16.12.12

Basketball

Mit einem Sieg gegen Bamberg beschenkt Alba sich selbst

Alba glänzt mit einem 90:75-Sieg gegen den deutschen Basketball-Meister Bamberg. Die Berliner Fans sind euphorisch.

Von Sebastian Arlt
Foto: dapd
Höhenflug: Alba zeigte sich gegen Bamberg in hervorragender Verfassung. Deon Thompson war dabei mit 19 Punkten der beste Berliner
Höhenflug: Alba zeigte sich gegen Bamberg in hervorragender Verfassung. Deon Thompson war dabei mit 19 Punkten der beste Berliner

Am Sonntagabend war Weihnachtsfeier bei Alba Berlin. Es gab nur fröhliche Gesichter. Denn wenige Stunden zuvor hatte das Basketballteam nach einer teilweise berauschenden Leistung den Deutschen Meister Brose Baskets Bamberg im Bundesliga-Spitzenspiel mit 90:75 (49:27) geschlagen.

Vor 13.768 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften O2 World hatten die Franken nicht den Hauch einer Chance gegen die Berliner, die ihre beste Saisonleistung zeigten. "Der Schlüssel zum Erfolg war unsere Aggressivität in der Defensive", sagte Deon Thompson, mit 19 Punkten Albas Topscorer.

Bereits als die Berliner Spieler zur Halbzeit in die Kabine gingen, tobten die Alba-Fans, als hätte ihr Team schon die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Welch ein Jubelsturm: Mit schier unglaublichen 22 Punkten Vorsprung ging Alba in die Pause. 49:27 – die Körpersprache war entsprechend: Die Berliner gingen mit breiter Brust vom Parkett, strahlend; die Bamberger Profis hatten die Schulter eingezogen, einige schüttelten mit dem Kopf.

Denn niemand hatte wohl erwartet, dass Alba so loslegen würde. Von der ersten Sekunde an war der Funke von der Mannschaft auf das Publikum übergesprungen. Alba gegen Bamberg – mehr geht nicht im deutschen Basketball. Jeder Spieler gibt noch einmal ein paar Prozent mehr, jeder Fan ist noch lauter, noch engagierter bei der Sache. "Es wird wie ein Endspiel", hatte Albas Geschäftsführer Marco Baldi vorher zu Recht erklärt.

Von Beginn an spielten die Berliner wie entfesselt. Vor allem Yassin Idbihi (14 Punkte) und der überragende Nihad Djedovic (17/sechs Assists) sorgten für Punkte. Sehr hilfreich war auch, dass Alba unter den Körben, bei Rebounds, total überlegen war. Nach 20 Minuten hieß es da 25:11 für Berlin, am Ende 33:26. Entsprechend war auch das Ergebnis von 49:27, das DaShaun Wood mit einem Dreier eine Sekunde vor der Sirene sicherstellte.

Zugang Foster freut sich über Albas Leistung

Am Spielfeldrand beobachtete Je"Kel Foster, den Alba tags zuvor verpflichtet hatte, was seine zukünftige Mannschaft zu bieten hatte. Immer wieder huschte in den ersten 20 Minuten ein Lächeln über das Gesicht des US-Amerikaners, als wenn er sagen wollte: Da freue ich mich schon, wenn ich mitspielen kann.

Die Berliner überstanden auch die Schrecksekunde, als Derrick Byars nach acht Minuten vom Feld humpelte, nachdem er nach einem Foul auf den Rücken geknallt war. Nach einer längeren Behandlungspause kam er aber zurück.

Über 28:18 (11. Minute) und 39:25 (17.) wurde der 22-Punkte-Vorsprung herausgeworfen. Aber es war klar, dass sich die Bamberger noch nicht geschlagen geben würden. Dafür ist das Team viel zu stark, das in der ersten Hälfte mit der aggressiven Deckungsarbeit der Berliner große Probleme hatte. Was würde sich Brose-Trainer Chris Fleming einfallen lassen?

Bambergs Trainer Chris Fleming blieb ratlos

Was immer er seiner Mannschaft gesagt haben mag, sie setzte die Anordnungen ihres Trainers nicht um. Man hatte erwartet, dass die Bamberger aggressiver zu Werke gehen würden, aber das war nicht der Fall. Einzig und allein Anton Gavel schien sich gegen die Niederlage aufzulehnen, der Rest war teilweise erstaunlich teilnahmslos. Auch vom ehemaligen NBA-Spieler Bostjan Nachbar kam wenig. Von einem Teilnehmer an den Top 16 der Europaliga, das Bamberg wie Berlin erreicht hat, hätte man mehr erwartet.

Anders Alba. Jetzt waren es immer wieder die ebenfalls starken Zach Morley (14) und Deon Thompson (19), die trafen. Die Berliner ließen nicht an Intensität nach. Zehn Minuten vor Ende, beim 75:51, sangen die Alba-Fans: "Ihr seid nur ein Punktelieferant!" So abgedroschen es klingen mag, aber für die Alba-Anhänger fand die Bescherung bereits acht Tage vor Weihnachten statt. Bis auf 26 Punkte Differenz (55:29/22.) wuchs die Führung an.

Auffallend bei den überragenden Berlinern war, dass immer wieder gepasst wurde. Da gab es kein Ego-Gezocke, immer wurde der am besten Platzierte gesucht – und meistens gefunden. Teilweise nach spektakulären Pässen. Dass am Ende bei den Berlinern doch ein klein wenig Konzentration und Intensität zurückgingen, Bamberg noch aufholte, nahm der Mannschaft niemand krumm. Zu groß war die Freude über diese Show, die die Alba-Profis zelebriert hatten.

Lange Zeit zum Freuen und Luftholen haben sie allerdings nicht. Denn ihnen steht eine knüppelharte Woche bevor: Drei Spiele innerhalb von fünf Tagen sieht der Plan vor, an Regeneration und kontinuierliches Training ist da nicht zu denken.

Erst muss Alba am Mittwoch in Tübingen antreten, am Freitag steht das Heimspiel gegen Oldenburg (20 Uhr) auf dem Programm, und einen Tag vor Weihnachten, am Sonntag (23.12.), hat Berlin noch in Würzburg einen Auftritt zu absolvieren. Bei der Mannschaft, gegen die die Berliner im Play-off der Vorsaison sang- und klanglos ausgeschieden sind

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