21.12.12

Basketball

Albas Obradovic misst sich mit Oldenburgs Machowski

Wenn der Freund von einst zum Jäger wird: Berlins Trainer trifft am Freitag auf Sebastian Machowski. Beide kennen sich aus Spieler-Tagen.

Von Sebastian Arlt
Foto: dapd

Sasa Obradovic kam zu Saisonbeginn, um Alba auf Vordermann zu bringen
Sasa Obradovic kam zu Saisonbeginn, um Alba auf Vordermann zu bringen

Julius Jenkins hat sich schon mal warm geworfen für Berlin. 22 Punkte erzielte der Basketballprofi am Dienstag beim 83:62 seiner Oldenburger Mannschaft gegen den Mitteldeutschen BC. Fünf Dreier versenkte der 31-Jährige, der lange das Gesicht von Alba war. 4154 Punkte hat er zwischen 2006 und 2011 für die Berliner erzielt, in der ewigen Korbjägerliste des Klubs liegt er hinter Wendell Alexis und Henrik Rödl auf dem dritten Platz. Jenkins ist – nach einem Jahr in Bamberg – jetzt bei den EWE Baskets Oldenburg gelandet, auf die Alba Berlin am Freitagabend (20 Uhr) in der O2 World trifft.

Am Dienstag kam Jenkins wieder einmal von der Bank ins Spiel, er gehörte nicht zur Startformation. "Das ist ja fast ein Luxus", sagt selbst sein Trainer Sebastian Machowski. "Aber eine von Julius' Qualitäten ist, dass er gleich heißläuft." Jenkins hat mit im Schnitt 12,4 Punkten pro Spiel seinen Anteil daran, dass die Oldenburger momentan auf dem dritten Rang (20:10 Punkte) stehen. "Die Tabelle ist zwar verzerrt", sagt Machowski und verweist darauf, dass sein Team schon drei Spiele mehr bestritten hat als Alba (20:4). "Aber Platz drei ist nicht verkehrt." Es ist ein echtes Spitzenspiel bei den Berlinern, die momentan Zweiter und seit acht Bundesligapartien unbesiegt sind. Folgt dem 78:77-Zittersieg in Tübingen vom Mittwoch – durch einen Treffer von Heiko Schaffartzik sieben Sekunden vor Schluss – nun erneut ein Erfolg, würde Alba die Tabellenführung übernehmen.

Zwischen 1991 und 1996 war Machowski Albatros

Für Machowski ist es eine Rückkehr. Er ist in Berlin geboren, hat das Basketball-ABC bei TuS Lichterfelde gelernt. Zwischen 1991 und 1996 trug er das Trikot von Alba. 1995 stand er mit im Kader der Helden, die den Korac-Cup gewannen. Eine der Säulen der Mannschaft war damals Spielmacher Sasa Obradovic, Albas heutiger Cheftrainer. Machowski war während seiner Spielerkarriere ein Wandervogel. Zählt man TuSLi mit, war er bei 14 Klubs in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland und Polen.

Obradovic (43) gegen Machowski (40). "Das ist eine Premiere", sagt der Oldenburger Coach. Als Trainer seien sie sich noch nie gegenübergestanden. Als Spieler hingegen taten sie dies oft, erstmals 1996/97, als Obradovic für Alba und Machowski für Bonn spielten. Zwischen 2001 und 2005 war Obradovic in Köln aktiv, zu dieser Zeit stand Machowski in Leverkusen und beim MBC unter Vertrag. Außer bei Alba standen sie bei Virtus Rom und in Köln in einem Team.

Jetzt stehen sie erfolgreich an der Seitenlinie. Beide sind zu Saisonbeginn gekommen, um ihr neues Team auf Vordermann zu bringen. Die Berliner waren in der vergangenen Saison im Viertelfinale gescheitert – Trainer Gordon Herbert musste gehen. Obradovic kam. Oldenburg verpasste das Play-off – Trainer Predrag Krunic musste gehen. Machowski kam, der vorher in Braunschweig tätig war.

Machowski am Mittwoch Vater geworden

Wie in Berlin hat sich auch in Oldenburg vieles in die positive Richtung bewegt. "Es war mein Ziel, eine homogene Mannschaft zu formen", sagt Machowski. "Inzwischen haben wir unseren Stil recht gut gefunden." Auch wenn noch viel Luft nach oben sei. Wichtig sei ihm eine "Abgrenzung zum Vorjahr". Da hatte das Mannschaftsspiel nicht oberste Priorität. Der inzwischen nach Siena abgewanderte Spielmacher Bobby Brown wurde zwar mit 16,9 Punkten Topscorer der Bundesliga, aber davon profitierte seine Mannschaft zu selten.

Die neue Philosophie "mussten erst alle verinnerlichen". Was nicht leicht war, da sechs Spieler aus dem vergangenen Jahr auch in dieser Saison dabei sind. Unter ihnen Adam Chubb, auch ein ehemaliger Alba-Profi, der zwischen 2008 und 2010 für Berlin 969 Punkte erzielte. Er ragt bei Oldenburg mit im Schnitt 12,6 Punkten und 8,4 Rebounds heraus. 2009 war Oldenburg Meister, angeführt von Albas Neuem, dem US-Amerikaner Je'Kel Foster. Auch in diesem Jahr sind die Baskets wieder breit aufgestellt. "Das Denken in erste und zweite Fünf ist weg", so Machowski. In fast jedem Spiel gäbe es einen anderen Topscorer. In den vergangenen acht Spielen taten sich sieben unterschiedliche Profis als bester Werfer hervor.

In Oldenburg entwickelt sich nicht nur die Mannschaft, an der Zukunft des Standortes wird gefeilt. Noch in der Endphase der Saison wollen die Baskets in eine neue, sich noch im Bau befindliche Arena (Fassungsvermögen 6000 Zuschauer) umziehen. Machowski beschäftigt das Hier und Jetzt. In Berlin warte "die momentan beste Mannschaft" auf sein Team. Lange wird er sich nicht in Berlin aufhalten, es geht schnell zurück: Am Mittwochmorgen hat seine Frau in Oldenburg einen Jungen entbunden.

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