Mit den Dragons gegen Alba
Hollis Price kehrt nach Berlin zurück
Die Berlin liebten ihn, aber Hollis Price zog nach nur einem Jahr bei Alba weiter, spielte danach in Sevilla, Vilnius, für Dynamo Moskau und Armani Mailand. Jetzt führt der Weg des ehemaligen Spielmachers wieder nach Berlin. Mit den Artland Dragons aus Quakenbrück ist er in der O2 World zu Gast.
Von Theo Breiding
Die Fans haben ihn geliebt, diesen kleinen knochigen Kerl mit den großen Augen, aus denen der Spielwitz nur so sprühte. Unvergessen, wie er im Finale 2006 Alba gegen Gastgeber Bamberg zum Pokalsieg führte. Aber Hollis Price (30) zog nach nur einem Jahr in Berlin weiter, spielte danach in Sevilla, Vilnius, für Dynamo Moskau und Armani Mailand. Am Sonnabend führt der Weg des ehemaligen Alba-Spielmachers wieder nach Berlin. Mit den Artland Dragons aus Quakenbrück ist er in der O2 World zu Gast (19.55Uhr, live im Morgenpost-Ticker).
"Ich bin gespannt auf Albas neue Arena, denn ich kenne sie schon aus dem Fernsehen von dem NBA-Gastspiel der New Orleans Hornets und dem Final Four der Euroleague im letzten Jahr", erzählt Price. "Von unserem Team damals ist jetzt bei Alba aber nur noch Philip Zwiener dabei."
Dass der 1,86 Meter große Aufbauspieler jetzt wieder in Deutschland Station macht und ausgerechnet in Quakenbrück, liegt daran, dass die Dragons "am hartnäckigsten" um ihn geworben haben. "Ich hatte in Mailand eigentlich einen Zweijahresvertrag, aber der Coach wollte mich das zweite Jahr nicht mehr. Anfang Oktober bin ich zurück in die USA geflogen und habe mich dort mit einem Privat-Trainer fit gehalten, bis der Vertrag aufgelöst war. Im Februar bin ich dann zu den Dragons gestoßen."
Price lebt in Houston/Texas, spielte in Metropolen wie Berlin, Moskau oder Mailand, jetzt hat er es in Quakenbrück mit knapp 13000 Einwohnern eher überschaubar. "Mir gefällt es trotzdem. Vor unseren Fans zu spielen, ist ein echtes Erlebnis, und was die Trainingsmöglichkeiten angeht, müssen sich die Dragons hinter keinem der großen Klubs in Europa verstecken." Nach der langen Zwangspause, die der Pointguard nach der Abreise aus Mailand hinter sich hat, kommt er jetzt langsam wieder in Tritt. "Aber die Berliner werden einen anderen Hollis Price sehen als noch vor fünf Jahren. Damals habe ich vor allem auf meine Schnelligkeit gesetzt, heute versuche ich mehr, das Spiel wie ein Coach zu lenken." Aber schnell ist er immer noch.
Quakenbrück ist derzeit Neunter der Bundesliga, also auf dem ersten Platz der Tabelle, der nicht mehr zur Play-off-Teilnahme berechtigt. "Wir kommen nach Berlin, um zu gewinnen", sagt Price. "Denn im Rennen um die letzten Play-off-Plätze wird es mit Sicherheit noch richtig eng."
Marko Beens, Manager der Artland Dragons, würde die Punkte sicher genauso gern mit nach Quakenbrück nehmen wie sein nachverpflichteter Spielmacher. Er sieht dem Spiel in Berlin aber mit gemischten Gefühlen entgegen. Denn sein Klub ist der erste nationale Gegner Albas, nachdem sich sein Berliner Kollege Marco Baldi in der Morgenpost öffentlich über die Schiedsrichter beschwerte. "Diese Vorwürfe sind für mich inhaltlich lächerlich. Man kann jeden Klub anrufen und dann hören, dass sich jeder benachteiligt fühlt", sagt Beens. "Aber ich glaube, Marco wusste genau, was er tat. Er wollte vielleicht davon ablenken, dass sein Team von den letzten zehn Spielen in Deutschland nur fünf gewann." Die Schiedsrichter würden heute jedenfalls bei jedem ihrer Pfiffe im Fokus stehen: "War das jetzt pro Alba – oder nicht?" Diese öffentliche Kritik sei "nicht zielführend", wenn man die Qualität der Unparteiischen in der Liga verbessern wolle.
Dirigent auf dem Spielfeld: Hollis Price Foto: pa/Sven Simon
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