Basketball-Eurocup
Alba Berlin gewinnt und steht im Viertelfinale
Lange Zeit sah es nicht gut aus für die Berliner Basketball-Profis von Alba Berlin. Doch dann konnten sie das Spiel gegen Badalona zu ihren Gunsten drehen. Die Berliner haben sich damit einen Traum erfüllt: Sie ziehen ins Viertelfinale des Eurocups ein.
Von Sebastian Arlt
Der eine herzte den anderen, Alba Berlins Trainer Luka Pavicevic bedankte sich bei jedem Spieler. Unter dem Beifall der enttäuschten, aber fairen spanischen Fans genoss das Berliner Basketballteam den wichtigen Sieg. 68:62 (20:26) bei Joventut Badalona – Alba hatte dieses Spiel, in dem es um alles oder nichts ging, gewonnen. Und wie groß die Erleichterung war, dokumentierte sich eben in den Jubelszenen auf dem Parkett.
Trotz vieler Rückschläge in den vergangenen Wochen (Verletzungen, zuletzt nur ein Sieg in vier Spielen) mobilisierte Alba noch einmal alle Kräfte. Und steht jetzt im Viertelfinale des Eurocups, nach der Europaliga die zweithöchste Klasse in Europa. "Darauf können wir stolz sein", meinte der glückliche Geschäftsführer Marco Baldi. Zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte hat der Berliner Klub nun die Runde der besten Acht in einem europäischen Wettbewerb erreicht; nach 1995 und 1996 im Korac-Cup, 1998 in der Europaliga und 2001 in der SuproLeague. Gegner ist jetzt am 24. und 31. März Hapoel Jerusalem. Ein bisschen darf vom Final Four geträumt werden. "Jetzt wollen wir dahin", sagte Baldi.
Badalona hatte noch einmal alles mobilisiert. Mit Freikartenaktionen sollten möglichst viele Anhänger in den eigentlich 12800 Besucher fassenden "Palau Municipal Olympic" gelockt werden, in dem aber nur 8000 Plätze geöffnet waren. Am Ende kamen 5980 Fans. Die große Hoffnung ruhte natürlich auf dem neuen Trainer "Pepu" Hernandez (führte Spanien 2006 zum WM-Titel), der Joventut gestern Abend zum ersten Mal betreute. Man dürfe "keine Wunderdinge" nach gerade einmal zwei gemeinsamen Trainingseinheiten erwarten, aber bedingungslosen Einsatz hatte er bei seiner offiziellen Vorstellung am Montag schon versprochen, vor diesem echten Finale um den Viertelfinal-Einzug.
Alba hatte gleich einen guten Start, schnell stand es 9:2, anfangs war nur den Spaniern Verunsicherung anzumerken, die gut sechs Minuten lang nicht trafen. Doch Alba konnte das nicht nutzen, baute Joventut mit Fehlern eher auf. Nun punktete Alba seinerseits kaum noch. Kein Wunder, dass es nach zwölf Minuten 13:18 stand. Zwischenzeitlich musste Spielmacher Rashad Wright lange behandelt werden, der bei einem brutalen Schlag von Antonio Bueno dessen Finger ins rechte Auge bekommen hatte. Doch Wright biss auf die Zähne und kam aufs Feld zurück.
Wie schon gegen Bamberg drei Tage zuvor – Alba traf erst einmal nicht aus der Distanz. Beim 20:26 zur Pause hatte erneut nur ein Dreier bei acht Versuchen sein Ziel gefunden. Von Minute zu Minute war das Spiel der Berliner fahriger und hektischer geworden. Dem fragilen Gebilde Alba schien zu diesem Zeitpunkt wie in den vergangenen Spielen die Sicherheit, auch die Überzeugung und der Glaube in die eigene Stärke zu fehlen.
In der 23. Minute hieß es 22:32. Noch einmal kam Hoffnung auf, als zwei Dreier von Derrick Byars (11 Punkte) Alba bis auf 33:36 heranbrachten. Doch schnell stand es wieder 33:42. Die Spanier spielten wahrlich nicht berauschend. Und die Berliner kämpften, was belohnt wurde. "Wir sind in dieser Schlacht über unsere Grenze gegangen", lobte Baldi. Bei 40:42 waren die Berliner sieben Minuten vor Ende wieder voll im Spiel, Blagota Sekulic brachte sie sogar mit 44:43 in Führung (34.), zwei Minuten vor Ende 56:49, Wright sogar zum 58:49 gut eine Minute vor Ende. Noch 36 Sekunden und 60:55. Wright behält die Nerven – 62:55. Joventut gibt nicht auf, aber Immanuel McElroy (mit 14 Punkten bester Werfer) und Wright kontern mit Freiwürfen zum 68:62. Dann durfte gejubelt werden.
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