18.12.12

Basketball

Kraftbolzen Je'Kel Foster soll Alba zum Titel verhelfen

Alba Berlin soll noch stärker werden: Dabei soll Basketballprofi Je'Kel Foster helfen. Sein Ärger mit Bayern München ist vergessen.

Von Sebastian Arlt
Foto: picture-alliance / Defodi

Er kann Alba noch stärker machen: Je"Kel Foster
Er kann Alba noch stärker machen: Je"Kel Foster

Der Einstieg bei Alba Berlin war für Je'Kel Foster angenehm und ungewohnt zugleich. "Sicher hätte ich gern mitgespielt, aber zuzuschauen war auch mal schön." Vor allem, weil der am Sonnabend verpflichtete 29-jährige Basketballprofi gleich den besten Eindruck von seinem neuen Team bekam. "Sehr stark" fand er dessen Auftritt beim 90:75 gegen Meister Bamberg. Kurz vor der Partie am Sonntagnachmittag hatte sich der Neue in der Kabine kurz seinen zukünftigen Mitspielern vorgestellt. "Gegen einige habe ich ja schon in der Bundesliga gespielt", erzählte der als Shooting Guard und Point Guard einsetzbare Foster, der bereits in Ludwigsburg, Oldenburg und Bayern München unter Vertrag stand.

Besuch in Kinderkrebsstation

Am Sonntagabend, nach dem Spiel, ging es umgehend zur internen Weihnachtsfeier, wo er alle gleich in lockerer Atmosphäre ein wenig näher kennenlernen konnte. Montag Vormittag war Foster dabei, als die Mannschaft traditionell zur Bescherung der kleinen Patienten die Kinderkrebsstation des Virchow-Klinikums besuchte. Am Abend war dann Training, schließlich soll Foster am Mittwoch in Tübingen erstmals eingesetzt werden. Er war allerdings nur mit Nachwuchsspielern in der Halle, das eigentliche Teamtraining fiel aus, weil zu viele unter Magen-Darm-Problemen leiden.

Braucht ihn Alba überhaupt angesichts der starken Vorstellung gegen Bamberg, wurde Foster spaßeshalber gefragt. "Ich denke, ich kann dem Team schon helfen", antwortete er grinsend, "wenn sie mich nicht brauchen würden, wäre ich nicht hier." Alba benötigte Ersatz für Spielmacher Vule Avdalovic, der nach einer schweren Knieverletzung in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

"Vule nicht 1:1 zu ersetzen"

"Sicherlich ist ein Spieler wie Vule nicht 1:1 zu ersetzen", sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi. In einer "Kollektivaufgabe" sei dessen Fehlen nun zu kompensieren. Wobei da Foster eine wichtige Rolle spielen wird. "Er hat viel Energie und ist ein Kraftbolzen", so Baldi. Mit seiner Stärke in der Defensive und seiner Spielübersicht und Korbgefährlichkeit sollte der US-Amerikaner den Berlinern weiterhelfen können. Alba spielt mit hoher Energie und Intensität, das ist die Philosophie von Trainer Sasa Obradovic. Doch dafür bedarf es nicht nur einer starken Starting Five, sondern auch einer breiten Gesamtaufstellung, um eben das Energielevel hochhalten zu können. Jeder Spieler zählt, allemal einer vom Kaliber eines Je'Kel Fosters.

Nachdem "die eine Baustelle geschlossen ist" (Baldi), wird es nun in den kommenden Wochen darum gehen, ob die Kurzzeitverträge mit Derrick Byars und dem immer noch am Fuß verletzten Brian Randle verlängert werden. Bei Byars läuft Albas Option auf eine Weiterverpflichtung an Silvester aus, bei Randle in einer Woche. Sie soll jedoch noch einmal um einen Monat verlängert werden.

Anerkennung durch die Konkurrenz

Foster kann Alba noch stärker machen. Was bereits in dem Team steckt, war am Sonntag zu sehen. "Wir haben ein Zeichen gesetzt", sagte Center Yassin Idbihi, "wir werden in dieser Saison ganz oben mitspielen." Nihad Djedovic, der sein wohl bisher bestes Spiel im Alba-Trikot machte, fügte hinzu: "Der Titel geht nur über uns." Die Konkurrenz hat Albas Stärke zur Kenntnis genommen. Nationalspieler Jan Jagla von Bayern München twitterte am Sonntag kurz nach Spielende: "Alba Berlin ist zur Zeit das Maß der Dinge in der BBL. Starke Vorstellung heute."

Foster umreißt sein Ziel in Berlin ganz klar: "Jeder Spieler und jedes Team will natürlich den Titel gewinnen, dafür ist man ja Profi", sagte der Familienvater, der in zwei Wochen seine Frau und den 18 Monate alten Sohn Jekei in Berlin erwartet. Die beiden werden Weihnachten noch in den USA feiern.

Als einen "Vollblutprofi, umgänglich, diszipliniert", so bezeichnete Baldi die Neuerwerbung. Foster selbst wollte nichts mehr sagen zu den Dissonanzen im Sommer, als es mit Bayern München im Schlechten auseinanderging. Hatte er eine Option oder wollte er einfach aus dem laufenden Vertrag aussteigen? "Es war eine gute Zeit, ich möchte nichts Negatives sagen." Ende der Durchsage. Jetzt zählt nur noch Alba.

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