Alba Berlin
Profi Dojcin ist der Idealtyp eines Teamplayers
Mittwoch, 18. November 2009 09:32 - Von Sebastian ArltSeine Spielweise ist nicht spektakulär, eher unauffällig, aber effektiv. Das macht Dragan Dojcin für Alba zu einem wertvollen Teammitglied. Gegen die Giants Leverkusen wird der Serbe sein 120. Pflichtspiel für die Berliner absolvieren. Und Cheftrainer Luka Pavicevic wird ihm wieder wichtige Aufgaben zugedacht haben.

Statt zu antworten muss Dragan Dojcin erst einmal lachen. Ob es ihn denn nicht ärgere, bei Alba Berlin so gar nicht im Rampenlicht zu stehen, lautet die Frage. "Nein", antwortet er dann kopfschüttelnd, "wirklich nicht." Unter diesem Aspekt habe er seinen Job "noch nie gesehen", sagt der Basketballprofi.
Ein Star zu sein, vielleicht mit einer extravaganten Frisur, gar noch tätowiert - das ist wahrlich nicht die Welt des Dragan Dojcin. Vor 33 Jahren in Serbien geboren, 2,04 Meter groß, verheiratet, Vater von zwei Töchtern, Milica (6 Jahre) und Nina (neun Monate), im dritten Jahr in Berlin unter Vertrag. Total normal im absolut positiven Sinne. "Er ist der Inbegriff des Mannschaftsspielers", lobt Albas Geschäftsführer Marco Baldi.
Früher hungrig nach guten Statistiken
Eine Art Spieler, die jedes Team dringend benötigt, auch wenn andererseits eine Mannschaft nicht nur aus Profis wie Dojcin bestehen kann. Seine Spielweise ist nicht spektakulär, eher unauffällig, aber effektiv. "Ich weiß, dass vieles, was ich mache, nicht in der Statistik erfasst wird", sagt der Serbe. Zum Beispiel, wenn er in der Defensive seinen Gegenspielern humorlos keinen Zentimeter Raum lässt, oder wenn er in der Offensive mit viel Körpereinsatz Platz für die Teamkollegen schafft. "Wenn der einen Ellenbogen abbekommt", sagt Baldi, "dann lächelt er - und weicht keinen Millimeter."
Und dass er mit 17 Punkten (seine bisherige Bestleistung bei Alba) zum Matchwinner wird, wie beim Sieg nach Verlängerung zum Bundesligaauftakt in Gießen, hat Seltenheitswert. Sein kurzer Kommentar dazu: "Da habe ich von außen gut getroffen." Dojcins Dreier-Statistik in dieser Spielzeit kann sich sehen lassen: zehn Treffer bei 21 Versuche, macht 47,6 Prozent.
Dass er in dieser Saison bisher im Schnitt 24 Minuten zum Einsatz kam, zumeist in der Startaufstellung stand, "erstaunt mich nicht", so Dojcin. Schließlich habe es in der vergangenen Saison "viel größere Konkurrenz auf meiner Position" gegeben. Da war der Power Forward nur im Schnitt 13 Minuten auf dem Parkett, um seine Rolle als groß gewachsener Flügelspieler mit Drang zum Korb auszufüllen.
Am heutigen Mittwoch bestreitet Dragan Dojcin sein 120. Pflichtspiel für Alba. Und Cheftrainer Luka Pavicevic wird ihm gegen die Giants Leverkusen (20 Uhr, O2 World) wieder wichtige Aufgaben zugedacht haben.
Fünftes Jahr unter Pavicevic
Pavicevic und Dojcin, eine Verbindung, die ins fünfte Jahr geht. Erst bei Atlas Belgrad (2004/2005), dann bei Panionios Athen (2006/2007) und seit 2007 eben bei Alba trainiert Dojcin unter dem Montenegriner Pavicevic. "Luka puscht einen, damit man noch besser wird", sagt der Spieler über den Coach. Sicherlich verlange Pavicevic viel, "aber nichts Unmögliches". Pavicevic weiß, was er an Dojcin hat. Er weiß, dass der Spieler immer einsatzbereit ist, dass er aber auch ohne zu murren auf der Bank sitzt.
Dass Dojcin nun schon so lange mit dem Trainer zusammenarbeitet, bringt ihm keine Sonderrechte ein. Eher im Gegenteil. "Ich darf keine Fehler machen", sagt der 33-Jährige. "Mit mir ist Luka oft kritischer als mit den anderen."
Jeder müsse immer an sich arbeiten, lautet Dojcins Credo. "Ich kann immer noch besser werden." Marco Baldi sagt: "Seine Zuverlässigkeit wird besonders anerkannt." Gerade von den eingefleischten Fans. In einer Abstimmung auf der Website von Alba wurde im Sommer gefragt: "Wer war euer Lieblingsspieler der vergangenen Saison?" Es gewann Dragan Dojcin knapp vor Julius Jenkins.


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