Basketball
Alba-Trainer ist verärgert über Schiedsrichter
Luka Pavicevic vermisst den Respekt der Schiedsrichter gegenüber seinem Team. Es sei schwer, den Titel zu holen, wenn "Leute, die das Spiel beeinflussen, dem Team etwas wegnehmen", sagte der Alba-Trainer während einer Pressekonferenz. Das Sportliche wird dadurch zur Nebensache.
Von Sebastian Arlt
Es war 20 Minuten nach dem 74:67 des Berliner Basketball-Teams gegen Ludwigsburg, als Alba-Trainer Luka Pavicevic erstmals in einer Pressekonferenz klar und deutlich seine Sicht der Dinge darlegte. "Es ist schwer, den Titel zu holen, wenn Leute, die das Spiel beeinflussen, dem Team etwas wegnehmen." Rums – volle Breitseite gegen die Schiedsrichter.
Es mangele ihnen an Respekt gegenüber Alba, fuhr Pavicevic fort. Und wenn der Klub seinerseits Kritik übe, "sagt man uns dann nur, wir seien schlechte Verlierer. Das ist Buruburu", meinte der Mann aus Podgorica. "Buruburu", ein südosteuropäischer Ausdruck für "Blabla". Was lange in ihm gärte, wurde am Samstagabend endlich Wut.
Eigentlich hatte sich Marco Baldi vorgenommen, einmal nicht über das leidige Thema zu sprechen. Doch spätestens nach des Trainers Worten war nun der Geschäftsführer von Alba doch wieder damit konfrontiert: Albas öffentliche Kritik am Schiedsrichterwesen in der Liga, die vom Klub ins Feld geführte vermeintliche Ungleichbehandlung durch die Referees, zuletzt der Rückzug aus allen BBL-Gremien – das Sportliche, im Play-off-Viertelfinale trifft Alba auf die Frankfurt Skyliners, scheint momentan fast völlig in den Hintergrund zu treten.
Dann sei man eben ein schlechter Verlierer
Alba hat sich gegen die Liga gestellt, die sich vehement gegen die Vorwürfe aus der Hauptstadt wehrt. Pavicevic liegt ganz auf Klub-Linie. Schließlich müsse dieser sich und seine Investitionen schützen. Der Coach weiß, was Alba von vielen Seiten vorgeworfen wird. Okay, sagt er, dann sei man eben ein schlechter Verlierer. Aber schließlich ginge es um sehr viel für die Spieler, das Trainerteam, alle Verantwortlichen. "Wenn wir verlieren, wird im Klub jeder Stein umgedreht – ich auch." Erfolg ist der Maßstab, an dem eben alle gemessen werden. Und den sieht er durch die Schiedsrichter gefährdet.
Der Klub, der die aus seiner Sicht bestehende Ungleichbehandlung nicht mehr ertragen konnte und wollte, hat sich sehenden Auges in einen Konflikt begeben, in dem er allein steht. Doch die Situation vorher erschien Alba unerträglich. Jetzt sagt Baldi: "Viel schlimmer kann es für uns nicht mehr kommen."
Sicherlich hat die Leistung der Unparteiischen im Spiel gegen Ludwigsburg einmal mehr gezeigt, dass es sehr viel Verbesserungsbedarf gibt. "Wir tun sehr viel", sagt die Liga. "Es tut sich viel zu wenig", entgegnet Alba.
Wer sich in der Szene umhört, weiß auch um die Unzufriedenheit anderer Klubs mit dem Niveau der Schiedsrichter. Dass Alba von niemandem Unterstützung erfahren wird, ist klar. Die Konkurrenz beobachtet interessiert, wie sich die Berliner eine blutige Nase holen.
Auch Julius Jenkins meckerte
Doch bei Alba muss man auch aufpassen, den Spielern jetzt kein Alibi zu bieten. Gegen Ludwigsburg meckerte selbst ein besonnener Profi wie Julius Jenkins – und kassierte prompt ein Technisches Foul. Auch kann der schwelende Konflikt kein Alibi sein, sollte das Ziel Titelgewinn nicht geschafft werden. "Wenn wir diese Flanke aufmachen, ziehen wir keinen einzigen Vorteil daraus", sagt Baldi zwar. "Kein Kalkül" stecke hinter dem Vorgehen.
Doch mit Sicherheit weiß der hochprofessionelle Klub genau, was er wann warum tut. Gegen Ludwigsburg wurde zumindest deutlich: Das Publikum hat sich wie selten zuvor mit Klub und Team solidarisiert. Der Zorn richtete sich mehr denn je lautstark gegen die Schiedsrichter. Als diese wieder einmal vermeintlich falsch lagen, bekam der Geschäftsführer Rückendeckung. Die Fans stimmten "Marco Baldi"-Sprechchöre an.
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