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Basketball-Weltmeisterschaft

Warum nur ein Alba-Spieler bei der WM ist

Am Sonnabend beginnen die Titelkämpfe in der Türkei. Doch diese WM ist fast Alba-frei. Nur Lucca Staiger spielt im Kader. Der Saisonvorbereitung des Berliner Bundesligisten dürfte es allerdings eher zuträglich sein.

Basketball-EM - Deutschland - Training
Foto: picture-alliance/ dpa/dpa
Nur Lucca Staiger hat den Sprung ins deutsche WM-Team geschafft

Bei den vergangenen beiden Basketball-Weltmeisterschaften 2002 in den USA und 2006 in Japan war Mithat Demirel noch als Spieler dabei. Auch diesmal, bei den Titelkämpfen vom 28. August bis zum 12. September in der Türkei, wird der 32-Jährige zugegen sein, allerdings nur noch als Zuschauer. Der gebürtige Berliner türkischer Abstammung hat seine Karriere beendet und arbeitet inzwischen als Teammanager für seinen Stammverein Alba Berlin. „Eine WM in der Türkei – das kann ich mir doch nicht entgehen lassen“, sagt Demirel voller Vorfreude.

Protagonisten seines Vereins werden ihm dabei nicht viele über den Weg laufen. Genau gesagt: nur einer. Einzig Lucca Staiger schaffte den Sprung in den Zwölfer-Kader von Bundestrainer Dirk Bauermann, der in der Vorrunde auf Argentinien, Serbien, Australien, Angola und Jordanien trifft. Am Sonntag erwischte es mit Yassin Idbihi den vorletzten Alba-Spieler, der sich noch große Hoffnungen gemacht hatte; aber Berlins neuen Center sortierte Bauermann schließlich doch noch aus. „Es war eine schwere Entscheidung“, sagte der Bundestrainer, „im Endeffekt hat nur eine Nuance den Ausschlag für Christopher McNaughton gegeben.“ Idbihi darf nun statt zur WM ins Trainingslager Albas nach Slowenien reisen – nicht unbedingt die angenehmere Aufgabe für ihn.

Der Saisonvorbereitung des Bundesligisten dürfte es eher zuträglich sein, dass Trainer Luka Pavicevic dabei auf nicht mehr als einen Nationalspieler verzichten muss. Aber etwas befremdlich wirkt es schon: eine fast Alba-freie Weltmeisterschaft. 2002 in Indianapolis standen noch fünf aktuelle Alba-Spieler im Kader und fünf weitere, die einst in Berlin groß geworden waren. In Japan waren es mit Demond Greene jedoch auch nur noch ein aktueller plus sechs ehemalige. Nun sind es einer und vier. Woran liegt es, dass sogar Zweitligist Bayern München mit Greene und dem ebenfalls in Berlin aussortierten Steffen Hamann mehr Aktive ins WM-Rennen schickt als Alba?

Demirel nennt zwei Gründe. „Zum einen“, sagt er, „wären Patrick Femerling und Sven Schultze vielleicht von Dirk Bauermann mitgenommen worden, wenn sie nicht von sich aus abgesagt hätten.“ Das hätte er sogar ziemlich sicher getan. Zum anderen liege es an der veränderten Ausländerquote bei den Bundesligisten. Die Talentequelle Alba Berlin (in Verbindung mit dem TuS Lichterfelde) funktionierte, solange pro Team nur zwei US-Amerikaner zugelassen waren. Demirel: „Als diese Quote fiel, musste auch Alba, um konkurrenzfähig zu bleiben, mehr auf ausländische Spieler setzen.“

Ziel ist das Achtelfinale

Das soll sich ändern. „Es geht in die richtige Richtung“, sagt Demirel und verweist auf die Regelung, dass in der kommenden Saison wieder fünf Deutsche bei jedem Bundesligisten auf dem Spielberichtsbogen stehen müssen. Ab 2012 werden es sogar sechs sein. Und darauf fühlt sich Alba bestens vorbereitet – durch die in den vergangenen Jahren besonders von Henning Harnisch und Henrik Rödl forcierte Nachwuchsarbeit im Verein. „Unser Ziel ist es, Spieler auszubilden und auf allerhöchstes Niveau zu bringen“, erklärt Demirel, „ob das gelingt, wird man sehen.“

Anderen ist es offenbar gelungen, wie die Leistungen eines Tibor Pleiß (Bamberg), Robin Benzing (Ulm) oder Tim Ohlbrecht (Bonn) in der Nationalmannschaft zeigen. Sie bekommen von Bauermann Chancen und nutzen sie auch. Der Bundestrainer analysierte sogar, „das das junge Team sensationelle Fortschritte gemacht“ habe. „Unser Ziel muss es sein, unter die besten 16 Teams zu kommen.“ Demirel hätte sicher seine Freude daran, denn wahrscheinlich wird er erst zu den Play-off-Spielen in Istanbul reisen. Dort möchte er gern einen Lucca Staiger in Topform erleben. Aber nicht nur für seine Leistung interessiert er sich. „Diese deutsche Mannschaft spielt sehr guten Basketball“, findet der Alba-Teammanager. Vielleicht findet ja doch eines der anderen deutschen Talente eines Tages den Weg nach Berlin. Demirel sagt: „Wir haben die Spieler im Blick.“

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