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05.04.10

Alba Berlin

Was für Mithat Demirels Rückkehr spricht

Seit dem Wochenende wird spekuliert, ob der ehemalige Publikumsliebling von Alba Berlin, Mithat Demirel als Manager zu seinem ehemaligen Verein zurückkehrt. Für die Personalie könnte es gute Gründe geben. Eine Bestätigung fehlt nach wie vor – ein Dementi allerdings auch.

Seit einiger Zeit ist Mithat Demirel wieder regelmäßiger Zuschauer der Alba-Heimspiele in der O2 World: Von der Tribüne beobachtete der ehemalige Pointguard, oft mit Kollegen aus früheren Zeiten, die Partien des Basketball-Bundesligisten und wurde von den Fans immer mit freundlichem Applaus begrüßt. Höchstwahrscheinlich nimmt der 31-jährige gebürtige Berliner diesen Platz nur noch bis zum Sommer ein. Danach rutscht er ein bisschen tiefer und sitzt auf der Alba-Bank am Spielfeldrand. Denn zur neuen Saison soll er als Nachfolger von Henning Harnisch neuer Teammanager des achtmaligen Deutschen Meisters werden.

Diese Personalie hat eine bestechende Logik: Harnisch könnte seine volle Konzentration der Jugendarbeit widmen. Diese initiierte er vor vier Jahren mit einem neuen Konzept im Alleingang. Seitdem steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die bei Alba Basketball spielen wollen, von Jahr zu Jahr. Die gesamte Betreuung und konzeptionelle Weiterentwicklung dieses immer wichtiger werdenden Feldes würde die volle Arbeitskraft und ungeteilte Aufmerksamkeit des mittlerweile als Sportdirektor und Vizepräsident des Klubs fungierenden Harnisch gut vertragen.

Mit Demirel würde Alba außerdem einen einstigen Publikumsliebling zurückholen, der dem Klub und seiner Heimatstadt nach wie vor sehr eng verbunden und in der Basketball-Welt gut vernetzt ist. Er wäre ab der Saison 2010/11 für alle Abläufe rund um das Profi-Team zuständig. Diese Rolle wäre der eloquenten und intelligenten Identifikationsfigur auf den Leib geschneidert. Harnisch wollte Morgenpost Online dazu nichts sagen. "Wir kommentieren nur Personalien, die perfekt sind", sagte er. Auch Demirel verweigerte einen Kommentar ("ich möchte dazu nichts sagen"), dementierte eine entsprechende Meldung der "BZ" aber auch nicht.

Vor vier Wochen beendete Demirel seine Karriere als Basketball-Profi. Eine Augenverletzung, die seine Sehkraft stark einschränkt, machte eine Fortsetzung unmöglich. Er nahm es relativ gelassen: "Ich hätte sowieso nur noch ein, zwei Jahre weiterspielen wollen. Jetzt ist eben ein bisschen früher Schluss." Zu seinen weiteren beruflichen Plänen wollte er sich bisher nicht näher äußern. Er führe Gespräche, es gebe aber noch nichts Spruchreifes, so der frühere deutsche Nationalspieler.

Kontakte zu den Berlinern, für die er mit einer Unterbrechung von 1997 bis 2005 spielte und in 165 Partien 1131 Punkte erzielte, pflegte Demirel auch nach seinem Abschied: Im vergangenen August fuhr er als Gast mit der Mannschaft von Trainer Luka Pavicevic ins Trainingslager nach Kranjska Gora, und im Februar vermittelte er seinem ehemaligen Klub einen neuen Profi. Cemal Nalga, ein Freund aus gemeinsamen Tagen bei Galatasaray Istanbul, durfte nach seiner Sperre in der Türkei bei Alba mittrainieren. Als sich dann Adam Chubb verletzte, verpflichteten die Berliner den Center, der in den ersten Wochen in der Hauptstadt bei Demirel zu Hause wohnte.

Nach Ostern bestreitet Alba zum ersten Mal in diesem Jahr kein Spiel unter der Woche. Vielleicht nutzen die Berliner diese freie Zeit ja zum Vertragsabschluss mit dem neuen Teammanager Mithat Demirel.

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