Basketball
Wie Alba Zugänge während der Saison integriert
Montag, 8. Februar 2010 18:24 - Von Sebastian ArltBei den Berliner Basketball-Profis hat sich in den vergangenen Wochen das Personalkarussell ganz schön gedreht. Dabei ist die Spielweise von Alba sehr anspruchsvoll. Um richtig in den Systemen aufzugehen, benötigen neue Spieler Zeit. Dass die Integration dennoch gelingen kann, will Alba im Eurocup auch gegen Aris Saloniki beweisen.

Das hat Basketballprofi Jurica Golemac exklusiv: Er hat – im Gegensatz zu seinen Teamkollegen von Alba Berlin – in dieser Saison schon gegen Aris Saloniki gewonnen. Damals, Anfang November 2009, allerdings noch mit der Mannschaft von Panathinaikos Athen. Inzwischen hat sich viel verändert. Vor allem auch für Golemac, der in Athen ausstieg, nach Berlin wechselte und Ende Dezember sein erstes Spiel im Trikot von Alba bestritt.
Wenn er mit den Berlinern nun am Dienstagabend (20 Uhr, O2 World) im Eurocup auf Aris trifft, ist er ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, wahrscheinlich wird er sogar wieder in der Startaufstellung stehen. „Aris wird mit allem um seine letzte Chance kämpfen“, sagt der slowenische Nationalspieler. Während Alba mit zwei Siegen in die Zwischenrunde gestartet ist und mit Erfolg Nummer drei dem Weiterkommen einen großen Schritt näher kommen könnte, haben die Griechen bisher zweimal verloren.
Aris Saloniki schon mit drittem Trainer in der Saison
Turbulent ist es bei Aris in den vergangenen Monaten zugegangen: Spieler kamen und gingen, in David Blatt hat seit ein paar Wochen der inzwischen dritte Coach in dieser Saison das Sagen. „Die Mannschaft hat sich noch nicht richtig gefunden“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi über den Gegner.
Auch bei den Berlinern hat sich das Personalkarussell ganz schön gedreht. Zugang Lee Cummard erwies sich als Flop, musste bereits vor Saisonbeginn wieder gehen. Mitte November 2009 kam Derrick Byars dazu, danach wie erwähnt Golemac. Sozusagen im Tausch gegen den eher auf sich als auf die Mannschaft fixierten Kenan Bajramovic (inzwischen in Vilnius). Ende Januar wurde Oskar Fassler nach Jena ausgeliehen, in Cemal Nalga und Lucca Staiger stieß überraschend noch ein Duo zum Kader.
Albas Cheftrainer Luka Pavicevic wirkt nicht gerade glücklich, wenn er über die Personalien spricht. „Es ist natürlich auch für die Trainer eine große Herausforderung, immer wieder neue Spieler zu integrieren.“ Er spricht davon, dass „die Balance“ stimmen müsse. „Im Vordergrund steht unser Spiel.“ Die Integration der Neuen müsse da untergeordnet werden.
„Unsere Spielweise ist sehr anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen“, erklärt Pavicevic. „Mitten in der Saison zu einem Team zu kommen, ist doch nicht so einfach“, muss selbst der erfahrene Golemac (32) zugeben. „Um richtig in den Systemen aufzugehen, bedarf es schon längerer Zeit.“ Byars (25) macht keinen Hehl daraus, dass er sich anfangs sehr schwer getan hat. „Es war vieles total neu für mich.“ Nicht nur, aber vor allem auf dem Spielfeld. Jetzt gehe es Schritt für Schritt voran. Zuletzt gegen Tübingen gelangen ihm in 24 Minuten 15 Punkte.
Während Lucca Staiger bisher noch keine Sekunde zum Einsatz kam und erst so richtig in der kommenden Spielzeit zum Zug kommen dürfte, musste Center Nalga (22) wegen der Verletzung von Adam Chubb gleich ran, wenn auch nur für jeweils ein paar Minuten. Allerdings wichtige Zeit, damit sich Blagota Sekulic etwas auf der Bank ausruhen kann.
Neuankömmlinge während der Saison sind für Baldi eher Normalität
Pavicevic verweist gerne auf Immanuel McElroy und Aleksandar Nadjfeji, die im Februar 2008 von den finanziell klammen Kölnern nach Berlin kamen. „Sie haben sich sehr schnell zurechtgefunden.“
Dass es trotz der vielen Personalien und der daraus resultierenden Unruhe bei Alba gut läuft, „liegt daran, dass das Team schon länger zusammen ist“, sagt Baldi. Ein Hoch also auf die Kontinuität, denn das Gerüst der aktuellen Mannschaft stand bereits in der vergangenen Saison unter Vertrag.
„Wenn Neue dazustoßen, ist das kein Problem, vor allem, wenn es auch menschlich gute Jungs sind wie alle, die gekommen sind“, sagt Kapitän Julius Jenkins. „Ich bin gleich hervorragend aufgenommen worden“, gibt Nalga zurück.
Neuankömmlinge während der Saison – für Baldi eher Normalität. „Den Optimalzustand, dass es keine Änderungen gibt, habe ich noch nie erlebt“, sagt er. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Klub mit Nachverpflichtungen (für den Rest der Saison oder für kürzere Zeit) mal gut, mal schlecht lag. Erwiesen sich McElroy und Nadjfeji ebenso als Volltreffer wie Sharrod Ford, waren Leute wie Dragisa Drobnjak oder Slavko Stefanovic nun wirklich keine Hilfe. Wie sagt doch Pavicevic: „Es kommt eben auch darauf an, welchen Hintergrund und welche Grundlagen einer mitbringt.“


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