18.04.10

Basketball

44:67 - Alba Berlin verliert Europacup-Finale

Alba hat den großen Wurf auf der europäischen Bühne verpasst. 15 Jahre nach dem Gewinn des Korac-Cups ist der zweite Europapokal-Sieg der Vereinsgeschichte nicht geglückt. Die Berliner verloren das Finale gegen den spanischen Top-Club BC Valencia mit zweistelligem Rückstand.

Quelle: tvb
20.04.10 2:46 min.
Nach fast 27 Stunden Busfahrt sind die Albatrosse nach Berlin zurück gekehrt. Nicht nur die Müdigkeit der langen Fahrt, sondern auch die bittere Niederlage gegen den spanischen Top-Club BC Valencia im Europapokal-Finale steckte ihnen in den Knochen.

Die letzten Minuten taten dem Basketballteam von Alba Berlin und seinen Fans nur noch weh. Vorgeführt von der Mannschaft von Power Electrics Valencia, ging Alba heillos unterlegen im Finale des Eurocups mit 44:67 (22:36) unter. Fassungslos schlichen die Berliner zu ihren mitgereisten Anhängern. Später mussten sie mit versteinerten Mienen mit anschauen, wie die Spanier den Pokal entgegennahmen. "Es ist bitter und schade, dass die Mannschaft nicht für die tolle Saison belohnt wurde, die sie im Eurocup gespielt wurde", meinte Sportdirektor Henning Harnisch.

Am Ende des langen Weges durch Europa war den Berlinern beim Showdown die Luft ausgegangen. Es war zu merken, dass einige angeschlagene Spieler einfach nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Unter dem Strich blieb: Alba war klar unterlegen, es war eine Demonstration der Stärke Valencias. So sah es auch Albas Cheftrainer Luka Pavicevic: "Valencia hat auf seinem Niveau gespielt, wir konnten nicht mithalten."

Schon nach 20 Minuten wirkten die etwa 50 Berliner Fans ziemlich bedröppelt. Denn sehr vieles, was tags zuvor beim Halbfinalerfolg gegen Bizkaia Bilbao so gut geklappt hatte, funktionierte gestern Abend in der Fernando Buesa Arena im spanischen Vitoria überhaupt nicht. In der Defensive waren die Berliner nicht konzentriert genug, in der Offensive fand man zu selten das richtige Mittel.

Was auch daran lag, dass Valencia sehr gut in der Verteidigung stand. Insgesamt war zu merken, dass der Tabellenvierte der spanischen Liga ACB noch einmal um einiges stärker war als Bilbao. Von Anfang an spielten die Spanier ihre Längenvorteile unter den Körben aus. Kostas Perovic (2,17 m), mit 17 Punkten Topscorer der Partie, und Matt Niesen (2,08 m) zogen immer wieder zum Korb – und konnten von Alba nur mit Fouls gebremst wurden. Nach wenigen Minuten hatten Dragan Dojcin und Adam Chubb schon zwei Fouls auf ihrem Konto.

Nur zwei Dreier von Jenkins

Bis zur neunten Minuten, bei einer 10:8-Führung durch Steffen Hamann (gemeinsam mit Derrick Byars mit neun Punkten bester Werfer), war Alba noch in der Lage, das Spiel offen zu halten. Doch die Fehler häuften sich. Ob bei Jurica Golemac oder bei Julius Jenkins, dem lediglich zwei Dreier gelangen und dem man deutlich anmerkte, dass ihm nach mehrwöchiger Pause nach seiner Gehirnerschütterung die Spielpraxis fehlte. "Heute war es unmöglich zu gewinnen", zog er traurig Bilanz. "Unsere Offensive hat nicht funktioniert und defensiv haben wir nicht unsere Form gefunden." Jeder Fehler der Berliner wurde von Valencia gnadenlos ausgenutzt. Pavicevic wirkte am Spielfeldrand verzweifelt. Und es wurden zu allem Überfluss auch noch beste Möglichkeiten vergeben, wie zum Beispiel von Chubb. Im Halbfinale war der US-Amerikaner mit 27 Punkten noch der Mann des Abends gewesen, gestern gelang ihm wenig. Erst nach 23 Minuten kam er zu seinem ersten und auch einzigen Korberfolg.

Die Körpersprache der Berliner ließ nichts Gutes ahnen, als sie zur Halbzeit in die Kabine gingen. Die Spieler aus Valencia hingegen präsentierten sich schon in Siegerpose, gefeiert vom Großteil der 5200 Zuschauer in der Arena. Ein Korb von Nando DeColo in letzter Sekunde ließ Albas Rückstand auf 14 Punkte (22:36) anwachsen.

Würde den Berlinern noch etwas einfallen? Schon oft in dieser Saison hatten sie es geschafft, nach großen Rückständen doch noch zurückzukommen. Aber gegen Valencia gelang das nicht. Die Luft war raus. Über 22:38 hieß es nach 26 Minuten 29:44 aus Berliner Sicht. Man versuchte es mit Dreiern, aber die Distanzwürfe trafen ihr Ziel nicht. Nur 30 Prozent der Feldwürfe fanden ihr Ziel. 44 Punkte insgesamt – noch nie hat ein Team in einem europäischen Finale so wenig Punkte erzielt wie Alba.

Als der Rückstand der Berliner auf 17 Zähler angewachsen war (31:48/29. Minute), begannen die ganz in Orange gekleideten Valencia-Fans schon mit dem Feiern. Sie hatten Recht: Ihrem Team konnte Alba nicht mehr beikommen.

Heimfahrt mit Flugzeug oder Bus

"Man darf jetzt nicht vor Trauer eingehen", meinte Harnisch. Mit dem Abstand von einigen Tagen "werden die Spieler dann auch stolz auf das Erreichte sein können". Jetzt steht heute für das Berliner Team erst einmal eine ungewisse Heimfahrt auf dem Programm. Eventuell mit dem Flugzeug, wahrscheinlicher aber mit dem Bus.

Quelle: BMO
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