26.01.13

83:69

Alba müht sich zu Arbeitssieg gegen Schlusslicht Gießen

Nach dem großen Sieg in der Europaliga gegen Bamberg hat sich das Berliner Basketballteam am Sonnabend lange Zeit schwer getan.

Foto: dpa

Erfolgreich: DaShaun Wood war gegen Gießen mit 15 Punkten bester Werfer bei Alba. (Archiv-Foto: 24. Januar 2013)
Erfolgreich: DaShaun Wood war gegen Gießen mit 15 Punkten bester Werfer bei Alba. (Archiv-Foto: 24. Januar 2013)

Es kann gut sein, dass Alba am Sonnabend zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden Geschichte geschrieben hat. Nach dem ersten Sieg einer deutschen Mannschaft in Europas Top16 gegen Bamberg am Donnerstag könnten Berlins Basketballer am Sonnabend der letzte Gegner der Gießen 46ers gewesen sein. Den Gießenern, 1966 stolzes Gründungsmitglied der Bundesliga, steht das Wasser bis zum Hals. Der Klub meldete bereits vor dem Jahreswechsel Insolvenz an, der Spielbetrieb, heißt es, ist nur noch bis Ende Januar gesichert. Kommt das erwartete Aus, verabschiedet sich das Urgestein mit einer Niederlage aus der Liga. Alba schlug die Hessen vor 10.107 Zuschauern in der O2 World 83:69 (42:35).

Dabei sah das in der Existenz bedrohte Team mit den beiden ehemaligen Berliner Guards Oskar Faßler und Achmadschah Zazai anfangs besser aus als der Meister aus Bamberg im historischen Duell zwei Tage zuvor. Beim Stand von 12:16 (5.) nahm Alba-Coach Sasa Obradovic jedenfalls halbwegs erzürnt eine Auszeit, um die Dinge zu ordnen. Was auch half: Sein Team glich durch Deon Thompson, Albert Miralles und DaShaun Wood zum 18:18 aus (7.), Je'Kel Foster traf aus der Distanz zum 25:20 (10.).

Lange ist kein Klassenunterschied zu sehen

Im zweiten Viertel hielten die Berliner Gießen weiter auf Distanz, ein wirklicher Klassenunterschied zwischen einem der besten 16 Teams Europas und dem abgeschlagenen Schlusslicht der Bundesliga war allerdings nicht zu sehen. Scheinbar fehlte den Alba-Spielern nach dem Kraftakt zuvor ein Rest an Aggressivität. Die Gießener hingegen wollten sich sicherlich für den Fall der Fälle für neue Arbeitgeber empfehlen. 42:35 stand es zur Halbzeit.

Nachdem Gießens Zazai, nur 1,77 Meter groß und einstmals bei Friedenau, City-Basket und TuSLi aktiv, per Dreier auf 47:44 verkürzt hatte (24.), versammelte Obradovic sein Team erneut um sich. Er schien zu spüren, dass eine Blamage drohen könnte, sollte sein Team nicht zulegen. Albas Coach schimpfte zwar auch danach noch tüchtig, aber seine Mannschaft reagierte, die Körpersprache war jetzt eine andere.

Sechs Berliner Spieler treffen zweistellig

Mit bissigerer Verteidigung und besserer Rebound-Arbeit gelangen mehr Ballgewinne und nach den beiden Dreiern von Heiko Schaffartzik und Nihad Djedovic wurde die Führung komfortabel (70:55/35.). Am Ende fiel der Arbeitssieg mit 83:69 dann doch versöhnlich aus. "Teams wie Gießen sind gegen Alba ja immer besonders motiviert" erklärte DaShaun Wood, gab aber auch zu: "Wir haben zwar viele Punkte gemacht, aber die Verteidigung war nicht so, wie wir uns das vorgenommen hatten."

Es war ein Gemeinschaftswerk: Mit Wood (15), Schaffartzik (14), Miralles (13), Djedovic, Thompson (beide 11) und Foster (10) punkteten gleich sechs Spieler zweistellig.

Quelle: TheBre
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