Basketball
Alba schafft den Sprung in die Eurocup-Endrunde
Freitag, 2. April 2010 18:37 - Von Sebastian Arlt und Jörg RössnerAlba hat den großen Coup gelandet und sich als erster deutscher Club für die Eurocup-Endrunde qualifiziert. Der Bundesliga-Spitzenreiter gewann das Viertelfinal-Rückspiel gegen Hapoel Jerusalem und machte so die Niederlage aus dem Hinspiel wett. Die Berliner stehen damit im Final Four und treffen im Halbfinale auf Bizkaia Bilbao. Und die Fans in der O2 World waren außer Rand und Band.

Sie tanzten wie nach einer Meisterschaft. Die Spieler von Alba Berlin wollten sich gar nicht mehr einkriegen. Die Zuschauer in der O2 World tobten. Welch ein großer Moment. „Das ist ein tolles Gefühl, unglaublich“, sagte Alba-Center Adam Chubb. Nach dem 72:59 (36:28) über Hapoel Jerusalem steht das Berliner Basketballteam im Final Four des Eurocups, das am 17. und 18. April in Vitoria (Spanien) ausgetragen wird. Gegner im Halbfinale wird Bizkaia Bilbao sein. Nach dem Gewinn des Korac-Cups 1995 ist die Teilnahme am Top4 der größte internationale Erfolg in der Klubgeschichte von Alba.
Ein Team, in dem sich jeder zerriss, ein Coach, der taktisch mit seinen Einwechslungen alles richtig machte, ein Publikum, das den Spielern Flügeln verlieh, damit sie das 61:67 aus dem Hinspiel wettmachen konnte. Es stimmte alles. „Jetzt attackieren wir das Finale“, rief Geschäftsführer Marco Baldi den Fans zu.
Es war alles angerichtet für einen großen Basketballabend: Die Arena am Ostbahnhof war mit offiziell 14500 Zuschauern ausverkauft. Es herrschte die Farbe Gelb vor, viele trugen Shirts in der Klubfarbe. Natürlich war das Berliner Maskottchen, der Albatros, da. Aber auch „Bully“ (von den Eisbären), „Fuchsi“ (von den Handball-Füchsen), „Herthinho“ (von Hertha BSC) und „Berlino“ (von der Leichtathletik-WM) wollten ihrem Kollegen und Alba helfen.
Und das Berliner Team hatte auch alle Unterstützung nötig, denn eine halbe Stunde vor Beginn wurde für die Zuschauer die Befürchtung zur Gewissheit. Julius Jenkins, im Eurocup bisher bester Berliner Werfer, war nicht dabei. Vor einer Woche, bei der Niederlage in Jerusalem, hatte er nach einem Schlag gegen den Kopf eine Gehirnerschütterung erlitten. Der US-Amerikaner war nicht einmal als Zuschauer in der Halle. Mannschaftsarzt Gerd-Ulrich Schmidt: „Allein die Lautstärke wäre für ihn als Rekonvaleszenten sehr schlecht und würde ihm schaden.“
Und die Lautstärke war schon nach zehn Minuten unbeschreiblich. Denn die Berliner lagen mit 20:7 in Front. Voll konzentriert, aggressiv – so präsentierte sich das Team. Nach drei Minuten und 13:5 hatte Alba erstmals einen Vorsprung, der zum Sprung ins Final Four gereicht hätte. Die ersten Minuten gehörten Derrick Byars (insgesamt mit 16 Punkten Topscorer), der allein zehn Punkte im ersten Viertel erzielte. Aber langsam wurde Hapoel nach schwachem Beginn besser. Bis auf sechs Punkte (26:20/15.) schmolz der Vorsprung der Berliner. Die aber schlugen zurück – 36:24 (18.). Trainer Luka Pavicevic wechselte viel, minutenlang standen in Steffen Hamann, Philip Zwiener und Lucca Staiger gleich drei Deutsche gleichzeitig auf dem Parkett. Mit einem 36:28 ging Alba in die Kabine.
Und es wurde noch besser, vor allem, weil die Berliner in der Defensive eine hervorragende Leistung zeigten. Hapoel kam kaum durch, während die Berliner immer wieder mit Drei-Punkte-Würfen trafen. Byars, Rashad Wright und Steffen Hamann („Wenn wir so spielen wie heute, können wir jeden Gegner schlagen“) trafen aus der Distanz. Die Zuschauer tobten, für Verwirrung sorgte nur, dass den Israelis offenbar zwei Punkte zuviel angeschrieben wurden. Doch auch das klärte sich, so dass Alba mit einem 15-Punkte-Polster (52:37) in die letzten zehn Minuten ging.
Ob das reichen würde? Immer wieder kam Hapoel etwas heran, bis auf 65:57 (38.), aber immer wieder fanden die Berliner die richtige Antwort durch hervorragendes Mannschaftsspiel. Wright und Immanuel McElroy behielten an der Freiwurflinie die Nerven. Und dann war nur noch Jubel. Chubb sprach das Schlusswort: „Die Reise ist noch nicht vorbei.“
Erschienen am 31.03.2010


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