18.01.13

Basketball

US-Sportsender bringt Alba Berlin ganz groß raus

Neben Madrid und Istanbul wird auch Berlin als Basketball-Metropole gezeigt. Jetzt fehlen Alba nur noch Siege für das Selbstbewusstsein.

Von Sebastian Arlt
Foto: dpa

Heiko Schaffartzik (r.) verlor mit Alba Berlin gegen Panathinaikos Athen 73:79
Heiko Schaffartzik (r.) verlor mit Alba Berlin gegen Panathinaikos Athen 73:79

Alba Berlin hat Besuch. Ein Kamerateam des US-Sportsenders ESPN ist eine Woche lang in der Stadt, um Eindrücke zu sammeln. Es entsteht eine Folge aus einer vierteiligen Serie namens "Basketball Capitals in Europe", in der Metropolen mit großer Affinität zum Spiel auf die Körbe abgebildet werden. Neben Madrid, Athen und Istanbul wird auch das Treiben in der deutschen Hauptstadt beleuchtet. Alba ist der Hauptdarsteller.

Da wird beim Training der Profis in der Halle in der Schützenstraße ebenso gedreht wie beim Üben des Nachwuchses. Insider werden interviewt – und natürlich wurden ebenfalls Aufnahmen vom Europaligaspiel am Mittwochabend gegen Panathinaikos Athen (73:79) gemacht. Auch den Filmemachern wurde dabei klar: Die Berliner spielen bei den Großen mit, sind eigentlich nicht weit weg von den Topteams, aber es reicht eben noch nicht ganz.

Doch genau das, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi, sei für einen Sportler das Ärgerlichste: "Fast gewonnen zu haben, ist richtig schlimm." So wie es den Berlinern gegen die Griechen erging. Das große Panathinaikos, fünfmal in den vergangenen zwölf Jahren Europas Champion, war kein übermächtiger Gegner. Einige Male holten die Berliner Rückstände auf, aber "viele dumme Fehler" (Center Yassin Idbihi) machten alles zunichte.

Berliner Basketballer sind in Europas Top 16 die Lernenden

Es war die Abgezocktheit der Panathinaikos-Profis, die den Unterschied machte. Immer ein erfolgreicher Dreipunktewurf zur rechten Zeit, taktische Fouls im richtigen Moment am richtigen Gegenspieler. "Abgebrüht" nannte Baldi dies. "Das bringt man mit, wenn man in einem solchen Klub spielt." Dagegen sind die Berliner noch Lernende. "Wir werden davon profitieren", sagen Baldi und Cheftrainer Sasa Obradovic unisono.

Die Zukunft ist das eine, aber das Hier und Jetzt ist auch sehr wichtig. Spielmacher Heiko Schaffartzik meint: "Wir befinden uns in einem Teufelskreis." Alles, sagt der 29-Jährige, "steht und fällt mit dem Selbstvertrauen." Verliert man, kann man es nicht aufbauen – es folgt die nächste Niederlage. Umgekehrt gelte: "Gewinnst du, kommt vieles fast von allein." Nicht besser als Alba geht es Meister Bamberg, das am Donnerstag gegen Efes Istanbul beim 76:94 (46:47) ebenfalls die vierte Pleite im vierten Spiel in den Top 16 kassierte.

Von den letzten acht Spielen hat Alba sieben verloren

Siege, Niederlagen: Die Bilanz der Berliner ist im Augenblick erschreckend. Von den vergangenen acht Spielen – jeweils vier in der Bundesliga und der Europaliga – hat Alba sieben verloren. Harter Spielplan hin, Topgegner in Europa her, einen derart schlechten Lauf hat es in der Vereinsgeschichte selten gegeben. Nur einmal sah es noch düsterer aus: Zwischen dem 1. Dezember 2002 und dem 21. Januar 2003 gelang der Mannschaft des damaligen Trainers Emir Mutapcic in neun Spielen hintereinander, national und international, lediglich ein Sieg.

Wobei der heutigen Mannschaft – wie gegen die Griechen zu sehen – zweifellos Fortschritte zu attestieren sind. Vielleicht macht auch das Mut: Mutapcics Team wurde in besagter Saison noch Meister.

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