Basketball-Play-off
Alba Berlin droht das Aus im Viertelfinale
Der achtmalige deutsche Meister Alba Berlin steht im Play-off der Basketball-Bundesliga vor dem frühzeitigen Aus. Die Berliner verloren am Donnerstagabend in Frankfurt auch das zweite Spiel der Viertelfinal-Serie "Best of five" gegen die Deutsche Bank Skyliners.
Die Basketballer von Alba Berlin benötigen ein sportliches Wunder, um ihr Ziel, Meister zu werden, noch zu erreichen. Das Team von Luka Pavicevic verlor am Donnerstagabend auch das zweite Viertelfinale der Best-of-5-Serie gegen die Frankfurt Skyliners – und zwar deutlich mit 63:76. Die Berliner hielten nur knapp drei Viertel mit. Danach waren sie vor 5002 Zuschauern in der Höchster Ballsporthalle in allen Belangen unterlegen.
Alba liegt jetzt mit 0:2 zurück, muss am Sonntag (17 Uhr, O2 World) Spiel drei und dann noch die beiden eventuell folgenden Partien gewinnen, um die Serie zu drehen und ins Halbfinale einzuziehen. Diese Wende erscheint nach den beiden Vergleichen gegen Frankfurt allerdings mehr als unwahrscheinlich – der Topfavorit aus der Hauptstadt steht vor dem Aus. "Wir haben jetzt nur noch ein Spiel", gestand Sportdirektor Henning Harnisch, "eine Chance, um am Sonntag in diese Serie zurückzukommen."
Dabei war in den ersten Minuten zu sehen, dass die Berliner in Spiel eins nach der Suspendierung von Jurica Golemac entschlossener auftraten als beim 71:76 zum Auftakt der Serie am vergangenen Sonntag. Dank der wesentlich aggressiveren Alba-Verteidigung gelangen den Gastgebern bei ihren ersten sieben Angriffen nur zwei Körbe. Für die Berliner trafen Immanuel McElroy, Rashad Wright und Derrick Byars – 7:4 (4.). Auch im Angriff wirkte das Team von Luka Pavicevic konzentrierter – mit einer Einschränkung: Von den sechs eigentlich gut heraus gespielten Distanzwürfen im ersten Viertel fand nur der von Byars sein Ziel. Seth Doliboa und Pascal Roller machten es für Frankfurt besser – 12:13 (10.).
Gleich zu Beginn des zweiten Viertels wurde es für die Berliner schnell brenzlig, weil sie Derrick Allen nicht in den Griff bekamen. Frankfurts Forward machte im zweiten Viertel acht seiner zehn Punkte ohne Fehlversuch von der Freiwurflinie – 20:28 (17.). Alba kam mit je zwei Dreiern von Wright und Byars zwar zurück, musste aber noch anderthalb Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit einen Dreier von Jimmy McKinney zum 31:35 schlucken.
Wie schon im ersten Duell verlor Alba das Rebound-Duell gegen die Skyliners erschütternd klar (24:37), und Frankfurts Topscorer Allen (19 Punkte) blieb – mal unterm Korb, mal weit draußen – Albas größtes Problem. Aber noch blieben die Berliner dran und eroberten durch Adam Chubb, mit 18 Punkten bester Werfer, die Führung sogar zurück (48:47/26.).
Die Hoffnung währte nur kurz, denn Frankfurt antwortete postwendend (53:58/30.). Schon zwei Minuten später stand Alba mit dem Rücken zur Wand – 53:63 (33.). Die Berliner trafen nicht, die Cleverness fehlte und Julius Jenkins war mit sechs Zählern ein Schatten seiner selbst. Den ersten Punkt im Schlussviertel machte Blagota Sekulic nach 4:23 Minuten zum 54:69, als sich nach einer 0:11-Serie das Debakel schon abzeichnete. Am Ende hingen bei Alba bereits die Köpfe, als die Schlusssirene noch längst nicht ertönt war. Frankfurt hatte das Spiel endgültig im Griff. Alles sieht danach aus, als müssten sich Pavicevic und sein Team schon am Sonntag mit leeren Händen in einen langen, bitteren Sommer verabschieden.
"Die Mannschaft hat hart gekämpft, um das Spiel offen zu halten", fand Harnisch. "Aber Frankfurt lief heiß, und die letzte Serie hat uns das Genick gebrochen. Wir waren besser als im ersten Spiel und müssen das mitnehmen, was wir gut gemacht haben. Was anderes bleibt nicht, denn wir haben nur noch dieses eine Spiel."
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