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18.01.10

Bundesliga

Albas Gegner MBC wirtschaftet jetzt solide

Wenn Alba am Mittwoch auf den Mitteldeutschen BC aus Sachsen-Anhalt trifft, stehen Berlins Basketballer dem Überraschungsteam der Saison gegenüber. Als erster Absteiger gesetzt, bewegt sich der Aufsteiger inzwischen in sicheren Gefilden der Tabelle und hat den Klassenerhalt fast schon sicher - auch, weil die finanziellen Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt wurden.

© picture-alliance/ dpa/Deutscher_Basketball_Bund
Basketball - Deutsche Nationalmannschaft - Guido Grünheid
Guido Grünheid spielte früher für Alba, seit Oktober 2009 versenkt er die Bälle für den MBC.

Martin Geissler fasst die Gefühlslage beim Mitteldeutschen BC kurz zusammen: "Wir sind selbst überrascht und stolz", sagt der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Basketball Marketing GmbH, Inhaber der Bundesliga-Lizenz des Klubs. Wenn der MBC am Mittwoch (20 Uhr, O2 World) bei Alba Berlin antritt, stellt sich die Überraschungsmannschaft der Liga vor. Zehn Siegen stehen neun Niederlagen gegenüber. Von vielen als designierter Absteiger angesehen, hat Aufsteiger MBC fast jetzt schon den Klassenverbleib geschafft. "Zwölf Siege wird man brauchen", glaubt Geissler.

Von Euphorie keine Spur. In Weißenfels (Sachsen-Anhalt) hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Denn die Geschichte des MBC ist eben auch eng verbunden mit der Insolvenz der WSF Marketing GmbH im April 2004. Basketball-Deutschland hatte sich schon gewundert, wie sich der Klub mit einem offiziellen Etat von 1,7 Millionen Euro ein Team mit solch prominenten Spielern leisten konnte. Oft fiel das Wort "Alba-Filiale", weil in Wendell Alexis, Sebastian Machowski, Stephen Arigbabu und Misan Nikagbatse allein vier ehemalige Berliner im Kader standen. Trainer war damals der Finne Henrik Dettmann, zwischen 1997 und 2003 Coach der deutschen Nationalmannschaft. Der MBC gewann sogar noch kurz vor der Insolvenz sensationell den Fiba Europe Cup.

Doch mit einem Knall zerplatzte alles. "Die wollten am liebsten gleich die ganze Welt einreißen", erinnert sich Alba-Geschäftsführer Marco Baldi, "doch dieser Versuch ist nach hinten losgegangen." Heute, so hat er den Eindruck, werde jedoch "sehr solide gearbeitet". Geissler erzählt, dass die neue GmbH nach 2005 bei potenziellen Sponsoren "erst wieder Vertrauen herstellen" musste. Jetzt steht Transparenz über allem. In Beiräten sind die wichtigsten Sponsoren vertreten, auch der Staatssekretär aus dem Innenministerium Sachsen-Anhalts gehört zu einem Gremium.

1,2 Millionen Euro beträgt der Etat, es wird nicht mehr ausgegeben, als man definitiv zur Verfügung hat. Große Visionen wie ein Umzug nach Leipzig gehören der Zeit der Luftschlösser an. "Das ist kein Thema", stellt Geissler klar. Man habe schließlich gegenüber den 130 Sponsoren ein Bekenntnis für Weißenfels (29.000 Einwohner) abgegeben. Gespielt wird dort in der 3000 Zuschauer fassenden Stadthalle.

Genau 2000 Tage dauerte die Erstliga-Abstinenz, bis der MBC in dieser Saison wieder sein erstes Spiel in der Beletage bestritt. Dazwischen lag die Zwangsversetzung in die Regionalliga, der lange Weg zurück nach oben. Die Fans sind ihrer Mannschaft stets treu geblieben, selbst in der Regionalliga kamen zu wichtigen Begegnungen 2000 Besucher.

In Björn Harmsen trainiert der jüngste Bundesliga-Coach das Team. Schon vor zwei Jahren führte der 27-Jährige Jena in die erste Liga, im April 2009 schaffte er dies mit dem MBC. "Wir sind sehr glücklich mit ihm, er arbeitet 24 Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche für den Klub", lobt Geissler den Trainer. Harmsen ("Basketball ist Mittelpunkt meines Lebens") holte nach dem Aufstieg neun Neue ins Team – und hatte dabei bei fast allen ein gutes Gespür. "Wir haben versucht, uns mit den Verpflichtungen dem schnellen und athletischen Spiel der Bundesliga anzupassen", sagt er. Im Kader stehen auch die ehemaligen Berliner Sascha Leutloff (seit 2007 im Team) und Guido Grünheid, der Anfang Oktober 2009 nach Weißenfels kam.

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