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Basketball

Alba Berlin findet den richtigen Rhythmus

Die Albatrosse konnten gegen Bamberg den ersten klaren Auswärtssieg in ihrer Basketball-Bundesliga-Saison holen. Die Partie gilt als Mutmacher. Schon am Mittwoch müssen die Berliner wieder ran, in Paderborn. Hier könnte der Neue in der Mannschaft seine Chance bekommen.

Die 6800 Fans in der Bamberger Arena waren bedient. Nur 44 Punkte ihres Teams, 62 für Alba Berlin – für die einen war es eine Demütigung, für die Berliner derweil der erste klare Auswärtssieg der Basketball-Bundesliga-Saison und ein gleichwohl Mutmacher. „Wir haben durchgängig gut verteidigt und Bamberg nie ins Spiel kommen lassen“, erzählt Steffen Hamann, der vor zwei Jahren von Bamberg zu Alba gewechselt war und sich am Sonntag „freute, nicht mehr ausgepfiffen worden zu sein als alle anderen Alba-Spieler. Wir haben jetzt endlich mal auch auswärts unseren Rhythmus gefunden, haben all' das umgesetzt, woran wir in der Woche zuvor hart gearbeitet haben.“

Besonders bei der Reboundarbeit zeigten sich Hamann und sein Team nach den Niederlagen in Tübingen (66:70) und Bonn (53:65) zuvor stark verbessert. Alba gewann des Duell unter den Körben 39:31. „Wir haben die Bamberger mit unserer Defense hart für ihre Würfe arbeiten lassen und, wenn sie nicht trafen, bekamen sie keine zweite Chance“, freut sich Coach Luka Pavicevic. „Wenn man den Rebound holt, eröffnen sich oft die Möglichkeiten zum Fastbreak. Die haben wir genutzt und ansonsten geduldig Blößen in der Bamberger Deckung heraus gespielt.“

Pavicevic und sein Team fuhren gleich nach der Partie mit dem Bus nach Hause, kamen erst nach Mitternacht in Berlin an. Am Dienstag steht schon die nächste Busreise auf dem Programm. Das Ziel: Paderborn. Dort treten die Albatrosse am Mittwoch (20 Uhr) zum Nachholspiel des 1. Spieltages an. Die Partie wurde Anfang Oktober verlegt, weil Alba in der Euroleague-Qualifikation gegen Maroussi beschäftigt war.

„Wir waren auf der Rückfahrt aus Bamberg schon alle ein wenig erleichtert und auch happy. So viele Teams werden dort diese Saison wohl nicht mehr mit rund 20 Punkten gewinnen“, gesteht Hamann. „Wir wissen aber auch, dass wir uns mit dem Durchpusten nicht lange aufhalten dürfen. Ein richtiger Schritt nach vorn ist es erst, wenn wir in Paderborn an diese Leistung anzuknüpfen.“

Sollte das gelingen, würde wohl auch Albas neuer Forward Derrick Byars davon profitieren. Der 25-jährige US-Flügel war erst am Dienstag vergangener Woche verpflichtet worden und sah die Alba-Gala in Bamberg noch als Zuschauer von der Bank. „Ich wollte ihn nicht gleich zu sehr unter Druck setzen“, erklärt Pavicevic, der sich mit Byars am Montagmittag zu einer Sondereinheit in der Trainingshalle traf, während der Rest des Teams erst am Abend ran musste. „Derrick hat bisher einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Wenn das Spiel in Paderborn so läuft, dass ich ihn bringen kann, würde es ihm natürlich helfen, schneller ein Gefühl für uns zu bekommen.“

Byars darf sich auch größere Hoffungen auf seine ersten Spielminuten als Albatros machen, weil fraglich ist, ob Kenan Bajramovic am Mittwoch in Paderborn in das Spiel eingreifen kann. Der 2,06 Meter große Forward knickte in Bamberg um, kam mit einem Eisbeutel um das linke Sprunggelenk nach Berlin zurück.

„Zum Glück sind die Bänder nur überdehnt“, gab Mannschaftsarzt Dr. Gerd-Ulrich Schmidt am Montag nach eingehenden Untersuchungen Entwarnung. „Kenan wird in jedem Fall mit nach Paderborn fahren. Wie der Fuß dann aber auf die volle Belastung reagiert, kann man nicht vorhersagen.“

Ob mit oder ohne Bajramovic, Steffen Hamann will so oder so dafür sorgen, dass Derrick Byars am Mittwoch sein Alba-Debüt gibt. „Er ist ein ruhiger, netter Typ, sehr charakterstark und ein vielseitiger Spieler. Mich hat er schon überzeugt. Wenn wir in Paderborn gleich in der ersten Halbzeit für ähnlich klare Verhältnisse sorgen wie in Bamberg, wird ihn der Coach wohl schon für ein paar Minuten bringen.“

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