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Basketball

Alba-Spieler Hamann geht - Hollis Price kommt

Überraschende Personalentscheidungen bei Alba Berlin: Der Vertrag mit Spielmacher Steffen Hamann (29), der auch noch für die kommende Saison gegolten hätte, wurde aufgelöst. Für ihn wird ein alter Bekannter das Spiel des Berliner Basketball-Bundesligisten lenken.

Hollis Price
Foto: picture-alliance
Hollis Price spielte bereits vor fünf Jahren bei Alba. Er war der Liebling der Berliner Fans

Hollis Price, der schon in der Saison 2005/2006 für Alba spielte, kehrt nach Sven Schultze und Patrick Femerling als dritter Ex-Alba-Star nach Berlin zurück. Price unterschrieb für ein Jahr. Mit seiner Verpflichtung steht fest, dass nicht nur Steffen Hamann (29), sondern auch Rashad Wright nicht mehr für Alba spielen wird.

Die Trennung von Hamann sei nicht über Nacht zustande gekommen, erklärt Marco Baldi. „Wir haben, als Steffen kam, mit einem langfristigen Vertrag einen gemeinsamen Weg festgelegt“, sagt Albas Geschäftsführer. „Und nach dem zweiten Jahr stand unter dem Strich, dass sich auf beiden Seiten die Erwartungen und Vorstellungen nicht ganz erfüllt haben.“ Sicherlich war der Nationalspieler, der vor seinem Wechsel nach Berlin vor zwei Jahren in Bamberg uneingeschränkt der Star der Mannschaft war, unzufrieden, dass er in seiner ersten Alba-Saison und auch in der vergangenen nur rund 17 Minuten pro Spiel das Vertrauen von Coach Luka Pavicevic bekam und klar im Schatten von Rashad Wright stand.

In der Saison 2005/2006 Kapitän

Die Enttäuschung des Klubs dürfte allerdings nicht kleiner gewesen sein. Hamann wurde nicht zu dem Führungsspieler, der er bei den Brose Baskets war und auch heute noch in der Nationalmannschaft ist. Gesprächsbedarf gab es jedenfalls. „Wenn das so ist, dann setzt man sich zusammen und redet, das haben wir ausführlich getan. Am Ende kam dabei heraus, dass wir den Vertrag verhältnismäßig unkompliziert einvernehmlich aufgelöst haben.“

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Alba-Wechselspiele seit Saisonende

Wenn man mit einem Spieler redet und ein Ende der Zusammenarbeit eine der möglichen Lösungen ist, wäre es fahrlässig, sich nicht nach Alternativen umzusehen. Das hat Alba getan und in Hollis Price jemanden gefunden, den der Klub schon 2006 gern in Berlin gehalten hätte, der dann aber schnell dem Ruf des größeren Geldes nach Sevilla gefolgt war. Wo er dann übrigens mit Patrick Femerling zusammen spielte. „Erst mal finde ich es schade, dass Steffen nicht mehr dabei sein wird“, sagt der 2,13 Meter große Rekord-Nationalspieler, der nach einer Saison aus Antalya zu Alba zurückgekehrt ist. „Aber ich freue mich auch sehr auf Hollis. Er ist ein wirklich kompletter Pointguard, einer, der auch gern den Pass spielt und als Verteidiger viele seiner Gegenspieler ärgern wird. Ein echt guter Spieler und ein echt guter Typ.“

Zu genau diesem Urteil waren vor fünf Jahren nach nur wenigen Spielen auch Albas Fans gekommen. Hollis Price war fast aus dem Stand Publikumsliebling, führte souverän ein Alba-Team, das bis zu der tragischen Rückenmarksquetschung von Kapitän Matej Mamic nicht nur attraktiven Basketball spielte, sondern die Konkurrenz fast nach Belieben dominierte. Price war dem schwer verletzten Mamic damals als Kapitän nachgefolgt. Unvergessen der Moment nach dem Pokalsieg in Bamberg, als Price sich so lange weigerte, die Trophäe anzunehmen, bis Mamic, mittlerweile in der Reha und in Zivil mitgereist, nicht anders konnte, als den Pokal entgegen zu nehmen. Eine Geste, die man in Berlin nicht vergessen hat. Und an die man sich auch gern erinnert hat, nachdem zuletzt doch einige Spieler den Eindruck hinterlassen hatten, dass sie in Berlin nur auf der Durchreise Station machen würden.

„Wir haben nach den Erfahrungen der letzten Saison sehr darauf geachtet, Spieler zu finden, die sich nicht nur verbal zum Klub bekennen“, erklärt Baldi. „Und da gab es bei Hollis nicht das kleinste Fragezeichen. Wir hatten immer lockeren Kontakt zueinander. Hollis hat nicht vergessen, dass Berlin sein Sprungbrett zu den großen Gagen war, die er in den letzten Jahren bekam. Er hat Spaß am Basketball, das sieht man ihm an. Und er ist eine Führungspersönlichkeit.“

Price spielte nach seiner Saison in Berlin mit Femerling in Sevilla, danach in Vilnius/Litauen, für Dynamo Moskau in Russland, in Mailand und Ende vergangener Saison 13 Spiele für Quakenbrück. „Ich hatte immer irgendwie im Hinterkopf, eines Tages zu Alba zurück zu kommen“, erzählt Price. „Als ich dann mit Quakenbrück gegen Alba in der O2 World spielte, habe ich einige Plakate gesehen, die die Fans fünf Jahre zuvor für mich gemalt hatten. Da war ich ganz einfach hin und weg. Ich freue mich sehr darauf, jetzt wieder vor den Fans aufzulaufen, denen meine Art, Basketball zu spielen, so gut gefällt.“

Im Duett mit Marko Marinovic

Price, der noch in Orlando/Florida ist, es aber gar nicht abwarten kann, ins Flugzeug nach Berlin zu steigen, hört gar nicht auf zu schwärmen: „In Berlin habe ich bislang mit Abstand die beste Zeit meiner Karriere verbracht. In der Stadt fühle ich mich zu Hause, jeder spricht Englisch, eine richtige Weltstadt, ich habe nichts als gute Erinnerungen.“

Dass er Steffen Hamann verdrängt hat, tut Price „ehrlich Leid. Ich habe davon gehört, dass sich Alba und er getrennt haben. Steffen ist ein großer Kämpfer und ein guter Typ. Aber mir ist das auch schon passiert und als Spieler muss man akzeptieren, dass solche Wechsel Teil des Geschäfts sind.“

Price wird sich mit dem Serben Marko Marinovic (27), der aus Valencia zu Alba kommt, die Spielmacherrolle teilen. „Ein kompatibles, spielstarkes Guard-Duo“, verspricht Coach Luka Pavicevic, mit einem Leader Hollis Price, „der die hohen Anforderungen und Erwartungen bei Alba aus eigener Erfahrung bestens kennt.“

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