Basketball
Alba Berlin erwartet die "Lieblingsfreunde"
Berlins Basketball-Bundesligist spielt am Abend in der O2 World gegen die Baskets aus Bamberg. Deren Trainer Chris Fleming hat dem Topteam aus der Hauptstadt schon so manche Niederlage zugefügt. Zuletzt warf er Alba aus dem Pokal.
Die "Lieblingsfreunde" kommen. So nannte Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi die Baskets aus Bamberg, die am heutigen Sonnabend in der O2 World zu Gast sind (19.55 Uhr, DSF live) schon zu Zeiten, als Bundestrainer Dirk Bauermann die Franken in die Klassiker gegen seinen Klub führte. Seit 2008 steht beim Dauerrivalen einer an der Seitenlinie, der in Baldis Liste der "Lieblingsfreunde" ebenfalls weiter oben stehen dürfte: Chris Fleming, der Alba vor gut drei Wochen aus dem Pokal warf (77:79) und den Berlinern damit nicht zum ersten Mal richtig weh getan hat.
Bambergs Trainer ziert sich, über die Genugtuung eines Sieges gegen Alba zu reden, spricht lieber "von der großen Herausforderung, gegen Alba zu spielen. Ein Team, das bei den Duellen fast immer Tabellenführer ist und sich seit Jahren international gut verkauft."
Bevor Fleming mit dem Mannschaftsbus wie am Freitag aus dem Süden über die A9 anreiste, fuhr er von 2002 bis 2008 mit den Artland Dragons von Westen über die A2 nach Berlin. "Ich kam 1994 als Spieler nach Quakenbrück, als das Team in der zweiten Regionalliga spielte. Dann kamen ein Jahr in der Regionalliga und vier Jahre in der zweiten Liga. Als ich als Spieler zu schlecht wurde, hat man mich zum Trainer gemacht", scherzt Fleming in fehlerfreiem Deutsch. Er blieb nicht nur in Deutschland, weil ihm "in Quakenbrück die Chance gegeben wurde, sich als Trainer zu entwickeln", sondern auch aus privaten Gründen: "Ich lernte dort 1998 meine Frau Anne kennen, wir haben 2007 geheiratet, unser Sohn Elias ist jetzt zwei Jahre alt."
Als der junge Coach 2002 mit seinen Dragons in die BBL aufgestiegen war, kletterte er schnell in Baldis Rangliste nach oben. Legendär sein Ausraster Anfang 2005, als er Berlins Coaches Emir "Muki" Mutapcic, Burkhardt Prigge und Manager Henning Harnisch wutentbrannt mit mehreren "Fuck you!" schmähte, nachdem Prigge die Schiedsrichter bearbeitet hatte, einen Quakenbrücker Spieler zum Sprungball gegen Albas Center Jovo Stanojevic zu schicken, der keine Chance hatte. Viel fehlte nicht zu einem Handgemenge, Alba gewann dank Prigges diplomatischem Geschick 80:77. "Damals habe ich mich echt geärgert", gesteht Fleming. "Heute ist es eher was zum Lachen. Muki und ich haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis mit großem gegenseitigen Respekt."
Was Chris Fleming, der am Mittwoch seinen 40. Geburtstag feierte, Alba zwei Jahre später antat, war wesentlich schmerzhafter. Er warf als Achter sensationell den Vorrundenersten Alba gleich im Viertelfinale aus dem Meisterschafts-Play-off. Vor drei Wochen dann sein vorläufig letzter Coup: Bambergs Sieg gegen die Berliner im Pokal.
Die Baskets haben eine ähnlich bewegte Woche hinter sich wie das Team von Luka Pavicevic, das am Mittwoch in der Runde der letzten 16 des Eurocups mit einem 83:71 gegen Le Mans die Chance auf das Viertelfinale wahrte. Bamberg verpasste diese Chance trotz eines 84:81 gegen Panellinios Athen, weil ein Sieg mit neun Punkten Differenz nötig gewesen wäre. "Ich wünsche Alba sehr, dass sie weiterkommen", sagt Fleming, der letzte Saison in der O2 World 72:62 gewann und auch jetzt den Berlinern die Generalprobe gern vermiesen würde. "Erst mal finde ich es stark, dass schon 11.000 Tickets für das Spiel verkauft sind", sagt Bambergs Trainer. "Es wird ein Spitzenspiel zweier Teams auf Augenhöhe. Über Sieg oder Niederlage werden Nuancen entscheiden."















