20.11.12

Basketball

Alba holt Derrick Byars zurück nach Berlin

Berlin statt NBA: Alba verstärkt sich mit Derrick Byars. Durch die Verpflichtung des US-Amerikaners ist die Mannschaft breiter aufgestellt.

Von Sebastian Arlt
Foto: picture-alliance / Fishing4
Korbgefährlich: Derrick Byars schaffte es 2010 mit Alba bis ins Finale um den Eurocup, wo das Team dann allerdings gegen Valencia verlor
Korbgefährlich: Derrick Byars schaffte es 2010 mit Alba bis ins Finale um den Eurocup, wo das Team dann allerdings gegen Valencia verlor

Er hat in Köln gespielt, beim französischen Erstligisten Roanne und auch für Panellinios Athen. "Aber meine beste Erfahrung in Europa war mein Jahr bei Alba Berlin", sagt der Basketballprofi Derrick Byars. Da fügt es sich für den 28-Jährigen sehr gut, dass er nun wieder dorthin zurückkehren kann, wo er sich in der Spielzeit 2009/2010 so wohlgefühlt hat. Gestern meldete der Europaligist, dass der US-Amerikaner wieder bei seinem ehemaligen Klub anheuert; bis zum Ende des Jahres mit Verlängerungsoption bis Saisonende ist der Vertrag fixiert. "Als das Angebot auf dem Tisch lag", erzählt Byars, "war die Entscheidung einfach für mich."

Alba musste reagieren. "Aufgrund der Hartnäckigkeit der Verletzung von Brian Randle war es notwendig, noch einen Spieler nachzuverpflichten", sagt Albas Sportdirektor Mithat Demirel. In dieser Situation habe man in Flügelspieler Byars einen Mann gefunden, "der Alba und den Trainer bereits kennt und schnell ins Team integriert werden kann". Knapp zwei Jahre, bevor Byars Anfang November 2009 nach Berlin kam, hatte er einige Spiele für den Bundesliga-Konkurrenten Köln 99ers bestritten. Dort hieß der Trainer Sasa Obradovic, heute Coach von Alba.

Und Obradovic lobt den Neuen: "Er ist vielseitig, hat einen guten Schuss und kann Würfe für andere kreieren." Außerdem, und das ist dem Trainer besonders wichtig, "kann er uns in der Verteidigung helfen, mit der bei uns alles beginnt".

Größere Rotation möglich

Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, dass der 2,01 Meter große Byars, der gestern Abend in Berlin eintraf, schnell die Spielgenehmigung bekommt und bereits am Donnerstag im wichtigen Europaligaspiel bei Elan Chalon eingesetzt werden kann. Mit einem Sieg bei den Franzosen käme Alba dem Erreichen des Top 16 in der europäischen Königsklasse ein großes Stück näher. Sollte es mit der Spielberechtigung für den Zugang klappen, wird Obradovic Byars sicherlich zur Entlastung anderer zumindest für einige Minuten aufs Feld schicken. "Er ermöglicht uns eine größere Rotation, die wir vor allem in der Europaliga benötigen."

Zuletzt waren bei den Berlinern oft nur acht Spieler zu erwähnenswerten Einsatzzeiten gekommen. Alba war im Gegensatz zu europäischen Topklubs nicht breit genug aufgestellt. Teams wie Maccabi Tel Aviv oder Montepaschi Siena, gegen die die Berliner nur ganz knapp in den letzten Sekunden unterlagen, setzten hingegen elf Profis kontinuierlich ein. So kann den Leistungsträgern mehr Pausen gegönnt und die Intensität in der Defensive hoch gehalten werden. Dem will Alba nun mit der Verpflichtung von Byars zumindest ein Stück näher kommen.

Die Berliner halten sich noch eine weitere Möglichkeit offen: Mitte Dezember wäre eigentlich die Option für eine Vertragsverlängerung mit Brian Randle ausgelaufen. Der US-Amerikaner, als Ersatz für den wegen eines Knieschadens die komplette Saison ausfallenden Nathan Peavy geholt, war lediglich in zwei Europaligaspielen 28 Minuten im Einsatz. Seit Mitte Oktober kann er wegen einer Entzündung der Plantarsehne am Fuß nicht spielen. Die Option wurde bis zum 31. Dezember verlängert. Randle wird weiter behandelt und bleibt erst einmal mit seiner hochschwangeren Frau in Berlin.

Option bei Einzug in Top 16

"Ende Dezember werden wir weitersehen", sagt Demirel. Der Gedanke ist: Sollte sich Alba für das bereits am 27. Dezember beginnende Top 16 der Europaliga qualifizieren und Randle wieder fit sein, würde auch er im Kader bleiben.

Jetzt gilt es vor allem, möglichst schnell Byars zu integrieren. "Da er den europäischen Basketball kennt und der Coach kein Unbekannter ist, wird das nicht so lange dauern, als wenn ein ganz Fremder zu uns kommen würde", hofft Demirel.

Derrick Byars ist der Prototyp eines US-Basketballprofis, der immer wieder kurz davor steht, von einem NBA-Klub verpflichtet zu werden, aber doch noch durch den Rost fällt und danach nach Europa zieht. Zum Ende der vergangenen Saison kam er bei den San Antonio Spurs dann doch zu seinen bisher einzigen zwei NBA-Einsätzen. In dieser Spielzeit stand er noch nirgends unter Vertrag, der Traum von einem erneuten Engagement bei den Spurs platzte. "Danach hat er sich an seinem ehemaligen College fit gehalten", berichtet Demirel. "Die absolute Spielfitness hat er noch nicht." Doch Byars verspricht: "Ich werde jetzt hart trainieren und hart spielen, um dem Team so schnell wie möglich zu helfen."

Während seiner ersten Zeit in Berlin erreichte er mit Alba unter Trainer Luka Pavicevic das Eurocup-Finale, scheiterte im Play-off um die Meisterschaft aber im Viertelfinale. In der Bundesliga brachte es Byars auf im Schnitt 8,5 Punkte, in Europa waren es 7,7. Man erlebte Byars als großen Schweiger, der kaum Emotionen zeigte und sehr kontrolliert war. "Ich glaube, das habe ich von meiner Mutter, der ich da sehr ähnlich bin", erzählte er einmal.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
ADAC-Test So fahrradunfreundlich sind Deutschlands Städte
Ice Bucket Challenge Dieses Pferd bringt die Eisdusche richtig auf Trab
Namibia Surfer filmt sich in scheinbar endloser Welle
Ukraine-Krise Poroschenko meldet russische Truppen in Ukraine
Top Bildershows mehr
Bürgermeister-Karriere

Klaus Wowereit und der Abstieg vom Gipfel

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Reichen-Recherche

Über Geld spricht man nicht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote