07.12.12

Spielmacher verletzt

Avdalovic-Ausfall gefährdet Alba Berlins Saisonziele

Aufgrund einer Knieverletzung fehlt Vule Avdalovic den Rest der Spielzeit. Nun muss dringend Ersatz her. Zum Glück hat Alba etwas Zeit.

Von Dietmar Wenck
Foto: dpa

Das tut weh: Die Saison ist für Berlins Guard Vule Avdalovic beendet
Das tut weh: Die Saison ist für Berlins Guard Vule Avdalovic beendet

Zwischen großer Begeisterung und tiefer Erschütterung lagen für Alba Berlin ganze sieben Tage. So sehr sich vor Wochenfrist alle über den Einzug in die Top 16 der Europaliga gefreut hatten (Geschäftsführer Marco Baldi: "Heute ist ein schöner Tag"), so sehr litt der gesamte Verein am Donnerstagabend mit seinem Spielmacher Vule Avdalovic. Der Serbe hatte sich bei der 63:74-Niederlage gegen Malaga so schwer am linken Knie verletzt, dass er sofort ins Unfall-Krankenhaus Marzahn gebracht wurde.

Während sein Mitspieler DaShaun Wood noch hoffte: "Wir beten alle, dass die Verletzung nicht so schlimm ist", wurde dort schon die niederschmetternde Diagnose gestellt: "Riss des vorderen Kreuzbandes und Innenbandriss". Ende der Saison für Avdalovic, Beginn der Suche nach der Antwort auf eine schwierige Frage: Was nun, Alba?

Nach Peavy bricht fehlt der nächste Schlüsselspieler

Die Berliner sind wahrlich nicht vom Glück verfolgt. Schon oft haben den Klub schwere Verletzungen zurückgeworfen, wie Matej Mamics Sturz auf die Wirbelsäule, Demond Greenes komplizierter Beinbruch, die nicht minder langwierige Knieverletzung Henrik Rödls, der Achillessehnenanriss Patrick Femerlings oder die Kreuzbandrisse von Jörg Lütcke, Jovo Stanojevic, Johannes Herber oder Goran Jeretin. Aber diesmal ist Avdalovic gleich der zweite Schlüsselspieler nach Nathan Peavy (ebenfalls Kreuzband, schon in der Saisonvorbereitung), der ihnen innerhalb weniger Monate wegbricht. Und für den es keinen Ersatz gibt.

"Er organisiert die Mannschaft", sagte Wood über den 31-Jährigen. Mehr als das. "Unsere Spieler wissen sehr genau, was Vule für sie ist", sagte Baldi, "er ist sich für nichts zu schade, will aber kein Mikrofon und keinen Lichtstrahl – solche Leute sind in jeder Mannschaft höchst anerkannt." Ein Star in seinen Leistungen, ein Antistar in seinem Auftreten. Trainer Sasa Obradovic hatte seinen Landsmann aus Donezk mitgebracht, wo beide bereits ein meisterliches Duo bildeten. Er wollte ihn in Berlin dabei haben, ohne Diskussion, und bekam diesen Wunsch erfüllt. "Seine Bedeutung siehst du nicht in der Statistik", lobte Obradovic, "er hat einen hohen Basketball-IQ, weiß immer, was die Mannschaft braucht." Das ist Albas Krux: Einen neuen Avdalovic werden sie nicht finden. Sein Ausfall schmeißt die Planung der gesamten Saison um.

Baldi setzt auf Albas "Attacke-Modus"

Und trotzdem wollen sie bei aller Sorge von einem nicht abgehen: "Wir dürfen unseren Attacke-Modus nicht verlieren", wünscht sich Baldi. In zweierlei Hinsicht. Die kräftezehrende, schnelle und aggressive Spielweise, die Obradovic nach Berlin zurückgebracht hat und in die Avdalovic perfekt passte, soll beibehalten werden. Und auch in Europa, wo sich die Mannschaft gerade erst für 14 weitere hochklassige Spiele qualifiziert hat, soll nicht nachgelassen, sondern angegriffen werden.

Dafür sind Lösungen gefragt, das Team muss ergänzt werden. Die Frage, ob die Zeitverträge von Derrick Byars und Brian Randle (beide bis Ende Dezember) verlängert werden, steht an zweiter Stelle, solange kein neuer Spielmacher gefunden wurde. Alles muss zusammenpassen. Zum Glück hat Alba etwas Zeit. Obwohl die Top 16 am 27. Dezember beginnen, können danach noch Spieler gemeldet werden, erklärt Baldi. Eine schnellere Klärung ist trotzdem das Ziel.

Thompson, Schaffartzik und Morley sind angeschlagen

Denn das Programm, das vor dem Team liegt, ist heftig. Bis April gibt es alle drei oder vier Tage ein Spiel – mindestens. Am Sonntag muss Alba in Gießen beim Tabellenletzten Gießen 46ers antreten und hofft, dass die zusätzlich angeschlagenen Akteure Deon Thompson (Bänderdehnung), Heiko Schaffartzik (Grippe) und Zach Morley (Knieprellung) einsatzbereit sind. Denn je höher die Belastung für den Einzelnen, desto größer die Gefahr weiterer Ausfälle.

"Wir werden alles versuchen, um echte Hilfe zu bringen", gibt sich Baldi kämpferisch, auch wenn das den Saisonetat sicher zusätzlich belastet. Aber, gibt sich der Geschäftsführer sarkastisch, "wir haben ja eine gewisse Erfahrung mit solchen Situationen". Die Erschütterung soll nur eine Momentaufnahme sein.

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