06.12.12

Europaliga

Alba Berlin sucht nach Verstärkung für die Top 16

Der Erfolg der Berliner in Europa bringt auch einige Probleme mit sich: hohe Kosten und zusätzliche Duelle. Doch Alba fehlen die Spieler.

Von Dietmar Wenck
Foto: ddp

Derrick Byars’ Vertrag bei Alba läuft Ende Dezember 2012 aus
Derrick Byars' Vertrag bei Alba läuft Ende Dezember 2012 aus

Der Markt gerät in Bewegung. So haben sich jüngst die Wege von Elan Chalon, französischer Basketball-Meister und Gruppengegner von Alba Berlin in der Europaliga, und seinem US-Star Brion Rush getrennt. Der Amerikaner wechselte in die russische Liga, den Franzosen war er zu teuer geworden. Da sie sich bald auf nationale Aufgaben konzentrieren dürfen – in der europäischen Königsklasse haben sie die Top 16 verpasst – können sie den Verlust verschmerzen.

Anders liegen die Verhältnisse bei Alba, das an diesem Donnerstag (20 Uhr, O2 World) Unicaja Malaga empfängt. Die Berliner sind für die nächste Runde qualifiziert, haben zu ihren ohnehin feststehenden 46 Pflichtpartien dieser Saison vierzehn weitere Spiele auf höchstem Niveau. Und damit eine Situation, auf die sie sich jetzt dringend vorbereiten müssen.

Manager Marco Baldi sagt etwas verklausuliert: "Es spricht viel dafür, sich personell so aufzustellen, dass man das durchhält." Mit "das" ist zum Beispiel folgendes gemeint: Bis zum 23. Dezember 2012, also in den kommenden 17 Tagen, hat Alba sieben Spiele, ein strapaziöses Programm, das sich in ähnlicher Form aber bis Ende April fortsetzt. Ohne Play-off und BBL-Pokal sind es bis dahin 41 Spiele. Aktuell hat Alba allerdings nur neun Profis (plus fünf Talente) langfristig unter Vertrag. Das reicht nicht. Alba braucht Verstärkung und findet sie vielleicht in den eigenen Reihen. Denn hinzu kommen in Brian Randle und Derrick Byars zwei starke Amerikaner mit Zeitverträgen, die Ende Dezember auslaufen. Sie haben sich eingelebt, fühlen sich wohl im Team, kennen die Organisation.

Alba will am liebsten Brian Randle und Derrick Byars halten

Gute Voraussetzungen also, rasch ins Team integriert zu werden. Baldi lässt durchblicken, dass er am liebsten beide behalten würde: "Erst mal geht es um die Zwei." Genau überlegt sein will aber auch, da in der Bundesliga von Albas acht Ausländern nur sechs eingesetzt werden können: Soll man häufiger wechseln, um einem Akteur mal etwas Ruhe zu gönnen? Oder immer die aktuell Besten spielen lassen? Wie kann man mit der Situation umgehen, ohne dass die Mannschaft ständig aus dem Rhythmus kommt?

Ärgerlicherweise quält sich Randle seit seinen beiden Europaligaeinsätzen gegen Siena und Chalon im Oktober mit einer schmerzhaften Fußverletzung herum und konnte seitdem nicht mehr auflaufen. Leichte Fortschritte gibt es, aber "wir müssen sehen, wie er sich bewegen kann", sagt Baldi, "und vorbereitet sein, wenn es nicht geht." Durchaus möglich, dass der Verein dann noch einmal aktiv wird. Beobachtet wird dabei in dieser Phase der Saison weniger der europäische Markt, sondern die US-Ligen unterhalb der NBA, wo immer noch genügend starke Spieler auf Engagements in Europa hoffen.

Viel Ruhm, viel Ehr – aber auch viel Arbeit für Alba

Bei einem Blick auf die Mannschaft aus Andalusien, die am Donnerstag zu Gast in Berlin ist, könnte man neidisch werden: Trainer Jasmin Repesa hat zwölf europaligareife Akteure in seinem Kader, die er auch alle bereits eingesetzt hat. Malaga hat allerdings einen fast doppelt so hohen Etat als sein Gastgeber und nicht zuletzt deshalb jede Menge Erfahrung in der Königsklasse. Zum achten Mal in Folge seit 2005 zog der Klub in die Top 16 ein.

Ungeduldig sehnen die Berliner auch den letzten Vorrundenspieltag und die Tage danach herbei. Erst dann stehen Albas Konkurrenten fest, wann wo gegen wen angetreten werden muss. Die Reisen müssen schnell gebucht, die Termine in der O2 World gesichert werden. Viel Ruhm, viel Ehr – aber auch viel Arbeit. Und vielleicht neben der sportlichen Herausforderung ein finanzielles Plus. Mit Kosten in sechsstelliger Euro-Höhe rechnet Alba ebenso wie mit Einnahmen in dieser Kategorie. Die Kunst besteht darin, dass beim zweiten Teil der Rechnung die höhere Summe herauskommt.

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