06.02.13

Heimspiel

Alba kämpft gegen Frust und für neues Selbstvertrauen

Nach zwei kräftige Misserfolgen braucht das Team vor dem Spiel gegen Tübingen neue Stärke. Für "Selbstfindung" bleibt keine Zeit.

Von Theo Breiding
Foto: dpa

Albas Nihad Djedovic (l.) spielt gegen Bambergs Bostjan Nachbar
Albas Nihad Djedovic (l.) spielt gegen Bambergs Bostjan Nachbar

Hinter Albas Basketballern liegen zwei Dienstreisen, die es in sich hatten. Die eine gipfelte im litauischen Kaunas in einer schweren Demütigung, als das Team mit einer 36-Punkte-Niederlage vom Europaliga-Parkett schlich. Die andere, fast gleich im Anschluss, war ein ähnlich großer Misserfolg. Da waren die Berliner beim Bundesliga-Duell in Oldenburg ohne Chance, wenn auch die Niederlage mit 15 Punkten Differenz etwas gnädiger ausfiel.

Am Mittwochabend soll es vor heimischen Publikum wieder in die andere Richtung gehen. Gegen die Tiger aus Tübingen will das Team von Sasa Obradovic in der O2 World (20 Uhr) das dicke Frust-Paket von seinen Schultern laden.

"Das Eine nährt das Andere", beschreibt Geschäftsführer Marco Baldi die Gemütslage seines Teams. "Das ist im Erfolgsfall so, aber auch, wenn der Erfolg ausbleibt." Und er erinnert daran, wie verärgert er nach dem Sieg gegen Gießen (83:69) gewesen sei. Da habe die Mannschaft rumgeschludert, aber dennoch gewonnen. Die große Gefahr des "Na es geht doch auch so…" habe er damals schon gespürt. Und wieder mahnt er: "Diese Mannschaft kann nur Erfolg haben, wenn sie mit äußerster Aggressivität an ihre Grenzen geht."

Idbihi setzt auf die Fans

Was sicherlich nicht zwangsläufig zum Sieg gegen ein europäisches Spitzenteam wie Kaunas reichen würde, aber sicherlich dazu, nicht so unterzugehen, dass man drei Tage später bei einer zugegebenermaßen stark aufspielenden Oldenburger Mannschaft ohne jegliches Selbstvertrauen aufläuft. Baldi schätzt die Lage derzeit als "gefährlich" ein, "denn die nächsten Wochen werden knüppelhart, ein Spitzenspiel nach dem anderen".

Jetzt sei keinesfalls der Zeitpunkt gekommen, "auf eine Selbstfindungstour zu gehen". Yassin Idbihi scheint seinen Chef verstanden zu haben. "In dieser schwierigen Situation, in die wir uns jetzt manövriert haben, müssen wir uns mehr denn je voll und ganz ausschließlich auf das nächste Spiel konzentrieren", sagt Albas Center und hofft, dass die Kehrtwende "vor der guten heimischen Kulisse viel leichter als auswärts" gelingen sollte.

Hilfreich wäre es, denn am Sonntag steht ein Gastspiel bei Bayern München mit Albas ehemaligem Meistermacher Svetislav Pesic an der Seitenlinie an, danach kommt Unicaja Malaga zu Besuch. "Manchmal ist eine längere Pause gut, in der man sich konzentriert vorbereiten kann", erklärt Baldi, "diese Mal ist es aber sicherlich gut, dass wir vor der Fahrt zu den Bayern noch ein Spiel haben." Frustabbau hier und heute gegen Tübingen steht also auf dem Programm.

Tübinger nicht eines der schillerndsten Teams

Nun kommen die Tübinger sicherlich nicht als eines der schillerndsten Teams der Bundesliga nach Berlin. Sie sind derzeit Tabellenzehnte. Aber es fehlt ihnen momentan auch nur ein Sieg mehr für einen Play-off-Platz. Das Potenzial, die angeschlagene Alba-Crew zu ärgern, haben sie aber allemal. Was sich bereits im Hinspiel Mitte Dezember zeigte, das Alba nur hauchdünn mit 78:77 gewann.

"In Tübingen hätten sie uns mit einem furiosen Endspurt beinahe noch überrascht", erinnert sich Trainer Obradovic und fordert von seinen Spielern "dieses Heimspiel nutzen, um unser Selbstvertrauen zu stärken und in die Erfolgsspur zurückzufinden." Baldi beschreibt das Spiel der Tübinger als trickreich, erwartet eine Mannschaft, gegen die man "auch, wenn man auf hohem Niveau spielt, Probleme bekommen kann".

Große Gedanken seien jetzt nicht gefragt, vielmehr müsse die Mannschaft jetzt damit anfangen, "die kleinen Dinge richtig zu machen. Wir müssen umsetzen, was wir wollen – und nichts anderes."

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