21.12.12

Basketball

Alba Berlin verliert mit 81:89 gegen Oldenburg

Die Basketballer haben den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Zum Verhängnis wurde Alba die schwache Dreier-Quote.

Foto: dpa

Deon Thompson von Alba Berlin kam gegen Oldenburg nur auf 19 Punkte
Deon Thompson von Alba Berlin kam gegen Oldenburg nur auf 19 Punkte

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Alba Berlin zum letzten Mal den Sprung an die Tabellenspitze der Basketball-Bundesliga geschafft. Am 23. Dezember war das gewesen, der Gegner hieß Ulm und die Berliner standen, wenn auch nur für wenige Tage, auf dem Platz an der Sonne.

Am Freitagabend hätten die Berliner erneut Rang eins erobern können, diesmal hieß der Kontrahent Baskets Oldenburg, aber der spielte nicht mit. Beim 89:81 (44:39) entführten die Gäste die Punkte aus der O2 World, fügten Alba die erste Bundesliga-Niederlage nach acht vorangegangenen Siegen zu. In der Tabelle zog Oldenburg wieder auf den zweiten Platz an den Berlinern vorbei, die morgen in Würzburg antreten müssen.



Nihad Djedovic wurde geschont

Ist in dieser Saison von Albas Personal die Rede, dann wird sehr häufig das Wort -probleme angehängt. Denn durch die Kreuzbandrisse von Nathan Peavy und Vule Avdalovic sind Trainer Sasa Obradovic zwei Stammkräfte bis zum Ende der Spielzeit verloren gegangen.

Dass der Verein dennoch schon wieder ganz ordentlich aufgestellt ist, was die ausländischen Akteure angeht, zeigt sich besonders in der Bundesliga. Denn dort darf Alba anders als international nur sechs Ausländer einsetzen, bislang fiel das wegen der häufigen Verletzungen und Erkrankungen nicht so auf.

Aber am Freitag blieb einer draußen, der zuletzt zu den Stärksten im Team gezählt hatte. Obradovic verzichtete auf den Einsatz des Bosniers Nihad Djedovic. Offizielle Begründung: Er soll geschont werden, weil er Achillessehnenprobleme hat.

Für ihn stand der Amerikaner Derrick Byars auf dem Mannschaftsmeldebogen, und gar in die Startformation beordert wurde sein Landsmann Je'Kel Foster, der erst seit einer Woche in Berlin unter Vertrag steht. Zunächst fand er wie sein gesamtes Team nicht recht in seinen Rhythmus, während bei den Gästen vor allem zwei heißliefen: Ronald Burrell und Rickey Paulding. Sie teilten sich die ersten 15 Punkte der Oldenburger.

Auf Alba-Seite punktete Deon Thompson (am Ende 19 Punkte), oft prächtig freigespielt, am sichersten. Doch so sehr die Gastgeber sich steigerten und in ihre Gegner verbissen – eines bekamen sie nicht in den Griff: die Distanzwürfe der Norddeutschen.

Ob der wie Adam Chubb und Trainer Sebastian Machowski an alter Wirkungsstätte vom Publikum freundlich empfangene Julius Jenkins, Paulding, Burrell, Dru Joyce, Konrad Wysocki oder Chris Kramer: Mit traumwandlerischer Sicherheit setzten sie ihre Dreier in den Alba-Korb, acht an der Zahl allein in Halbzeit eins, einmal gleich drei in Folge.

Dem hatten die Berliner nur einen Dreier durch Sven Schultze entgegenzusetzen, macht ein Verhältnis von 24:3 Punkten für die Baskets. Das lässt sich nur schwer auf andere Weise ausgleichen. Insofern war der knappe Pausenrückstand noch Beleg genug dafür, dass sich Alba in anderen Bereichen nicht zu verstecken brauchte.

Teilweise war es sogar spektakulär, was die Berliner boten, etwa ein Alley-oop von Foster auf Thompson, krachende Dunkings von Albert Miralles. Aber immer, wenn es danach aussah, als sollte die Partie zugunsten der Hausherren kippen, landeten die langen Würfe mitten im Alba-Herzen. Doch was Obradovic noch mehr erregte, waren Unaufmerksamkeiten seiner Spieler, die in den meisten Fällen von den hellwachen Oldenburgern sofort bestraft wurden.

Und wie es so ist, wenn man eine Mannschaft wie die Baskets ihren Wurf finden lässt – es wurde immer schwerer für Alba, dem Gegner sein eigenes Spiel aufzuzwingen. Im Gegenteil, die Kontrolle lag in den Händen der Gäste.

Und es wurde ruppiger, kaum noch Körbe wurden aus dem Spiel erzielt, man traf sich immer häufiger an der Freiwurflinie. Von der beide Mannschaften hochprozentig trafen. Dass der Vorsprung für das Team aus Norddeutschland nun auf bis zu acht Punkte wuchs (63:55/30. Minute), lag auch am starken deutschen Ex-Nationalspieler Wysocki, der mehrfach nach Offensivrebounds punktete – Treffer, die Alba besonders wehtaten.

Immer wieder Oldenburger Dreier

Zwar glichen die Berliner zum Jubel der nur 8540 Zuschauer (Saisonminusrekord in der Bundesliga) durch einen 8:0-Punktelauf in der 32. Minute zum 63:63 aus. Doch dann erneut das Oldenburger Dreier-Festival: Zweimal Paulding (27 Punkte), dreimal Jenkins (17), beide nicht einmal schlecht gedeckt, nutzten das bisschen Freiraum und brachten ihre Mannschaft uneinholbar in Führung, spätestens beim 74:84 war die Entscheidung gegen Alba gefallen.

Heiko Schaffartzik kommentierte: "Unser Problem war heute nicht der Angriff, sondern die Verteidigung. Ärgerlich, denn wir wollten eigentlich alle drei Spiele in diesen fünf Tagen gewinnen."

Quelle: sid/sei
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