06.12.12

Ex-Alba-Spieler

Wie der Berliner Frank Menz Basketball-Bundestrainer wurde

Dank der guten Arbeit als Co-Trainer wird der 47-Jährige Nachfolger von Svetislav Pesic. Bei Alba war der gebürtige Berliner jedoch Ersatz.

Foto: dpa

Am Ball: Frank Menz (l.) hat das Vertrauen von DBB-Präsident Ingo Weiss
Am Ball: Frank Menz (l.) hat das Vertrauen von DBB-Präsident Ingo Weiss

Kleine Lösung statt großer Name: Frank Menz ist vom Deutschen Basketball Bund (DBB) zum Bundestrainer befördert worden und soll die Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2013 in Slowenien zum Erfolg führen. Der bisherige Assistent von Svetislav Pesic wurde in Frankfurt als Nachfolger des Serben präsentiert, der seinen Vertrag nach der erfolgreichen Qualifikation für die EM nicht verlängert und in der vergangenen Woche bei Bayern München unterschrieben hatte. Der 48-jährige Menz war bislang für die A2- und U20-Nationalmannschaft verantwortlich.

"Ich freue mich sehr über das in mich gesetzte Vertrauen, das mit meiner neuen Aufgabe verbunden ist. Ich weiß, dass der Job des Bundestrainers kein leichter ist, brenne aber voller Elan darauf, möglichst viel daraus zu machen. Jetzt werde ich schnell den Kontakt zu den Spielern suchen, die ich ja alle bestens kenne", sagte der gebürtige Berliner.

Ex-Bundestrainer Bauermann schlug ihn vor

Der DBB hat schnell reagiert, nachdem feststand, dass Pesic nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Denn der zweite Abschied des 63-Jährigen, der bereits von 1987 bis 1993 Bundestrainer gewesen war, hatte sich schon länger angekündigt. Nur neun Tage nach Pesics Vorstellung in München wurde nun Menz präsentiert.

Mit der Verpflichtung des in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Mannes, der einen unbefristeten Vertrag erhält, entschied sich der DBB für einen Mann aus den eigenen Reihen und zugleich gegen Dirk Bauermann. Der langjährige Bundestrainer, der im vergangen Jahr nach der Europameisterschaft in Litauen wegen seines Engagements in München zurückgetreten war, hatte zuletzt Interesse an einer Rückkehr bekundet.

Menz' Fokus liegt auf der Defensive

Doch das war von Anfang an kein Thema. "Es gab einige, die sich selbst ins Gespräch gebracht haben. Aber ich habe mit keinem anderen gesprochen. Es gab nur diese Option", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss: "Wir haben schon vor fünf Jahren gesagt, wir wollen einen Trainer für uns aufbauen. Frank hat damals gesagt: Ich will das auch." Mit Menz wurde dem vor Saisonbeginn bei Bayern München entlassenen Bauermann ausgerechnet sein Wunschtrainer vorgezogen. Denn der 54-Jährige hatte Menz vor seinem Abschied selbst als Nachfolger vorgeschlagen. Im Frühjahr hatte Pesic noch den Vorzug erhalten, nun darf sich Menz beweisen.

"Ich möchte mich überhaupt nicht mit Svetislav oder Dirk vergleichen. Aber die Mannschaft wird physisch top vorbereitet sein. Wir werden sicher in der Verteidigung eine der besten Mannschaften in Europa sein", kündigte Menz an: "Die Mannschaft wird intensiv spielen, mit Lust und Laune. Ich hoffe, sie an ihre Grenzen zu führen." Bislang hat der neue Mann an der Seitenlinie beim Verband vor allem im Nachwuchsbereich gearbeitet. Doch der frühere Profi kennt auch das Nationalteam bestens. Unter Pesic war Menz seit Sommer als Assistent tätig und auch daran beteiligt, dass die deutsche Mannschaft ungeschlagen durch die EM-Qualifikation marschierte.

Bald Gespräche mit NBA-Star Dirk Nowitzki

Die kontinentalen Titelkämpfe vom 4. bis zum 22. September 2013 werden für Menz im kommenden Jahr das erste große Turnier. Bis dahin bleibt noch viel Zeit, doch der 22. Bundestrainer der DBB-Geschichte will schnell in die Planungen einsteigen. "Es geht in den kommenden Tagen und Wochen darum, das passende Sommer-Programm festzulegen, um dann sehr gut vorbereitet bei der Europameisterschaft an den Start gehen zu können", so Menz.

In Slowenien soll der Bundestrainer dafür sorgen, dass die DBB-Auswahl die Qualifikation für die WM 2014 in Spanien schafft. Mit Superstar Dirk Nowitzki will Menz das Gespräch suchen, sich aber auf die Spieler konzentrieren, die sicher und länger zur Verfügung stehen. "Wir sind in einem Umbruch und werden auch so planen", so Menz. Schließlich gebe es einen "guten Nachwuchs in allen Bereichen. Diese Situation hatten wir in den letzten Jahren nicht".

1992/93 für Alba am Ball

Menz, der in seiner langjährigen Karriere unter anderem zwischen 1996 und 2001 den SSV Weißenfels in die Bundesliga führte, dort zum Beispiel mit Mithat Demirel und Chris Ensminger zusammenarbeitete und später von 2002 bis 2006 den damaligen Zweitligisten Jena betreut hat, ist seit 2005 beim DBB tätig.

2006 wurde er hauptamtlicher Bundestrainer. Im Juli wurde Menz bei der U20-EM in Spanien mit dem DBB-Team Fünfter. Als Spieler gehörte er unter Trainer Faruk Kulenovic 1992/93 zur Bundesligamannschaft von Alba Berlin. Er wurde allerdings nur dreimal eingesetzt.

Quelle: sid
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