06.01.13

Basketball

Für Alba Berlin heißt der Wahrsager Braunschweig

Die Berliner stehen im Bundesligaspiel gegen Braunschweig auf dem Prüfstein. Trotz der Niederlage gegen ZSKA Moskau gibt es Lichtblicke.

Foto: dpa

Spielmacher DaShaun Wood ließ gegen Moskau sechsmal den Ball fliegen, fünfmal in den gegnerischen Korb
Spielmacher DaShaun Wood ließ gegen Moskau sechsmal den Ball fliegen, fünfmal in den gegnerischen Korb

An der fünften Niederlage in Folge gab es nichts zu deuten. Es wäre allerdings auch als "Wunder von Berlin" in die Geschichte eingegangen, hätten die Basketballer von Alba Berlin ausgerechnet gegen das 44 Millionen Euro schwere Starensemble von ZSKA Moskau den Abwärtstrend gestoppt.

Schließlich hatte das Team von Sasa Obradovic fünf Tage zuvor beim blamablen 70:95 in Bayreuth erst den bislang bittersten Moment der Saison durchlitten. In einer solchen Situation stellt sich eigentlich zu allererst die Frage: War das 57:75 gegen Moskau nach dem Desaster von Franken vielleicht dennoch ein Schritt voran?

Einiges spricht dafür, wirklich auf dem Prüfstein steht Albas Team aber erst an diesem Sonntag im Bundesligaspiel gegen Braunschweig (17 Uhr, O2 World).



Einer der Lichtblicke gegen Moskau war, dass Nihad Djedovic nach seiner Achillessehnenreizung wieder spielen konnte. Sein ungestümes Gemüt birgt zwar oft Risiken, stellt aber auch die Gegner vor Probleme.

DaShaun Wood anscheinend wieder in Form

Ein anderer, wesentlich wichtigerer war, dass sich Spielmacher DaShaun Wood anscheinend aus seinem individuellen Formloch herausgegraben hat. Bei den Bayreuthern, die zuvor sechs Spiele verloren hatten, hatte Woods zweimal auf den Korb geworfen und nicht getroffen. Gegen Moskau ließ er sechsmal den Ball fliegen, fünfmal in den gegnerischen Korb. Null Punkte in Bayreuth, 14 gegen Moskau – Wood hat wohl den Schalter gefunden und auch umgelegt. "Er hat sehr aggressiv gespielt, wie früher. Und das muss er als unser Anführer auch sein", freute sich Derrick Byars trotz der Niederlage.

Wood schien zuvor völlig fixiert darauf gewesen zu sein, immer nur zum Korb zu ziehen und die anderen mit Pässen zu bedienen. Was ihn natürlich leicht ausrechenbar machte, denn wer nicht wirft, ist leichter zu verteidigen. Sein Gegenspieler sinkt ab und hilft in der Verteidigung gegen den, der Woods Zuspiel bekommen soll. Wirft er ab und an selbst, ist diese Taktik dahin – und genau das hat er gegen Moskau phasenweise getan.

Auch Wood sieht in dem Mehr an Aggressivität den entscheidenden Unterschied zu den dürftigen Darbietungen zuvor. "Ich hatte mir vorgenommen, mit mehr Energie zu spielen", sagte Wood, "aber ZSKA ist ein Team, das dich mit vielen Mitteln schlagen kann. Es darf nicht in Eigensinn ausarten, aber ich will schon an die anderen das Signal schicken, dass sie mich verteidigen müssen." Albas Spielmacher ist sich sicher, dass sein Team in Bayreuth nicht verloren hätte, wenn es mit der gleichen Energie wie gegen Moskau zu Werke gegangen wäre. Er weiß aber auch, dass es im Sport kein "hätte" gibt. Es zähle nur, "diese Energie, Intensität und Konzentration mit ins nächste Spiel zu nehmen". Das heißt: Der Wahrsager ist das Spiel gegen Braunschweig.

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