29.12.12

Europaliga-Pleite

Warum Alba gegen Real trotz couragierter Leistung verlor

Trotz des 63:77 zeigten die Berliner gegen Madrid eine gute Leistung. Am Ende fehlte jedoch die Abstimmung - denn Trainingszeit ist rar.

Von Theo Breiding
Foto: dapd

Knifflig: Byars muss sich nicht nur gegen Madrids Suarez (r.) behaupten, sondern gleichzeitig in Albas Spiel finden
Knifflig: Byars muss sich nicht nur gegen Madrids Suarez (r.) behaupten, sondern gleichzeitig in Albas Spiel finden

Was im Fußball gilt, ist auch beim Basketball richtig: Gegen Real Madrid kann man schon mal verlieren. Die Ronaldos und Özils heißen bei Reals Korbjägern Rudy Fernandez und Sergio Llull, und auch ihr Job ist es, nicht nur mitzuspielen. "Die Mannschaft ist zusammengestellt, um die Euroleague zu gewinnen", sagt Albas Spanier Albert Miralles, der beim63:77 gegen die Königlichen seiner Heimat mit 14 Punkten bester Werfer der Berliner war.

Eine Niederlage also, nach der man den Gastgebern in Sachen Kampf und Hingabe keinerlei Vorwürfe machen konnte. Man müsse eben schon "ein perfektes Spiel" hinlegen, um ein Starensemble wie Real zu schlagen, analysierte nicht nur Marco Baldi. Dennoch ärgerte er sich, weil "die Höhe des Ergebnisses nicht das Spiel widerspiegelt", was der Trainer der Madrilenen, Pablo Laso, genauso sah. Als ebenso ärgerlich empfand Albas Geschäftsführer "die vielen Ballverluste, die wir ohne große Not hatten und die jedes Mal bitterst und auch todsicher bestraft wurden." Sein Team sei immer mit Madrid auf Augenhöhe gewesen, wenn es hart und superaggressiv gespielt und mit allem, was es hat, verteidigt habe. Genau dann käme auch die Klarheit bei den Angriffen, die derzeit oft vermisst wird. Wenn zum vorbildlichen Willen auch ein systematisches Spiel und Strukturen kommen, sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung, bekomme man auch Teams vom Kaliber Real Madrid ins Wanken. Beim Auftakt in die Top 16 gegen die Spanier sei das Blut zu oft zu heiß gewesen, die Kaltschnäuzigkeit habe gefehlt.

Mangel an Klarheit im Alba-Spiel

Mängel, die sicherlich auch einem bislang sportlich erfolgreichen, aber im Grunde unglücklichen Saisonverlauf geschuldet sind. Gegen Real fehlte mit Nihad Djedovic Albas größter Guard (1,96 Meter) wegen einer Achillessehnenentzündung. Er hätte sicherlich ein, zwei Rebounds mehr geholt als Heiko Schaffartzik (1,83) und DaShaun Wood (1,85). Alba gewann das Rebound-Duell dennoch mit 31:29.

Viel mehr als das Fehlen Djedovics macht sich zurzeit allerdings das bemerkbar, was Baldi den "Mangel an Klarheit" nennt. Der rührt daher, dass sich die Mannschaft nach mehreren schweren, die Saison der Betroffenen beendenden Verletzungen eigentlich im Umbau befindet. Nach dem Kreuzbandriss von Nathan Peavy kam Brian Randle und für ihn jetzt Derrick Byars. Für Vule Avdalovic, der die gleiche Verletzung erlitt, kam Je"Kel Foster. Es liegt nicht an den individuellen Fähigkeiten der beiden, dass sie noch nicht zu mehr Klarheit beitragen. Auch sie spielen Basketball, nur gänzlich anders als jene, die sie ersetzen.

Sowohl Foster als auch Byars brächten das "ganze Paket" mit, sagt Sasa Obradovic anerkennend. "Wir habe jetzt wirklich eine starke Gruppe", findet Albas Coach. Avdalovic und Peavy hätten aber nicht umsonst zu den allerersten Spielern gehört, die im Sommer verpflichtet wurden. Albas Spiel umzubauen, um die Stärken ihrer Nachfolger besser zur Geltung zu bringen, wird wohl dauern. Denn eines hat Obradovic so gut wie nicht: Zeit zu trainieren.

Zum Jahresende müssen die Berliner nach Bayreuth

Nachdem sich Alba – sportlich eigentlich gar nicht für die Europaliga qualifiziert – in die Beletage der besten 16 gekämpft hat, stehen zwischen den Spielen Regeneration und Blessuren im Mittelpunkt. Gespielt wird wie "am Fließband", sagt Kapitän Sven Schultze.

Dafür sahen 12.000 Zuschauer einen mehr als ordentlichen Auftritt gegen die Königlichen. "Ich weiß auch nicht, warum wir nicht vier, fünf Spiele in dieser Gruppe gewinnen sollten", sagt Baldi, der sich aber zuerst noch auf den Weg nach Bayern macht, zum letzten Bundesliga-Spiel des Jahres am Sonntag in Bayreuth (16 Uhr, Sport1).

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