02.12.12

Basketball

Alba verpasst Bundesliga-Rückkehrer Pesic eine Niederlage

Startrainer Svetislav Pesic ist in die Basketball-Bundesliga zurückgekehrt. Doch sein Team, Bayern München, ist Alba Berlin nicht gewachsen.

Foto: dpa

Svetislav Pesic hat im ersten Spiel seiner Bundesliga-Rückkehr eine Niederlage einstecken müssen
Svetislav Pesic hat im ersten Spiel seiner Bundesliga-Rückkehr eine Niederlage einstecken müssen

Svetislav Pesic hielt es nur wenige Sekunden auf seinem Stuhl aus, dann sprang er auf, dirigierte, motivierte und fluchte. Schon bei seinem ersten Auftritt als neuer Coach des Basketball-Bundesligisten Bayern München war der 63-Jährige voll in seinem Element. Verhindern konnte der serbische Startrainer die bittere Niederlage gegen seinen langjährigen Arbeitgeber aber nicht. Bei Alba Berlin unterlagen die Bayern bei seiner BBL-Rückkehr nach einer blutleeren Vorstellung verdient mit 70:82 (28:41).

Pesic hat noch viel Arbeit vor sich, um den taumelnden Emporkömmling nach der dritten Pleite in Serie endlich auf Kurs zu bringen und die hohen Ansprüche von Präsident Uli Hoeneß zu erfüllen. "Natürlich bin ich nicht zufrieden", räumte Pesic nach der Schluss-Sirene ein, "aber wir werden nicht aufgeben. Man hat gesehen, wie gut eingespielt Alba ist und wie viel Selbstvertrauen die Berliner mit ihrem Weiterkommen in der Europaliga getankt haben."

Von den Fans herzlich empfangen

Die 12.110 Fans in der Berliner Arena am Ostbahnhof empfingen Pesic herzlich und jubelten ihm lautstark zu. In der Hauptstadt hat niemand vergessen, was er geleistet hat. Mit Pesic an der Seitenlinie gewannen die "Albatrosse" den Korac-Cup (1995), wurden Pokalsieger (1997, 1999) und viermal in Folge Meister. Seitdem war der ehemalige Serienchampion nie wieder so erfolgreich und wartet nun schon seit drei Jahren sehnsüchtig auf einen Titel.

Auch wenn Pesic erst seit fünf Tagen im Amt ist, hingen die Spieler in jeder Auszeit förmlich an seinen Lippen, und versuchten, jede Anweisung bestmöglich umzusetzen. Der Weltmeister-Trainer von 2002, gekleidet im dunklen Anzug mit hellem Hemd und gestreifter Krawatte, dankte es seinen Schützlingen zunächst mit Beifall und anerkennenden Worten. Später waren seine Schützlinge jedoch schlicht überfordert.

Immerhin fünf Ex-Berliner – darunter Pesics Schwiegersohn Jan-Hendrik Jagla – standen im Münchner Aufgebot. Auf der Bank saß in Pesics Sohn Marko, heute Bayern-Sportdirektor, ein weiterer alter Bekannter. Doch die Hauptstädter von Coach Sasa Obradovic, der selbst mehrere Jahre unter Pesic spielte, behielten in der Anfangsphase die Ruhe. Nach dem ersten Viertel führten die Gastgeber 17:14, nach einer weiteren Steigerung zur Halbzeit dann sogar mit 41:28.

Kaugummi kauend musste Pesic auch nach dem Seitenwechsel verfolgen, wie die starken Berliner ihren Vorsprung erst clever ausbauten. Alba rückte nach dem fünften Sieg in Serie näher an die Spitze heran, doch Double-Sieger Brose Baskets Bamberg verteidigte die Tabellenführung bei Vizemeister ratiopharm Ulm (85:83 n.V.) erfolgreich.

Pesic hatte Yannis Christopoulos am Dienstag als Trainer der Münchner abgelöst und einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben. Der Serbe, nach dem Rauswurf von Dirk Bauermann zu Saisonbeginn bereits der dritte Bayern-Coach in dieser Saison, hatte die deutsche Nationalmannschaft zuvor im Sommer zur EM 2013 in Slowenien geführt, seinen ausgelaufenen Vertrag aber nicht verlängert. Der Deutsche Basketball Bund (DBB) ist auf der Suche nach einem Nachfolger.

Wie viel van Gaal steckt in Pesic?

Bayern-Boss Hoeneß ("Der Trainer wird die Mannschaft ganz schnell in den Griff kriegen") weiß, dass er dem Projekt Zeit geben muss. Aber allzu lange warten will er auf Erfolge auch bei Pesic nicht. "Es wird sehr viel schwieriger, als das am Anfang ausgesehen hat. Aber wir haben unsere Ziele, um die Meisterschaft mitzuspielen, nicht verändert."

Eine hohe Vorgabe an den Übungsleiter, der jedoch nichts anderes erwarten konnte. Bei einem wie ihm werden immer besondere Erfolge vorausgesetzt. Meist hat Pesic das erfüllt, nur einmal in seiner langen Karriere wurde er gefeuert, 2008 von Dynamo Moskau.

Bleibt die alles entscheidende Frage, wie sich wohl Hoeneß und Pesic senior in den nächsten Wochen und Monaten vertragen. Beide umgibt eine gewisse Divenhaftigkeit. Direkt, selbstbewusst, in gewissem Maße arrogant. Louis van Gaal war so einer, der Fußballtrainer, mit dem Hoeneß heute kein Wort mehr spricht. Pesic ist ein Gegenstück dazu im Basketball.

Quelle: BMO
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