. September sind wir noch ein bisschen hintendran." Gut war bereits die Arbeit in der Defensive, wo zumeist aggressiv und konsequent agiert wurde. "In der Offensive haben wir noch zu kämpfen", gab Pavicevic zu. Noch ist verständlicherweise in der neuen Mannschaft vieles nicht automatisiert.
Der Coach beorderte in Julius Jenkins und Immanuel McElroy zwei Spieler in die Startformation, die bereits in den vergangenen Jahren bei Alba spielten. Hinzu kamen die allesamt überzeugend auftretenden Zugänge Derrick Allen, Marko Marinovic und Tadija Dragicevic, der mit zwölf Punkten bester Werfer der Berliner gegen den MBC war. Dieses Quintett könnte auch im "Ernstfall" erste Wahl sein. Eine Bank mit Femerling, Sven Schultze, Hollis Price, Yassin Idbihi, Bryce Taylor und Lucca Staiger macht deutlich, dass Alba in der Saison 2010/11, zumindest nominell, stärker aufgestellt ist als zuletzt.
Besetzung der Spielmacherposition
Am meisten ins Auge stach die neue Besetzung auf der Spielmacherposition: Marinovic und Price, die beide etwa 20 Minuten zum Einsatz kamen, machen das Spiel der Berliner schneller als es in den vergangenen zwei Jahren war. Was erst einmal attraktiv ist. Pavicevic will aber nichts von einem Systemwandel wissen: "Wir haben vorher auch versucht, schnell zu spielen, wenn es möglich war." Das neue Duo habe wie das alte, Steffen Hamann und Rashad Wright, "seine Stärken und Schwächen". Bei Price und dem momentan stärker wirkenden Marinovic geht jedenfalls bei fast jeder Möglichkeit die Post ab, während man früher oft sah, dass der entsprechende Playmaker eher bedächtig das Spiel aufbaute: erst einmal einen Seitenblick auf Pavicevic werfend, welchen Spielzug der Coach nun anzeigt. "Wir können noch viel schneller spielen, wenn wir noch länger zusammen sind", kündigte Marinovic an.
Da Marinovic/Price korbgefährlicher sind als vormals Wright/Hamann, eröffnen sich nun für die Spieler unter den Körben größere Möglichkeiten. Die Abwehr des Gegners kann nicht unter den eigenen Korb absinken, muss die Berliner Spielmacher attackieren - was Räume für Allen, Femerling und Co. schafft. Eine weitere Erkenntnis: Alba Berlin ist nicht mehr so abhängig von Julius Jenkins wie zuletzt. Was die Berliner unberechenbarer macht. "Es wird jetzt von Spiel zu Spiel besser werden", war sich Femerling sicher. Was am Mittwoch gegen TTB Trier (19 Uhr, O2 World) zu beweisen ist.


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